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Wahlplakate: Jetzt wandern sie alle in den Müll

SALZBURG24 hat nachgefragt, wer sich nach der Wahl um den Papiermüll kümmert dpa
SALZBURG24 hat nachgefragt, wer sich nach der Wahl um den Papiermüll kümmert

Wochenlang haben Johann Padutsch, Heinz Schaden, Harry Preuner, Barbara Unterkofler, Andreas Schöppl und Co. uns von den Wahlplakaten aus angelacht. Man entkam der Wahlwerbung in der Stadt nicht. Jetzt ist die Wahl vorbei. Die Wahlslogans landen beim Altpapier. Aber wer räumt das eigentlich alles weg? SALZBURG24 hat nachgefragt, wer sich um den Wahl-Müll kümmert.

Die Plakate müssen weg. Die Schlachtrufe, die vor der Wahl die Salzburger überzeugen sollten, Rot, Grün, Schwarz, Blau oder Pink zu wählen, werden zusammengefaltet und landen in einem dunklen Altpapiercontainer. Manche Parteien fahren selbst durch die Stadt und sammeln ihre Plakate ein, andere lassen einsammeln.

Wahl-Müll muss weg

Allein die Stadt-ÖVP hat zwischen 100 und 120 Aufsteller über Salzburg verteilt, die SPÖ 80 und die NEOS gar 150. Diese Werbung musste zuerst aufgestellt und jetzt auch wieder eingesammelt werden. Nach der Bürgermeisterwahl hieß es Gas geben. Maximal eine Woche nach der Wahl müsse alles weg sein. „Es ist eine anstrengende Arbeit, aber irgendwer muss es ja machen", so Peter Mitgutsch von der ÖVP Salzburg. Man könnte dafür natürlich auch eine Agentur beauftragen, aber das ginge ins Geld, meint der ÖVP-Pressesprecher. Auch bei der FPÖ hat sich die Partei selbst um die kleineren Aufsteller gekümmert. Die SPÖ ließ ihre 80 Aufsteller von einer Werbeagentur platzieren und auch wieder einsammeln. Bei der Bürgerliste half ebenfalls eine Werbeagentur aus. Die NEOS kümmerten sich selber um die Entsorgung. „Das war ein personeller und organisatorischer Kraftakt", sagt Mike Pilz, Pressesprecher der Salzburger NEOS. Generell gilt: Die Ständer werden aufbewahrt und wieder verwendet.

Werbeagenturen kümmern sich um Plakatwände

Die Plakate mit den „ A sturer Hund"-, den „Salzburg wachküssen"- oder „Es geht auch anders"-Aufdrucken wandern in die Tonne. „Wir haben mit den SPÖ-Plakaten circa einen Container Altpapier gefüllt", sagt Dominik Sobota von der Firma Progress Media, die mit der Organisation der SPÖ-Wahlwerbung beauftragt war. Sie ist eine der beiden großen Werbeagenturen, bei der die Parteien ihre Wahlwerbung buchen. Der zweite große Akteur auf diesem Markt ist EPA-Media. Die FPÖ buchte hier Teile der Wahlwerbung.

Diesen beiden Werbeagenturen gehören Plakatwände bei Baustellen oder Bushaltestellen. Auch Werbung, die auf Bussen gedruckt ist, wird von solchen Firmen koordiniert.

Regeln für Wahlwerbung

Weder Parteien noch Werbeagenturen können plakatieren, wie und wo sie wollen. Dafür sorgt Christian Bleibler vom Magistrat Salzburg. „Im Kreuzungsbereich, wo sie die Sicht blockieren oder Verkehrsschilder sind natürlich tabu", so Bleibler. Diese Plakate würden dann auch sofort entfernt und den zuständigen Agenturen oder Parteien in Rechnung gestellt. Einen solchen Fall gab es etwa bei der Nationalratswahl 2013, als das Team Stronach Plakate „wild im Kreuzungsbereich" aufstellte, erinnert Bleibler. Sie behinderten die Einsicht auf die Kreuzung und wurden vom Magistrat entfernt. Nach der Wahl blieben außerdem etliche Werbeposter der Partei über, die die Stadt Salzburg dann einsammeln musste. „Das war eine etwas dubiose Geschichte mit der Agentur, die die Partei da beauftragt hatte, die waren auf einmal nicht mehr erreichbar", erzählt Christian Bleibler. Bei der Gemeinderatswahl seien jedoch keine Probleme aufgetreten. Auch Franz Mayr vom Ordnungsamt der Stadt lobte die Parteien und Agenturen: „Das wird immer alles sehr ordentlich weggeräumt."

(Quelle: S24)

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