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WM-Silber für Gruber in Nordischer Kombination

Bernhard Gruber im Freudentaumel. EPA
Bernhard Gruber im Freudentaumel.

Der Salzburger Bernhard Gruber hat die fünfte Medaille für Österreich bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme geholt.

Der 30-Jährige klassierte sich im Einzelbewerb der Nordischen Kombination von der Großschanze als Zweiter, 36,7 Sekunden hinter dem deutschen Solosieger Eric Frenzel und knapp vor Titelverteidiger und Normalschanzen-Weltmeister Jason Lamy Chappuis (FRA/37,2).

Gruber setzt sich durch

Der 30-jährige Gasteiner setzte sich als Sechster nach dem Springen überraschend am letzten Anstieg der 10-km-Loipe durch. Willi Denifl wurde Sechster. Von der Normalschanze hatte Mario Stecher ebenfalls Silber erobert. Der ÖSV hält bei den 49. Titelkämpfen nun bei viermal Silber und einmal Bronze.

Bernhard Gruber kombiniert nahezu perfekt. Der Salzburger versteht es blendend, die so gegensätzlichen Sparten Skispringen und Skilanglauf unter einen Hut zu bringen - als 30-Jähriger eroberte er am Donnerstag bei den Nordischen-Weltmeisterschaften im Val di Fiemme mit Silber seine zweite Einzel-Medaille, drei Jahre nach Olympia-Bronze, ebenfalls von der Großschanze.

In Vancouver hatte er 2010 vor allem von seiner Sprungstärke profitiert und war als bester Springer Dritter geworden. Mittlerweile hat der Salzburger nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit dem damaligen ÖSV-Cheftrainer Baard Jörgen Elden, einem Norweger, auch im Langlauf enorm aufgeholt.

Anfangs gab es Probleme ("Da hat's mich gestrudelt, das forcierte Lauftraining hat mein Springen belastet"), doch schließlich machte sich die Arbeit bezahlt. 2012 und im heurigen Februar gelangen nach fast vierjähriger Unterbrechung auch wieder zwei Weltcupsiege. Vor allem der Erfolg Anfang Februar bei der Olympia-Generalprobe in Sotschi hat Gruber enorm bestärkt.

Gruber ist Vollblut-Athlet

Der Gasteiner (geboren am 12.8.1982) ist ein Vollblut-Athlet. Im Training muss er sich oft selbst zurücknehmen, um nicht zu übertreiben. "Den Bewegungsdrang etwas zügeln", nennt es Gruber. Wenn es ihm dann auch noch gelingt, seine manchmal etwas chaotische Ader zu kontrollieren, ist er stets ein Kandidat für Spitzenplätze. Ein Hoppala passierte zuletzt beim Weltcup-Auftakt in Lillehammer, wo er als zweitbester Springer zu früh startete und dann als Letzter loslaufen musste.

Von seinen Kollegen wird Gruber "Burner" genannt, wegen einer gewaltigen Nahrungsaufnahme. Die Fettverbrennung funktioniert enorm rasch. Deshalb hat der Athlet des SC Bischofshofen beim Training meist ein "Esspaket" dabei, falls ihn Heißhunger überkommt.

Langlauf-Training mit Thomas Baumann

Gruber gilt als ruhiger Typ. Laut wird es dann, wenn er mit seinen Freunden Musik macht - mit Gitarre oder Schlagzeug. Die Kombinierer-Kollegen Tino Edelmann (GER) und Ronny Heer (SUI) haben mit Gruber als "The Telemarkers" noch unmittelbar vor den Olympischen Spielen 2010 einen eigenen Kombi-Song aufgenommen. "Für den einen Moment", so der Titel, hat Gruber lange gearbeitet.

Das Langlauf-Training hat er auch unter dem neuen Spartencoach Thomas Baumann intensiv betrieben. "Es hat sehr gut funktioniert, die Form kommt immer mehr", sagte er nach seinem Erfolg in Sotschi. "Wir haben es so angelegt, dass ich mich bei der WM im Hoch befinde." Der Plan ging voll auf. (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.06.2019 um 02:48 auf https://www.salzburg24.at/archiv/wm-silber-fuer-gruber-in-nordischer-kombination-42629044

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