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White Open-World: Shaun White Snowboarding

Der Winter liegt in den letzten Zügen, auf der Konsole können Boarding-Fans noch verlängern. Shaun White machts möglich.  

Namensgeber des Epos in Weiß: Shaun White, einer der bekanntesten Snowboarder unserer Zeit. Nach der Erfolgszeit eines SSX Snowboarding wurde es wieder einmal Zeit für ein geniales Snowboardgame. Shaun White Snowboarding ist durchaus gelungen.

Im Gegensatz zu früheren Snowboardgames wurde hier die gesamte Steuerung umgekrempelt. Tricks werden nicht wie dereinst mit den Buttons, sondern intuitiver mit den Triggern ausgeführt. Während der Sprungphasen werden Tricks mit den zwei Sticks eingeleitet. Dabei ist die Steuerung durchaus anspruchsvoll, bloßes Buttonsmashing führt nicht zum Erfolg. Besonders das Timing ist entscheidend, wenn der Sprung was werden soll. Da der Boarder auch bei der Landephase gut getimed kontrolliert werden will, damit auch die vergebenen Punkte stimmen, hat Shaun White Snowboarding stellenweise eher etwas von einer Snowboard-Sim als einem Arcadetitel wie SSX. Dennoch geht das Game in vielen Belangen in Richtung eines Arcadetitels. Sim mit Hang zur Arcade würde die Charakteristik wohl am besten treffen.

Open World ist In: Wie in Spielen wie z.B. GTA findet sich der Boarder in einem freien Spielmodus wieder, um nach und nach in Contests einzusteigen. Vermurkste Sprünge können korrigiert werden, dazu schnallt der Boarder sein Brett ab und stapft den Hügel hoch. Einige dieser Contests stehen von Anfang an zur Verfügung, andere müssen wiederum mit dem Sammeln von Chips erst freigeschaltet werden.Es gibt viel zu tun: Der Spieler hat die Auswahl zwischen Freestyle-Läufen, Grinds und Fly-Events bis hin zu Big-Air Contests. Die Wahl des Schwierigkeitsgrads bestimmt die Größenordnung der Belohnung und mit mehr Mitteln lassen sich schnell viel bessere Ausrüstungsgegenstände ergattern. Das Preisgeld wird in Klamotten und bessere Boards investiert.

Leider lässt sich die Freude nicht teilen, Shaun White Snowboarding verzichtet auf einen Splitscreenmodus. Leichte technische Unzulänglichkeiten wie leichtes Clipping des Boards, etwa beim Hangaufwärtshüpfen, vermögen das gute Gesamtbild nicht zu trüben. Die Tatsache, dass der Boarder teilweise über Schneeflächen fährt, und keine Spur hinterlässt, hinterlässt einen nicht ganz ausgegorenen Eindruck. Jedoch stimmt der Gesamteindruck ansonsten. Neu im Genre: Eine Vielzahl von Kameraperspektiven, aus denen gewählt werden kann – in der Egoperspektive fühlen sich aber nur die ganz harten aus dem Lager der Konsolero-Boarder wohl. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Kamera nicht mit den Drehungen des Boarders mitbewegt, so werden Landungen zur Glückssache. Die Musikuntermalung ist stimmig, die deutsche Synchro ist gelungen.

Fazit

Shaun White Snowboarding weiß zu begeistern, wenngleich es derzeit auch ziemlich konkurrenzlos auf dem Markt ist. Die Steuerung wurde gut gelöst und ist sehr eingängig, erfordert aber ein wenig Einarbeitung. Außerdem schaffen die Entwickler von Ubisoft den Spagat zwischen Realismus und Arcade gut, ein Belohnungssystem für neue Ausrüstung und Boards motiviert zum Weiterspielen und wurde gut balanciert implementiert. Außerdem gefällt der Open World Charakter des Titels – so genießt man die freie Fahrt in den gelungenen Locations und nimmt je nach Lust und Laune an Contests teil – das ist Freiheit, die Boarder lieben. Wenngleich leichte technische Patzer diesem Titel wahrscheinlich einen Platz im Höchstwertungs-Olymp verwehren, der Gesamteindruck ist sehr stimmig. Für Snowboard-Fans, die die Saison auf der Konsole verlängern wollen, definitiv ein heißer, äh cooler Tip.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 12.05.2021 um 03:25 auf https://www.salzburg24.at/archiv/white-open-world-shaun-white-snowboarding-59617537

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