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WKS: Wirtschaft in Salzburg erholt sich

Salzburg – Nachdem die Konjunkturkurve im 1. Halbjahr 2009 auch in Salzburg deutlich nach unten gezeigt hat, mehren sich im 3. Quartal die Anzeichen, dass die Talsohle durchschritten worden ist und ein langsames Ansteigen der Wirtschaftsleistung beginnt.

Wie erwartet konnte sich die Salzburger Wirtschaft der internationalen Krise nicht entziehen, die laut Prognosen in Österreich im Jahr 2009 zu einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um rund 3,5 Prozent führen dürfte. Die Stimmungslage hat sich jedoch mittlerweile spürbar gebessert und die Erwartungshaltung für die kommenden Monate ist positiver geworden. Das zeigen auch die neuesten Ergebnisse der Konjunkturumfrage der WK Salzburg, die von WKS-Präsident KommR Julius Schmalz und dem Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der WKS, Dkfm. Bernd Gaubinger, bei einem Pressegespräch präsentiert wurden.

 

Konjunkturklima erholt sich

Die bereits zum sechsten Mal halbjährlich durchgeführte Konjunkturumfrage umfasst Unternehmen aus allen Bereichen der Salzburger Wirtschaft. Die repräsentativen Ergebnisse, die auf den Antworten von 287 Betrieben mit rund 22.000 Beschäftigten basieren, machen das sich langsam erholende Konjunkturklima deutlich.

Die Erhebung zeigt eine geschwächte wirtschaftliche Gesamtsituation, die sich aber im Vergleich zur Mai-Umfrage wieder tendenziell leicht verbessert hat, sowohl was die Geschäftslage, die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten als auch die Ertragslage und den Auftragsbestand betrifft. Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass die allgemeine Aufwärtsbewegung nur langsam vorangeht.

 

Zu früh für generelle Entwarnung

„Es mehren sich die Anzeichen, dass sich die Lage in einigen Sparten, etwa in der Industrie oder im produzierenden Gewerbe, langsam wieder stabilisiert. Für eine generelle Entwarnung wäre es aber noch zu früh. Vor allem die exportorientierten Unternehmen und im Besonderen die krisengeschüttelte Transportwirtschaft haben noch länger zu kämpfen“, stellte WKS-Präsident KommR Julius Schmalz fest.

„Die Salzburger Wirtschaft ist aber aufgrund der Branchenvielfalt und der günstigen Betriebsgrößenstruktur gut aufgestellt und zeigt sich in turbulenten Zeiten widerstandsfähig. Gerade, was die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern betrifft, haben die Unternehmer gezeigt, dass sie lieber gemeinsam härtere Zeiten durchtauchen wollen als sich von langjährigen, gut ausgebildeten Fachkräften zu trennen.“ Außerdem dürfe man bei der Bewertung der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Lage die vorangegangene extreme Hochkonjunkturphase nicht außer Acht lassen.

(statt 38,6 Prozent im Mai 2009). Die schlechten Erwartungen haben sich auf 20,2 Prozent (von 38,6 Prozent im Mai) verringert.

Bei der Frage nach der zu erwartenden Gesamttendenz hellt sich das Bild ebenso weiter auf: 63,4 Prozent der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus (Mai 54 Prozent), während 10,9 Prozent (Mai: 11 Prozent) eine Verbesserung und nur noch 25,7 Prozent (Mai: 35 Prozent) eine tendenzielle Verschlechterung der Geschäftsentwicklung erwarten.

 

Gewerbe und Handwerk am zufriedensten

„Sektoral gegliedert zeigt sich die leicht zufriedenere Tendenz im Wesentlichen in allen Sparten, nur die Transportwirtschaft leidet noch deutlich unter den Auswirkungen verringerter Nachfrage“, stellte Dkfm. Gaubinger fest. „Auffallend ist, dass das Gewerbe und Handwerk zurzeit die zufriedenste Branche ist. Die derzeitige Geschäftslage wird vom produzierenden Gewerbe (43,4 Prozent) als gut bezeichnet, eine gute Ertragslage verzeichnen 31,9 Prozent, allerdings mit einer besonders vorsichtigen Einschätzung für die weitere Zukunft.“

Im Handel beurteilen 38,1 Prozent die aktuelle Geschäftslage als gut und 27,5 Prozent sehen eine gute Geschäftsentwicklung auch über die nächsten sechs Monate hinaus. Mit 23,1 Prozent melden fast doppelt so viele Industriebetriebe wie im Mai (12,5 Prozent) eine gute Geschäftslage. Allerdings sind 29,4 Prozent der Anlagenkapazitäten nur schlecht ausgelastet.

Die Dienstleistungsbranchen der Sparte Information und Consulting gehen derzeit von einer überwiegend zufriedenstellenden Ertragslage (56,5 Prozent) aus. Auch längerfristig wird mehrheitlich eine gleichbleibende bzw. normale Ertragsentwicklung erwartet (47,8 Prozent).

