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Zrost: "Bis Ende 2009 rauer Konjunkturwind in Salzburg"

Salzburg – In seiner Rede vor der Vollversammlung erklärte Rudolf Zrost, Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg und Obmann der Sparte Industrie in der WK Salzburg, dass sich die Sparer keine Sorgen machen müssen. Die Salzburger Industrie werde aber die Krise zu spüren bekommen.

Das berichtet die Salzburger Industriellenvereinigung in einer aktuellen Presseaussendung. Eine Rezession, so Zrost, könne nach Meinung der IV-Experten jedoch gerade noch vermieden werden. “Aber zumindest bis Ende 2009 wird uns ein rauer Konjunkturwind entgegen blasen.”

Die möglicherweise deutlichste Auswirkung für Salzburg könnte sich aus dem erschütterten Vertrauen der Banken untereinander ergeben, das durch mangelnde Verfügbarkeit und schlechte Konditionen bei Krediten negative Folgen auf die Industrie haben kann: “Wenn das Vertrauen der Banken untereinander fehlt und sich die Banken gegenseitig kein Geld mehr leihen, dann kann das ganz konkrete Auswirkungen auf die heimische Kreditwirtschaft haben.”

Nicht zuletzt in Folge der Finanzkrise und schwächer werdender Konjunktur sei es nun wichtig, dass es bald eine handlungsfähige Regierung gebe, die Österreichs Position in Europa und der Welt festigt.

Maßnahmen für den Industriestandort Salzburg

Für Salzburg forderte IV-Präsident Zrost mehr Anstrengungen bei Infrastrukturfragen: “Salzburgs Versorgungssicherheit mit elektrischem Strom steht auf dem Spiel. Seit Jahren steht der Bau der ÖBB-Hochleistungsstrecke durch den Flachgau auf dem Abstellgleis statt im Rahmenplan. 2008 ist es wieder nichts mit dem Baubeginn geworden.” Dieser Infrastrukturrückstau sei es auch, der den Präsidenten der Industriellenvereinigung Salzburg an seiner Forderung nach einer besseren Vertretung Salzburger Interessen in Wien festhalten lasse: “So lange Salzburg nicht mit konkreten Projekten geschlossen in Wien auftritt, werden wir in Wien nichts holen. In vielen informellen Gesprächen habe ich immer wieder signalisiert bekommen, dass sehr wohl Geld für Salzburg da wäre - vorausgesetzt Salzburg würde in Wien mit einer Stimme sprechen.”

Erfreut zeigte sich Zrost, dass es gelungen sei, die Bedeutung der Industrie für Salzburg ins rechte Licht zu rücken: “Eine Produktion von 100 Euro in Leitbetrieben bewirkt 180 Euro Produktion in der österreichischen Volkswirtschaft. 100 Euro an Wertschöpfung durch Leitbetriebe in Salzburg bewirken 220 Euro Wertschöpfung in Österreich. Jeder Arbeitsplatz in Leitbetrieben schafft 2,8 Arbeitsplätze in Österreich.” Diese Zahlen würden verdeutlichen, warum es so wichtig sei, die Rahmenbedingungen für die Industrie zu verbessern und laufend anzupassen. Zrost betonte auch, dass die Arbeitsplatzbilanz der Salzburger Industrie Ende 2008 positiv ausfallen werde. 

Salzburger Industrie braucht Raumordnung ohne Grenzen

Weniger positiv äußerte sich Zrost über die Industriegesinnung, wie sie in der Novelle des Raumordnungsgesetzes zum Ausdruck kommt: “Wir brauchen in Salzburg eine vorausschauende Raumordnung, die auch Platz für Erweiterung, Wachstum und Neuansiedlung bietet. Viele Verzögerungen, Diskussionen und Entscheidungen gegen Salzburg könnten vermieden werden, gäbe es eine Raumordnung, die weiter in die Zukunft blickt.”

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 22.06.2021 um 02:53 auf https://www.salzburg24.at/archiv/zrost-bis-ende-2009-rauer-konjunkturwind-in-salzburg-59604901

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