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Werfen: Suche nach in Salzach gestürzten Buben fortgesetzt

Die Suche nach dem neunjährigen Bub, der seit Mittwoch in Werfen (Pongau) vermisst wird, geht weiter.

„Wir suchen heute den ganzen Tag, wenn wir ihn nicht finden, dann geht die Suche morgen weiter“, so Heinrich Brandner, Einsatzleiter der Wasserrettung im Gespräch mit SALZBURG24. Bisher lieferte die Suche, an der rund 80Mann der Wasserrettung und der Freiwilligen Feuerwehren Werfen, St. Johann und Golling sowie der Polizei und des Roten Kreuzes beteiligt sind, keinen Erfolg. „Die Suche gestaltet sich als sehr schwierig, wir haben aufgrund der Wetterlage derzeit null Sicht, die Salzach führt zudem wegen der starken Regenfälle sehr viel Wasser in diesem Bereich.“, so Brandner weiter.

Die Chancen, das Kind noch lebend zu finden, gehen laut Einsatzkräfte aber gegen Null. Das Kind war nach einem Besuch in der Burg Hohenwerfen im Salzburger Pongau beim Herumtollen mit Freunden im steilen Waldgelände abgestürzt und laut seinen Freunden in den Fluss gefallen.

80 Mann auf der Suche in Werfen

"Wir sind heute früh die Strecke zwischen Burg und Pass Lueg mit unseren Booten abgefahren, jetzt werden wir das noch einmal machen", betonte Heinrich Brandner von der Wasserrettung Salzburg am Vormittag gegenüber der APA. "Wir werden die Ufer ein zweites Mal absuchen, und die Kehrwasser und Stellen, wo das Kind möglicherweise liegt."

Die um 6.30 Uhr mit 30 Mann der Wasserrettung und 30 Mann der Freiwilligen Feuerwehr wieder aufgenommene Suche gestaltete sich allerdings zunehmend schwierig: "Die Strömung ist sehr stark. Durch die Unwetter von gestern Abend ist das Wasser völlig dreckig. Die Salzburg AG hält in ihren Kraftwerken derzeit noch etwas Wasser zurück, ab Mittag wird der Wasserstand dann aber deutlich steigen." Derzeit ist geplant, den Einsatz bis 11.00 oder 12.00 Uhr fortzusetzen. "Dann wird es eine Besprechung geben, wie wir weiter verfahren."

Ausflugsdrama in Werfen

Der Bub aus Wals-Siezenheim (Flachgau) war nach einem Ausflug zur Burg Hohenwerfen mit seinen Geschwistern, seiner Mutter, einer Freundin und deren Kindern zum unterhalb der Burg liegenden Busparkplatz gegangen. Während die beiden Frauen mit ihren kleinen Töchtern am Parkplatz spielten, tollten die drei Buben im Gelände herum. Dabei entdeckten die Burschen einen schmalen Steig, der vom Parkplatz entlang hinter den Schlossberg führt. Nach etwa 100 Metern rutschte einer der Buben gegen 15.20 Uhr aus, verlor den Halt und stürzte eine rund 50 Grad steile, felsdurchsetzte Rinne rund 80 Meter direkt in die Salzach ab. Während sein siebenjähriger Bruder versuchte, die Rinne hinunterzuklettern und sich dabei Schürfwunden zuzog, lief der Achtjährige zurück zum Parkplatz und alarmierte die Mutter.

Großaufgebot der Einsatzkräfte

Während die Frau sofort zum Unfallort rannte, verständige die Freundin das Rote Kreuz. Ein Großeinsatz von Berg- und Wasserrettung und mehreren Feuerwehren mit insgesamt 160 Helfern blieb jedoch ergebnislos. Trotz intensiver Suche mit Rettungsschwimmern, mehreren Booten, zwei Hubschraubern, drei Suchhunden und zwei Jet-Skis fehlt von dem Buben seit dem Unfall jede Spur.

Das Kind gilt als guter Schwimmer, laut dem Hydrographischen Dienst des Landes beträgt die Wassertemperatur in der Mittleren Salzach derzeit aber unter zehn Grad Celsius. Die Einsatzkräfte hofften zunächst, dass sich der Bub an einem Stein festhalten konnte - oder sich irgendwo im Gelände aufhält. Gegen 20.30 Uhr wurde der Einsatz wegen der einbrechenden Dunkelheit ergebnislos abgebrochen. Familie und Freunde des Neunjährigen wurden von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuz betreut. Ob der Unfall rechtliche Konsequenzen für die Mutter haben wird, ist unklar. "Momentan liegt kein Delikt gegen die Frau vor", betonte eine Sprecherin der Polizei.Die Suche erstreckt sich im gesamten Bereich der Burg Hohenwerfen, dort werden Böschungen, Sandbänke und der Fluss immer wieder aufs Neue abgesucht. Zudem wurde die Suche auch auf den Tennengau ausgeweitet. „Wir hoffen noch immer den Jungen irgendwo außerhalb des Flusses zu finden – schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt“. (S24/APA)

(Quelle: S24)

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