Im Tourismus sind die Erwartungen für die weitere Wintersaison trotz der immer kurzfristigeren und wetterabhängigen Buchungen befriedigend: sie reichen von einer derzeit zufriedenstellenden (53,3 Prozent) bzw. guten Geschäftslage (33,3 Prozent) bis zu einer bei 50 Prozent der Betriebe saisonüblichen Entwicklung in den nächsten sechs Monaten.

 

Auftragsstand leicht im Aufwind

Die aktuelle Auftragssituation der Salzburger Wirtschaft ist weitgehend stabil. Der derzeitige Auftragsbestand wird von 38,8 Prozent der Betriebe als gut bezeichnet (Mai: 29,8 Prozent) und von 20,6 Prozent als schlecht bzw. zu gering (Mai: 30,9 Prozent), weiterhin haben 40,6 Prozent derzeit einen befriedigenden bzw. normalen Auftragsbestand. Dieser hat sich seit November 2008 (40,9 Prozent) und Mai 2009 (39,3 Prozent) kaum verändert. Die Auftragseingänge sind bei 59,8 Prozent der Unternehmen weiterhin gleichbleibend (Mai: 57,8 Prozent) und 14,5 Prozent geben steigende Eingänge an (Mai: 11,6 Prozent). Die Zahl der rückläufigen Auftragseingänge ist erneut von 30,6 Prozent (Mai 2009) auf 25,7 Prozent gesunken.

Dieser Optimismus zeigt sich auch bei den Auftragserwartungen in den kommenden sechs Monaten, die bereits von 75,1 Prozent positiv gesehen werden (Mai: 65,5 Prozent). Dabei ist der Anteil der positiven Erwartungen nun auf 26,3 Prozent (Mai: 22,2 Prozent) gestiegen.

Bei den Anlagenkapazitäten besteht nun bei 56,6 Prozent aller Betriebe eine befriedigende Auslastung (Mai: 52,1 Prozent) - ein Wert, der seit Beginn der Erhebung im Mai 2006 (35 Prozent) deutlich gestiegen ist. Ein Fünftel der Betriebe (21,7 Prozent) weist eine optimale Auslastung auf (Mai: 17,9 Prozent) und 5,7 Prozent melden Vollauslastung bzw. fehlende Kapazitäten (Mai: 7,1 Prozent). Der Anteil jener Betriebe, die schlecht ausgelastet sind, ist mit 16,0 Prozent wieder leicht gesunken (Mai: 22,9 Prozent).

 

Personalpolitik mit Verantwortung

Mit Ende November waren rund 14.900 Personen im Bundesland Salzburg arbeitslos gemeldet. Wichtig für die Beurteilung der Arbeitsmarktlage sind daher der aktuelle Personalstand und dessen Entwicklung in den Betrieben. So haben 70 Prozent ihren Personalbedarf derzeit ausreichend gedeckt (Mai: 59,4 Prozent), rund ein Fünftel (19,9 Prozent) gibt an, eher zu viel Personal zu haben (Mai: 34 Prozent). Immerhin besteht wieder bei 10,1 Prozent der Unternehmen zusätzlicher Personalbedarf (Mai: 6,6 Prozent).

In den nächsten sechs Monaten wollen unverändert 12 Prozent der Betriebe ihren Personalstand erhöhen (Mai: 12,2 Prozent), 59,4 Prozent wollen hingegen den derzeitigen Stand halten (Mai: 56,7 Prozent). Auch wenn sich die Zahl der Unternehmen, die einen sinkenden Personalstand erwarten (28,6 Prozent), erneut leicht verringert hat (Mai: 31,1 Prozent), wird deutlich, dass die Arbeitsmarktlage weiterhin angespannt bleibt.

Die innerbetriebliche Lohnentwicklung ist entsprechend der aktuellen Konjunkturlage unverändert: So wollen 81,9 Prozent der Unternehmer die Löhne und Gehälter auf gleichem Niveau belassen (Mai: 81,5 Prozent) und 14,6 Prozent werden in den nächsten sechs Monaten über kollektivvertragliche Änderungen hinaus steigende Löhne und Gehälter in Kauf nehmen (Mai: 14,0 Prozent).

Was die Entwicklung für Waren- und Rohstoffeinkäufe betrifft, wird davon ausgegangen, dass die Preise dafür in den kommenden sechs Monaten überwiegend gleich bleiben (57,9 Prozent) bzw. wieder ansteigen (36,4 Prozent). Nur noch 5,7 Prozent gehen von sinkenden Kosten für den Wareneinsatz aus. Dementsprechend werden sich auch die Verkaufspreise im nächsten Halbjahr kaum verändern: 60,2 Prozent werden die Preise gleich halten, aber 18 Prozent ziehen Preiserhöhungen in Erwägung. 

 

Quelle: WKS

(Quelle: S24)

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