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Web-TV: Tools zum Selbermachen im Test

Mit Streaming-Portalen wie make.tv und livestream.com kann jeder zum Programmchef seines eigenen TV-Senders mit Live-Programm werden. Wir haben zwei der Online-Tools getestet, um den Einstieg in die Welt des Live-TV zu erleichtern.

YouTube ist längst als Abspielplattform für Videos bekannt. Auch an einer Live-Streaming-Lösung wird gearbeitet, denn einschlägige Online-Tools erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nach der Anmeldung auf den diversen Plattformen und Erstellung eines „Channels“ benötigt man neben einem PC/MAC mit flashfähigem Internetbrowser lediglich eine Webcam mit Mikrofon. Eine schnelle Internetverbindung und ein extern angeschlossener Camcorder steigern die Qualität des gestreamten Programms. Die innovativen und leistungsfähigen Onlinetools unterscheiden sich nicht nur durch ihre grafische Oberfläche, sondern auch durch deren zahlreiche Funktionen.

 

livestream.com

Zu aller erst besticht livestream.com durch seine schöne und übersichtliche Benutzeroberfläche. Es braucht nur wenige Klicks und kaum Zeit um die ersten Bewegtbilder zu senden. Auch das Design des eigenen Channels kann mit dem eines konventionellen Senders gut mithalten! Senderlogos, Bauchbinden, Pausenbilder etc. können in Sekundenschnelle hinzugefügt oder wieder entfernt werden. Neben vorgefertigten Designs ist es auch möglich selbsterstellte Bilder/Animationen zu integrieren.

Im „Studio“ von livestream.com hat man die Möglichkeit aus verschiedenen Videoquellen zu wählen. Zuvor eingerichtete Webcams oder Außenkorrespondenten, welche über livestream.com zugeschaltet sind, lassen sich problemlos mit YouTube-Videos zum individuellen Programm kombinieren! Auch gestreamte Handyvideos lassen sich integrieren. Das „Storyboard“ von livestream.com erleichtert die Programmgestaltung und automatisiert den Sendeablauf. Mit dem Autopiloten lassen sich aufgezeichnete Sendungen, Beiträge und weiterer Content zu einer automatisch generierten Sendung zusammenfügen, die keiner Regie oder Aufsicht bedarf. Mittels embed-Code lässt sich der eigene Channel kinderleicht in Webseiten/Blogs integrieren.

Ein Nachteil des Dienstes ist, dass sich aufgezeichnete Sendungen nicht in der originalen Schnittreihenfolge downloaden lassen. Nur die einzelnen Videostreams können heruntergeladen werden. Die Erstellung eines split screens, etwa zur Gegenüberstellung von Moderator und Außenkorrespondent, ist auch nicht möglich.

 

make.tv

Das deutsche Gegenstück zu livestream.com ist auf den ersten Blick zwar nicht so schick und übersichtlich, überzeugt jedoch mit seinem Funktionsumfang. Ähnlichkeiten zu diversen Videoschnittprogrammen sind unverkennbar. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase fällt einem die Handhabung des Dienstes sogar noch leichter als bei der Konkurrenz! Der Look des eigenen Channels kann ebenfalls problemlos angepasst werden, jedoch stehen hier nicht so viele vordefinierte Designs zur Verfügung.

Die Videoquellen bei make.tv beschränken sich auf eigene Kameras, dem Channel zugeschaltete Korrespondenten und upgeloadete Dateien. Das Einbinden von externen Videostreams und YouTube-Videos ist bei make.tv nicht möglich. Im Gegensatz zu livestream.com lassen sich mit make.tv jedoch split screens realisieren, Bildausschnitte verändern und einzelne Parameter leichter anpassen. Mit verschiedenen Ebenen und der Möglichkeit des keying (BlueBox) kann man zusätzlich die verschiedensten Effekte kreieren! Die aufgezeichneten Sendungen lassen sich problemlos downloaden und betrachten.

Durch den großen Funktionsumfang von make.tv ist das Tool auch zur Realisierung von Videokonferenzen geeignet. Dies setzt jedoch eine sehr gute Internetverbindung mit schnellem Upload voraus. Erfahrungsgemäß sollte man die Übertragung mittels Wireless-LAN vermeiden.

 

Weitere Anbieter

USTREAM.tv: Das Urgestein unter den Live-Streaming-Tools

justin.tv: Einfache Handhabung, begrenzte Möglichkeiten

qik.com: Video-Streamen vom Handy

 

Fazit

make.tv ist momentan der beste Video-Streaming-Anbieter im Netz und verzichtet dabei auf nebensächlichen Schnickschnack. Content muss hier großteils selbst produziert werden, wovon auch die Qualität der Sendung abhängt. Auch für Videokonferenzen ist make.tv geeignet.

livestream.com kann durch seine umfangreichen Möglichkeiten der Programmgestaltung besser zur Produktion von „Unterhaltungsfernsehen“ genutzt werden. Im Netz vorhandenes Videomaterial lässt sich leicht in die Sendung integrieren und hübsch verpacken.

Philipp Eidinger

(Quelle: S24)

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