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WWF: Der Panda wird 50

Vom Spendensammler zum politischen Akteur: Der World Wide Fund for Nature (WWF) feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Die Vision der Rettung der Natur!

WWF: Für den Historiker Alexis Schwarzenbach zeigt die Geschichte des World Wide Fund for Nature (WWF) faszinierend, wie aus den Ideen einer kleinen Gruppe britischer Naturschützer eine der größten und einflussreichsten Nichtregierungsorganisationen im Umweltschutz werden konnte. Unter dem Titel "WWF - die Biografie" zeichnet der Schweizer die Entwicklung der Organisation nach. Das Buch erscheint zum 50. Jubiläum des WWF, das in diesem Jahr begangen wird.

WWF zur Rettung der Natur

Schwarzenbach beginnt seinen Bericht mit den Anfängen 1961, als ein kleiner Kreis eine Vision von der Rettung der Natur formulierte. Mit der Zerstörung könne es nicht weitergehen, meinten die Gründerväter der WWF. Einflussreiche Gleichgesinnte schafften Millionen heran, die zunächst großzügig an andere verteilt wurden. Zentrale Figuren waren damals Prinz Bernhard der Niederlande und Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. Von der Großzügigkeit profitierte auch die zehn Jahre nach dem WWF gegründete Organisation Greenpeace: Zum Kauf der weltberühmten "Rainbow Warrier" gab der WWF Niederlande einen Zuschuss.

WWF als große Familie

Wie in einer richtigen Familie, ging es nach den Schilderungen von Schwarzenbach auch beim WWF nicht immer nur freundlich zu. Nur schwer ließ sich die Führungsetage beispielsweise davon überzeugen, dass Jagen ein Problem für das Ansehen der Organisation sei. Schließlich hätten die Prinzen Bernhard und Philip sich aber doch entschieden, nicht mehr mit der Waffe, sondern nur noch mit der Kamera auf die Pirsch zu gehen. Es gab auch Spannungen mit anderen Familienmitgliedern. So mochten sich nationale WWF-Organisationen, besonders die in den USA, nicht widerspruchslos der Schweizer Führung unterwerfen.

Auch beim WWF gab es Probleme

Auch in Südafrika gab es Probleme. Schwarzenberg beschreibt eine Aktion Ende der 1980er Jahre, als eine private britische Sicherheitsfirma engagiert wird, um verdeckt zum illegalen Handel mit Nashorn-Horn und Elfenbein zu ermitteln - finanziert nicht aus den WWF-Kassen, sondern von Prinz Bernhard persönlich. Der WWF sollte mit der Aktion nicht in Verbindung gebracht werden. Es kam natürlich doch heraus - und erst 1993 sei der Fall zu den Akten gelegt worden, als der WWF Südafrika offiziell die Verantwortung für die "Operation Lock" übernahm, schreibt Schwarzenbach.

Das Buch enthält eine Fülle von Fakten, Namen und Verweisen, die das Lesen nicht einfach machen. Für seine akribischen Recherchen arbeitete Schwarzenbach sich unter anderem durch die WWF-Akten von Prinz Philip im Buckingham-Palast und sprach mit Prinz Bernhards Tochter Irene. Zur Finanzierung des Buchs habe WWF nicht beigetragen, betont Schwarzenbach.

Panda ist Logo des WWF

Die Pandadame "Chi Chi" stand Modell für das Logo der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF). Das in China gefangene Tier war 1961, als der WWF gegründet wurde, Publikumsliebling im Londoner Zoo und zog mit seinem kuscheligem Fell und den schwarzen Kulleraugen Millionen Menschen an. Gerald Watterson fertigte eine Skizze an, aus der Peter Scott das Logo entwickelte.

Der schwarz-weiße Panda der WWF gilt als eines der bekanntesten Markenzeichen und bringt auch direkt Geld in die Kasse. Unternehmen können Lizenzen kaufen und das Symbol auf die Verpackung ihrer Waren drucken - als Zeichen für Umwelt-Engagement. (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.06.2021 um 02:41 auf https://www.salzburg24.at/archiv/wwf-der-panda-wird-50-59241724

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