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Verkehrsministerium prüft Flugroutenänderungen über Salzburg

Das Konzept der Flugsicherheitsbehörde Austro Control über geplante Flugroutenänderungen über Salzburg stößt beim Anrainerschutzverband Salzburg auf Widerstand. In einer Stellungnahme des Verkehrsministeriums wurde am Montag erklärt, dass neue Technologien und Verfahren entwickelt würden, um für die gesamte Region die Lärm- und Schadstoffbelastung zu verringern.

In den nächsten Wochen soll die Prüfung des Konzeptes abgeschlossen sein. "Dann werden weitere Schritte diskutiert und beschlossen", sagte Ministeriumssprecher Walter Fleißner zur APA.

Salzburger befürchten Lärmverlagerung

Die Anrainer in Salzburg befürchten eine Lärmverlagerung und Mehrbelastung durch zusätzliche Flugrouten über das Stadtgebiet und eine Route für einen satellitengeführten Anflug von Süden. Sie machten ihrem Ärger am vergangenen Wochenende in einem Protestbrief an Verkehrsministerin Doris Bures (S) kund. Gefordert wurde "die umgehende Offenlegung" der beauftragten Planungen, eine umfassende öffentliche Information der Salzburger Bevölkerung und eine objektive Prüfung durch lärmtechnische und umweltmedizinische Sachverständige. Ansonsten werde es Protestmaßnahmen geben. Der Stadt Freilassing im angrenzenden Bayern seien bereits konkrete Entlastungsmaßnahmen zugesagt worden, ohne die unmittelbar betroffene Bevölkerung in Salzburg vorher zu informieren und in diesen Prozess einzubinden, lautete die Kritik.

Neues Konzept wird geprüft

"Die Austro Control hat Vorschläge ausgearbeitet, wie die Belastung für die gesamte Region verringert werden kann. Dieses Konzept wird jetzt im österreichischen und deutschen Verkehrsministerium geprüft", sagte Fleißner. Nach abgeschlossener Prüfung soll das Konzept mit allen Beteiligten im Detail diskutiert werden. Das satellitengesteuerte Anflugverfahren wurde in den vergangenen zwei Jahren erprobt und könne bereits umgesetzt werden, falls Flugzeuge über die technischen Voraussetzungen verfügen, hieß es aus dem Verkehrsministerium.

Othmar Raus gibt Stellungnahme ab

In die Diskussion um die Flugrouten schaltete sich am Montag auch der Aufsichtsratsvorsitzende des Salzburg Airport, Othmar Raus, ein. "Oberste Priorität hat die Sicherheit am Salzburger Flughafen - sie ist unteilbar. Gleichzeitig gilt es, stets Verbesserungen für Umwelt und Anrainer zu finden." Da der Flughafen kein offizielles Mandat für Verhandlungen habe, sei man auf den inoffiziellen Verhandlungsstand angewiesen. Demnach solle das von der Austro Control getestete und satellitengestützte "Süd-An- und Abflugverfahren" noch heuer in Kraft treten. "Vorausgesetzt, die meteorologischen Rahmenbedingungen stimmen", erklärte Raus in einer Aussendung.

Der Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzende hält die Vorgangsweise für zumutbar: "Die Experten gehen davon aus, dass dieses neue Verfahren von im Schnitt drei bis fünf Flugzeugen am Tag geflogen werden wird. Im Winter werden es sogar weniger sein. Das neue Anflugverfahren stellt keine wesentliche Belastung im Süden dar und entlastet die Umwelt, weil die Flugzeit durch die direkte Anfluglinie bis zu zehn Minuten verkürzt und Treibstoff gespart wird." Das Verfahren, das den Nordwesten entlaste, würde in den kommenden drei Jahren beobachtet und anschließend evaluiert werden.

Eine Ausweitung der Flughafenaktivitäten stehe damit in keinem Zusammenhang, erklärte Raus. Die Flugbewegungen würden stark von den Faktoren Wirtschaftlichkeit, Nachfrage und Wetter abhängen. "Unsere Flugbewegungen stagnieren seit mehreren Jahren und dies wird eher die Zukunftsperspektive sein als eine wesentliche Steigerung der Flugbewegungen." Abgesehen davon bemühe sich der Flughafen seit Jahren um qualitative Verbesserungen für Anrainer jenseits und diesseits der Grenze und könne auf viele Erfolge wie z. B. das Landeverbot von lauten Luftfahrzeugen verweisen. "Alle diese Maßnahmen haben eine spürbare Lärmreduktion, bei manchen Messstellen bis zu 30 Prozent bewirkt." Wenn der Flughafen vom Verkehrsministerium Informationen über den Stand der Gespräche mit Deutschland erhalten habe, werde mit Anrainervertretern "umgehend" eine Dialogrunde abgehalten, kündigte Raus an. "Wir rechnen damit, dass diese Aussprache im August sein wird." (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.07.2019 um 06:13 auf https://www.salzburg24.at/archiv/verkehrsministerium-prueft-flugroutenaenderungen-ueber-salzburg-59240590

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