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"Zigeuner"-Zwangslager Maxglan

Erinnerungsabend mit Diskussion und Film
FR. 17. Oktober, 20.00, Literaturhaus Salzburg, H.C Artmannplatz, 5020 SalzburgEintritt frei

Im Jahr 2007, als ein Personenkomitee daranging, das Projekt »Stolpersteine« in der Landeshauptstadt Salzburg zu realisieren, begann Gert Kerschbaumer die Biographien der von Maxglan nach Auschwitz-Birkenau deportierten Familien zu ermitteln. Am Schwarzgrabenweg befand sich das »Zigeunerlager« Maxglan/Leopoldskron Moos, in dem annähernd 250 Menschen inhaftiert waren. Anfang April 1943 wurden von hier annähernd 160 Sinti, darunter 17 in Salzburg geborene Kinder, nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Das »Personenkomitee Stolpersteine« hat bislang elf Stolpersteine für die insgesamt 17 deportierten und ermordeten Kinder verlegt, so auch für Agathe Herzenberger, geboren 1941 in Salzburg. Sie war in Auschwitz-Birkenau bloß eine Nummer, die dem kleinen Mädchen eintätowiert wurde: Z-6541. »Z« bedeutete »Zigeuner« und daher Tod durch Gas, Hunger, Seuche oder Experimente des Arztes Dr. Josef Mengele. Die im Juli 1943 ermordete Agathe war das fünfte Kind der Sängerin Therese Herzenberger. Die Mutter und ihre älteren Kinder Willi, Rosa, Rudi und Toni, die als Statisten in Leni Riefenstahls Film »Tiefland« mitgewirkt hatten, sind ebenfalls in Auschwitz umgekommen – entgegen der Behauptung Leni Riefenstahls, ihre Komparsen hätten die Nazi-Zeit überlebt.

Erika Thurner und Gert Kerschbaumer werden über ihre Recherchen diskutieren, den von Hermann Peseckas, Erika Thurner und Norbert Huber gedrehten Film »Die Zeit heilt keine Wunden« zeigen sowie neueste historische Erkenntnisse zum »Zigeunerlager« Maxglan präsentieren.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.08.2019 um 08:23 auf https://www.salzburg24.at/archiv/zigeuner-zwangslager-maxglan-59604889

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