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Zufriedenheits-Bonus von 2007 ist weg

Salzburg – Seit 1997 erhebt die AK in Zusammenarbeit mit Meinungsforschern die Stimmung der Arbeitnehmer. Heuer sank der Arbeitsklima-Index um fünf Punkte. Das ist ein kräftiges Minus.

Die Zufriedenheit hat sich im Gefolge der Erschütterungen am Finanzmarkt um genau den Wert verschlechtert, der zwischen 2006 und 2007 dazu gewonnen wurde. „Die Krise des Finanzsystems schlägt sich merklich auf die Stimmung der Arbeitnehmer nieder. Aber sie ist noch keine Krise der realen Wirtschaft”, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. Denn die Salzburger hoffen noch: Bei ihren persönlichen Arbeitsmarkt- und Weiterbildungschancen sind sie weiterhin zuversichtlich. „Dieser Optimismus gehört unterstützt und gestärkt”, so der AK-Präsident weiter.

Die Folgen der Krise am Finanzmarkt sorgen für schlechte Laune bei den Salzburger Arbeitnehmern. Die sehr guten Zuwächse der Zufriedenheit beim Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Salzburg aus dem Jahr 2007 sind durch diese Krisenstimmung zunichte gemacht worden. Der Index für das Bundesland sank von 120 auf 115 Punkte. Damit liegt er zwar immer noch deutlich über dem Österreich-Schnitt von 110 Indexpunkten, aber die Zufriedenheit ist in allen Branchen gesunken. Dabei hat es Industrie und Gewerbe etwas stärker erwischt. Stellenabbau und Kurzarbeit reduzieren dort die Erwartungen an die Zukunft. Auch die Beschäftigten in den Bereichen Verkehr, Transport, Nachrichtenwesen und Fremdenverkehr bewerten ihr auf die Tätigkeit bezogenes Wohlbefinden unterdurchschnittlich. Im Unterrichtswesen wird das Arbeitsklima deutlich überdurchschnittlich (127 Indexpunkte) bewertet.

Auch die Teuerung macht den Salzburger Arbeitnehmern zu schaffen. Obwohl die Gehälter im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, hat die Zufriedenheit mit den Einkommen abgenommen. „Die Gewerkschaften haben gut verhandelt. Aber gegen gleich mehrere negative Faktoren, zum Beispiel Teuerung und nach wie vor hohe Steuerbelastung, wirkt auch eine gute Lohnentwicklung unscheinbarer, als sie eigentlich ist”, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. Hinzu kommt, dass 2008 weniger Überstunden geleistet wurden. Das ist an und für sich sehr positiv, kann sich aber ebenfalls auf das Einkommen auswirken. Die Zufriedenheit mit diesem erreicht mit einem Mittelwert von 2,48 nach Schulnotensystem einen relativ schlechten Wert. 16 Prozent sind mit ihrem Lohn sehr zufrieden. Zwischen 2007 und 2008 sank der Anteil der Zufriedenen von 74 auf 58 Prozent. 17 Prozent sind nicht oder überhaupt nicht zufrieden (2007: 9 Prozent). Auch mit ihrer sozialen Position als Arbeitnehmer in der Gesamtbevölkerung sind mehr Salzburger unglücklich. Die „Durchschnittsnote” in dieser Kategorie beträgt 2,21 – ebenfalls ein im Vergleich mit früheren Erhebungen niedriger Wert. „Es wurden unglaubliche Summen garantiert, um den Optimismus und das Vertrauen der Banken untereinander zu stärken – eine richtige und wichtige Maßnahme. Gerade deshalb darf jetzt aber nicht auf die Arbeitnehmer vergessen werden”, sagt AK-Präsident Siegfried Pichler. „Sie erwirtschaften unseren Wohlstand und bürgen für die wirtschaftlichen Fehler anderer. Darum braucht es mehr denn je ein Zeichen, dass ihre Leistung geschätzt und gebraucht wird. Sonst erwächst aus der im Moment lediglich bangen Stimmung eine tatsächliche Krise. Es ist also einerseits Zuversicht angesagt. Andererseits müssen die Arbeitnehmer unbedingt entlastet werden und brauchen endlich eine echte Steuerreform”, so Pichler weiter.

(Quelle: S24)

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