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Zimmerkollege Tritscher von Doping-Betrüger Dürr enttäuscht

Auch Bernhard Tritscher ist von seinem Zimmerkollegen Dürr schwer enttäuscht. APA/ Schlager
Auch Bernhard Tritscher ist von seinem Zimmerkollegen Dürr schwer enttäuscht.

Auch Teamkollege Bernhard Tritscher hat sich am Sonntag nach dem Olympia-Marathon der Langläufer von seinem gedopten Zimmerkollegen Johannes Dürr enttäuscht gezeigt.

"Menschlich ist er voll in Ordnung, deshalb schockiert es mich noch mehr, dass so etwas passiert, gleich neben mir, aber was soll ich machen", erklärte der Salzburger, nachdem er über 50 km Skating auf Rang 24 gelaufen war.

Dürr plötzlich verschwunden

Am Vorabend sei Dürr plötzlich aus der Unterkunft weg gewesen. Teamchef Markus Gandler haben ihn dann in den Nachtstunden über die Sachlage informiert. "Ich war sehr schockiert und sehr enttäuscht vom Joe", sagte Tritscher. Dürr hatte als Mitfavorit für das Rennen gegolten, wurde aber nach einem positiven Dopingtest auf EPO nicht nur von den Olympischen Winterspielen, sondern mittlerweile auch aus dem ÖSV ausgeschlossen.

Auch Tritscher wurde kontrolliert

Auch Tritscher selbst war am Samstagabend noch einmal kontrolliert worden. "Das ist aber eh normal oft vor einem Rennen", erinnerte der Olympia-Siebente im Sprint. "Das war aber gestern um 18.00 Uhr am Abend, also nicht mitten in der Nacht." Seine Rennvorbereitung hätte eher die nächtliche Aufregung um seinen Zimmerkollegen und Freund beeinträchtigt. "Ab diesem Zeitpunkt war ich putzmunter und habe viel nachgedacht."

Dürr und Tritscher trainierten zusammen

"Das mit dem Joe ist natürlich Scheiße", sagte Tritscher. "Für mich ist das völlig überraschend." Der 25-jährige Saalfeldener hatte sich wie der ein Jahr ältere Dürr in Österreich auf den 50er vorbereitet - allerdings nicht wie ursprünglich geplant gemeinsam in Obertilliach. "Am Anfang wollte ich auch dort hin, aber dann habe wir es so gemacht, dass ich daheimbleibe. Ich kann nichts dafür, was andere machen", betonte Tritscher. "Ich habe davon nichts mitbekommen."

"Das ist zum Weinen"

Dürrs positive Probe war bei einer Trainingskontrolle am 16. Februar in Österreich genommen worden. "Ich kann es irgendwie gar nicht glauben", sagte Tritscher über den Betrug seines Kollegen. "Für den ganzen Langlauf ist es Scheiße, wenn so etwas passiert. Das ist zum Weinen." Ihm gegenüber habe Dürr nie eine Andeutung bezüglich Doping gemacht. "Das ist ja das Zähe, das man glaubt, es ist alles ok. Wir trainieren zusammen, jeder bringt seine Leistung und dann passiert so was, das ist für mich unvorstellbar." (APA)

(Quelle: S24)

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