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Wenn die Rodelpartie im Krankenhaus endet

Die Gefahr beim Rodeln wird oft unterschätzt. Bilderbox/Symbolbild
Die Gefahr beim Rodeln wird oft unterschätzt.

Eine Rodelpartie klingt nach herrlichem Winterspaß, doch passt man nicht auf, passieren schwere Unfälle schneller, als gedacht. Jährlich verunglücken rund 4.400 Österreicher beim Rodeln.

Selbstüberschätzung und falsches Risikobewusstsein führen jährlich zu rund 4.400 schweren Unfällen, so das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in einer Aussendung. Gute Ausrüstung, angepasste Geschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit sind maßgeblich für den sicheren Freizeitspaß.

Gilt rodeln landläufig als eher harmloser Winterspass, so wird die Gefahr der immer beliebter werdenden Sportart stark unterschätzt: Mehr als 4.400 Menschen österreichweit verletzen sich jährlich beim Rodeln so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, ein bis zwei Personen sterben dabei jährlich.

Rodel ist kein Kinderspiel!

Dass Rodeln alles andere als ein Kinderspiel ist, zeigt die Unfallstatistik des KFV der letzten fünf Jahre. Die häufigsten Unfallarten sind mit 74 Prozent Stürze und mit 18 Prozent Zusammenstöße. Dabei kommt es vor allem zu Verletzungen an Armen (25 Prozent) und Beinen (54 Prozent). Besonders lebensbedrohlich sind Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen (14 Prozent). 96 Prozent der Verunfallten trugen zum Unfallzeitpunkt keinen Helm. Das Durchschnittsalter der Unfallopfer beim Rodeln liegt bei 28 Jahren.

Immer mehr Menschen aller Altersgruppen entdecken den Winterspaß wieder für sich. "Viele Hobbyrodler kennen diesen Freizeitspaß aus Kindertagen. Daher wird das Gefahrenpotenzial viel zu oft unterschätzt", weiß Klaus Robatsch vom KFV.

Nachtrodeln besonders gefährlich

Nachtrodeln ist beliebt. Dies zeigt sich auch in den Unfallzahlen: Mehr als 26 Prozent aller Unfälle passierte in der Nacht. "Unabhängig davon, ob man untertags oder in der Nacht rodelt: Am besten fährt man sich auf eigens angelegten Rodelpisten hinunter. Auf keinen Fall sollten schneebedeckte Straßen oder Forststraßen gewählt werden, die nicht zum Rodeln freigegeben sind", rät Robatsch. Denn die Gefahr von Zusammenstößen mit Fahrzeugen, Personen oder Gegenständen ist hier besonders groß.

Mit Spaß und Sicherheit ins Ziel rodeln

Mit nur wenigen einfachen Tipps ist ein uneingeschränkter und vor allem sicherer Rodelspaß garantiert. Damit können aber im Ernstfall schwerste Verletzungen verhindert werden. "Eine hochwertige Ausrüstung, rücksichtsvolles Fahrverhalten und die richtige Einschätzung von Gefahren sind die zentralen Punkte, um sicher auf der Rodelbahn unterwegs zu sein.", erklärt Robatsch. Helm und Brille sollten auch beim Rodeln zur Standardausstattung gehören. Festes Schuhwerk, Schihandschuhe und wasserabweisende Kleidung machen das Rodeloutfit komplett. Nach einigen Aufwärmübungen sollte man die erste Abfahrt dazu nützen, um sich mit den Streckenbedingungen und dem Gefährt vertraut zu machen. Wichtig ist, Streckenhinweise und das Verhalten andere Fahrer immer im Blick zu haben, die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anzupassen und ohne Promille aber dafür mit umso mehr Spaß ins Tal zu fahren.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.02.2021 um 01:56 auf https://www.salzburg24.at/archiv/wenn-die-rodelpartie-im-krankenhaus-endet-44877283

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