Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Zentralmatura-Schulversuche finden doch statt

Heinisch-Hosek hatte Untersuchung angeordnet Salzburg24
Heinisch-Hosek hatte Untersuchung angeordnet

Die heuer am 5. Mai startenden Schulversuche zur Zentralmatura finden wie geplant statt. Die österreichweit einheitlichen Aufgaben werden weiter vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) vorgegeben. Eine Untersuchung des TÜV habe gezeigt, dass beim Bifie kein erhöhtes Sicherheitsrisiko vorliege, so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und TÜV-Experte Harald Montenegro.

Heinisch-Hosek hatte nach dem Auftauchen ungeschützter Ergebnisse von informellen Schülertests auf einem rumänischen Testserver einer Bifie-Partnerfirma einerseits die Teilnahme Österreichs an allen Bildungstests der kommenden Monate gestoppt und andererseits auch die Schulversuche zur Zentralmatura auf den Prüfstand gestellt. Die Freigabe für die Zentralmatura ist nun erfolgt, der TÜV überprüft aber noch bis Ende des Jahres Organisation, Prozesse, Abläufe und Datensicherheit beim Bifie - solange gilt deshalb noch der Teststopp für die Bildungsstandards sowie etwa die PISA-Studie. Die Bildungsstandard-Testungen sollen daher erst 2015 (Deutsch vierte Klasse Volksschule) bzw. 2016 (Deutsch vierte Klasse Hauptschule/Neue MIttelschule/AHS-Unterstufe) stattfinden.

Die Zentralmatura wird verpflichtend zwar erst 2015 an den AHS und 2016 an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) eingeführt. An mehr als 90 Prozent der AHS wird die einheitliche schriftliche Reifeprüfung aber bereits jetzt in einzelnen Fächern (v.a. Englisch) im Schulversuch erprobt. An zwei Pilotschulen wird überdies schon heuer die gesamte neue Reifeprüfung - also alle schriftlichen Fächer, die vorwissenschaftliche Arbeit und die mündlichen Prüfungen - stattfinden. Wäre die TÜV-Prüfung negativ ausgegangen, hätte das Unterrichtsministerium allen Versuchs-Schulen für den schriftlichen Teil Fragen zur Verfügung gestellt. Diese hätten für die Matura verwendet werden können, aber nicht müssen.

Generell gebe es beim Bifie sehr viele Best-Practice-Sicherheitsmaßnahmen, betonte Montenegro. Man habe aber auch gewisse Risiken entdeckt - diese seien allerdings entweder unmittelbar ausgeräumt worden bzw. passiere das gerade.

Mit der bis Jahresende laufenden, rund 200.000 bis 400.000 Euro kostenden umfassenden Prüfung will Heinisch-Hosek das Thema Datenschutz vom Tisch haben. "Einmal Krisenfeuerwehr ist genug, jetzt geht es um Brandschutz." Dabei steht auch die Zukunft der Bifie-Führung auf dem Spiel. "Am Ende dieser Prüfung wird dann auch Zahltag sein", so Heinisch-Hosek. Dann werde entschieden, ob und welche Personen und auch welche Vertragspartner künftig für die Bildungsstudien eingesetzt werden.

Mit Erleichterung haben Grüne, ÖVP und die VP-nahe Schülerunion auf die Entscheidung Heinisch-Hoseks reagiert. Grünen-Bildungssprecher Harald Walser warf der Ministerin allerdings vor, sie habe mit ihrer "Panikmache um die angebliche Datenunsicherheit" viel Schaden angerichtet. Auch die Schülerunion spricht von einem "holprigen Weg" zur neuen Matura: "Es ist fünf vor zwölf, jetzt muss alles klappen." Mit ihrem Beharren auf einen Teststopp stößt Heinisch-Hosek weiter auf Unverständnis - unter anderem auch bei den AHS-Direktoren. Die Absage der Bildungsstandard-Überprüfungen sei "durch nichts zu rechtfertigen" und "unverantwortlich, unserer Meinung nach nicht einmal gesetzeskonform".

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 26.02.2021 um 12:17 auf https://www.salzburg24.at/archiv/zentralmatura-schulversuche-finden-doch-statt-45021547

Kommentare

Mehr zum Thema