Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Winterchaos in Salzburg

Am Montag hat es in den Gebirgstälern bis auf 800 Meter herab geschneit. Im Pinzgau und im Pongau waren zahlreiche Feuerwehren im Einsatz, um Fahrzeuge zu bergen und herabgefallene Bäume zu entfernen.

Nachdem es am Sonntag noch sonnig und warm war, kühlte es bereits am Samstag mit starken Regenfällen und Sturmböen ab. In der Nacht auf Montag kühlte es dann so stark ab, dass der Winter seine ersten Grüße vorbeischickte.

25 Zentimeter Neuschnee auf Rudolfshütte Bei der 2.300 Meter hoch gelegenen Rudolfshütte in Salzburg wurden um 7.00 Uhr 25 Zentimeter Neuschnee gemessen.

Schnee im gesamten Bundesland Salzburg

20 Zentimeter Neuschnee wurden vom Sonnblick gemeldet, am Felbertauern waren es acht Zentimeter. Aber auch das obere Salzachtal zwischen Krimml und Zell am See oder das Gasteinertal präsentierten sich erstmals in weiß, informierte ZAMG-Meteorologe Michael Butschek.  Im Hochgebirge könnte das bis zu einen Meter Neuschnee bedeuten, so der Wetter-Experte.

Behinderungen auf Salzburgs Straßen

Im Straßenverkehr kam es erwartungsgemäß zu Behinderungen: Die Großglockner Hochalpenstraße musste überhaupt gesperrt werden, der Radstädter Tauern und der Katschberg waren nur mit Schneeketten befahrbar. Umgestürzte Bäume und Schneematsch führten zu Beeinträchtigungen auf der Paß-Thurn-Straße, Winterausrüstung wurde aber auch auf vielen anderen höher gelegenen Straßen empfohlen.

Zahlreiche Feuerwehren mit über 300 Mann im Einsatz

Im Pinzgau waren 13 Feuerwehren bei insgesamt 27 Einsätzen mit 228 Mann im Einsatz- In Lend und Taxenbach waren Bäume in die Oberleitung der ÖBB gestürzt und mussten entfernt werden. In Maishofen, in der Nähe der RK Dienststelle, entstand durch einen Leitungsbruch einer Hochspannungsleitung ein Brand, welcher jedoch rasch gelöscht werden konnte. In Uttendorf mussten von der Feuerwehr auf der Stubachtalstraße an die 50 Bäume entfernt werden.

Im Pongau waren 6 Feuerwehren mit 59 Mann bei 26 Einsätzen beschäftigt. Auch hier mussten mehrere umgestürzte Bäume von den Straßen entfernt werden. In BadHofgastein führten die Schneemassen ebenfalls zu einem Leitungsbruch einer Hochspannungsleitung der ÖBB.

Drei Züge sind bereits hängengeblieben

Voraussichtlich bis ca. 15.00 Uhr werden die rund 80 Bahnreisenden, die am Montagvormittag im Schnellzug von Salzburg nach Klagenfurt unterwegs waren, in den inzwischen nicht mehr so warmen Waggons im Bereich Angertal bei Bad Hofgastein im Salzburger Pongau ausharren müssen. Dann sollte die Tauernbahnstrecke so weit von umgestürzten Bäumen geräumt sein, dass eine Diesellok den Zug nach Bad Hofgastein oder weiter nach Bischofshofen ziehen kann, sagte ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel zur APA.

Der Zug war um ca. 9.30 Uhr unfreiwillig zum Stillstand gekommen, weil Bäume der Schneelast nicht mehr standgehalten hatten, auf die Oberleitung stürzten und diese beschädigten. Mit der Notstromversorgung konnte zumindest ein totales Abkühlen der Waggons verhindert werden, "die volle Leistung ist damit aber nicht möglich", so Zumtobel. Die Stimmung im Zug sei den Umständen entsprechend, "sicher hat da niemand eine Freude".

In der Mittagszeit blieben dann in Salzburg noch zwei weitere Züge mit insgesamt rund 150 Fahrgästen stecken, nachdem auch zwischen Lend und Taxenbach Bäume umgestürzt waren und die Westbahnstrecke unterbrachen. Betroffen waren ein Regionalexpress von Innsbruck nach Salzburg sowie ein Intercity von Wien nach Innsbruck. Auch hier war laut Zumtobel eine Evakuierung der Züge aus Sicherheitsgründen nicht möglich, weil diese genau zwischen der Salzach und einer Stützmauer zu stehen kamen. Auch diese beiden Züge sollten bis ca. 15.00 Uhr wieder weiterfahren können, so der Sprecher.

Ebenfalls unterbrochen war die Bahnstrecke im Enns-Pongau, und zwar im Bereich Eben. Hier musste aber kein Zug unfreiwillig im freien Gelände anhalten.

Die ÖBB haben zwischen Bischofshofen und Spittal/Drau einen Schienenersatzverkehr eingerichtet, im Laufe des Nachmittags wurden auch die Bahnhöfe der Tauernstrecke nach und nach mit Bussen abgefahren. Diese Bahnverbindung konnte laut den Bundesbahnen frühestens in der Nacht wieder befahren werden. Im Einsatz standen alleine im Bundesland Salzburg sieben Motorturmwagen mit rund 40 Mitarbeitern.

Lawinenbericht: Gefahrenstufe 2

Erstmals seit dem Sommer wurde auch ein Lawinenwarnbericht erstellt, der für das gesamte Bundesland die Gefahrenstufe 2 (mäßige Gefahr) aufweist. Man wolle damit auf die Gefährdung hinweisen, die es zu dieser Jahreszeit üblicherweise noch nicht gebe, sagte Butschek. (S24/APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.10.2019 um 12:09 auf https://www.salzburg24.at/archiv/winterchaos-in-salzburg-59268754

Kommentare

Mehr zum Thema