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Zweifel über Chemiewaffen-Einsatz in Syrien

Mindestens 15 Menschen wurden dabei getötet Salzburg24
Mindestens 15 Menschen wurden dabei getötet

Das syrische Regime und die Rebellen haben die internationale Gemeinschaft am Mittwoch aufgefordert, der Verwendung von Chemiewaffen in dem Bürgerkriegsland entgegenzutreten. Inzwischen mehrten sich Zweifel an den gegenseitigen Vorwürfen der Konfliktparteien, am Vortag in der syrischen Provinz Aleppo einen Angriff mit chemischem Kriegsgerät durchgeführt zu haben.

Das syrische Außenministerium forderte in einem Brief an den UNO-Generalsekretär und den Sicherheitsrat dazu auf, die Rebellen am Erlangen von Massenvernichtungswaffen zu hindern. Auch wiederholte das Regime seine Vorwürfe an die Türkei und den Golfstaat Katar, die Rebellen zu unterstützen. Die islamistische Al-Nusra-Front habe eine Fabrik im Osten Aleppos eingenommen, in der Tonnen an Chlor-Gas gelagert worden sei. Zudem hätten Rebellen damit gedroht, in der Türkei hergestelltes Giftgas einzusetzen, berichteten staatliche Medien.

Die oppositionelle Nationale Koalition forderte eine internationale Untersuchung des Vorfalls im nordsyrischen Ort Khan al-Assal, bei dem laut übereinstimmenden Angaben 25 Menschen beim Einschlag einer Rakete getötet wurden. In einer Erklärung hieß es, es gebe "vermehrt Anzeichen", dass das Regime Chemiewaffen eingesetzt habe.

Allerdings gab es am Mittwoch auch Stimmen, die den Einsatz chemischer Waffen in Zweifel zogen. So könnten die aus der syrischen Stadt Aleppo gemeldeten Toten nach einem Bericht des Senders Al-Jazeera auch auf einen Angriff mit Pestiziden zurückzuführen sein. "Einige Opfer sprachen von einem stechenden Geruch. Chemiewaffen sind normalerweise geruchlos", sagte der Mediziner Siad Haddad dem Sender.

Von Regimegegnern hieß es hingegen, das Regime habe aus ungeklärten Gründen bereits vor einer Woche seine Anhänger und Kämpfer aus Khan al-Assal abgezogen, berichtete das Nachrichtenportal "All4Syria". Die US-Regierung habe das Regime von Präsident Assad zuvor noch gewarnt, einen Chemiewaffen-Angriff der Rebellen vorzutäuschen, um einen Vorwand für den Einsatz von Chemiewaffen durch die Armee zu konstruieren.

Aufgerufen am 24.04.2019 um 02:30 auf https://www.salzburg24.at/archiv/zweifel-ueber-chemiewaffen-einsatz-in-syrien-42714964

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