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Zweites "Delirium" in Salzburg: Gustav Kuhn-Marathon zu Weihnachten

“Ja, es ist reine Sentimentalität. Aber ich bin in Salzburg aufgewachsen, habe hier bei Karajan gelernt und den Bruno Maderna-Preis umgehängt bekommen. Ich liebe diese Stadt, hier feiere ich Weihnachten.”

So antwortete Gustav Kuhn auf die APA-Frage, warum er sich erneut in das finanzielle Wagnis stürzt, vom 18. bis 21. Dezember den Großen Saal des Salzburger Mozarteums mietet, sein Haydn Orchester aus Bozen holt und das zweite Salzburger “Delirium” ausruft.

Im ersten “Delirium” 2007 hat Kuhn sämtliche neun Beethoven-Symphonien an fünf Konzertabenden präsentiert. Heuer sind vier Konzerte angesetzt und zwar mit allen vier Brahms-Symphonien und dazu noch Beethovens “Missa Solemnis” und zum vorweihnachtlichen Abschluss die Neunte Symphonie.

“Wenn wir auch heuer wieder rund 65 Prozent der Karten zu unseren Preisen zwischen 15 und 125 Euro verkaufen, dann schaffen wir die Finanzierung mit Hilfe unseres neuen Sponsors”, so Delirium-Organisatorin Stefanie Schurich vom Platten-Label Col Legno, die parallel zu den Konzerten das sowohl klassische als auch experimentell-jazzige Programm des Labels bewirbt. Immerhin wird die kürzlich bei den Bregenzer Festspielen so erfolgreiche Col Legno-Gruppe “Franui” Kuhns Brahms-Marathon mit ihren zeitgeistigen Klassik-Bearbeitungen zusätzlich um eine avantgardistische Runde erweitern.

“Brahms muss im Mozarteum stattfinden – und zwar aus klanglichen Gründen”, beteuert Kuhn. “Wenn man Brahms etwa im Großen Festspielhaus mit sieben oder acht Bässen und bis zu 16 ersten Geigen spielt, dann müssen die Holzbläser verdoppelt werden. Damit gerät aber das organische Klanggefüge der Partitur im Orchester durcheinander. Im Mozarteum spielen wir mit fünf Bässen und höchstens zwölf ersten und zehn zweiten Geigen, sowie acht Bratschen und sechs Celli. Und natürlich einfachem Holz. Wenn man dann das Blech entsprechend zügelt, dann passt das perfekt für ein Klangbild wie es Brahms selbst vorgeschwebt sein dürfte.”

Das Salzburger “Delirium” von Gustav Kuhn und dem Haydn Orchester Bozen soll auch in den kommenden Jahren fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Konzertkalenders sein. Unabhängig davon wird Gustav Kuhn, der Intendant der Tiroler Festspiele, das Festival in Erl deutlich erweitern. So soll es die Erler Sommerfestspiele auch weiterhin mit großer Oper etwa von Wagner geben. Dazu kommen ab 2013 die Erler Winterfestspiele im neuen Festspielhaus, in denen “klanglich Leichteres” wie etwa Bach, Mozart oder Haydn geboten werden sollen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.06.2019 um 01:42 auf https://www.salzburg24.at/archiv/zweites-delirium-in-salzburg-gustav-kuhn-marathon-zu-weihnachten-59599759

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