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Zwiespältige aufgenommene "Frau ohne Schatten"

Die erste Opern-Neuproduktion der Salzburger Festspiele 2011 ist kein durchschlagender Erfolg. Das Premieren-Publikum nahm "Frau ohne Schatten" von Richard Strauss mit zwiespältigen Gefühlen, ja, alles in allem eher lau zur Kenntnis. Großer und einhelligen Applaus gab es für die Wiener Philharmoniker und Dirigent Christian Thielemann sowie für einen Teil des Sängerensembles, allen voran Evelyn Herlitzius als "Weib des Färbers". Bei der Regie von Christof Loy hielten sich Zustimmung und Ablehnung aber die Waage.

Loy hat das Zauber-Märchen von Hugo von Hofmannsthal vom Zauber-Märchen "befreit" und stattdessen eine zusätzliche Handlungsebene eingeführt, nämlich eine Platten-Aufnahme der Oper in einem Konzertsaal. Diese psychologisch durchaus nachvollziehbare Überlegung erschloss sich auf der Bühne aber nicht - Loys Inszenierung wirkte allem Bühnenaufwand zum Trotz seltsam leer, förmlich konzertant.

Volle Punkte hingegen für Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker. Zwar wurde die Ankündigung Thielemanns, die Sänger nicht zuzudecken, sondern zu tragen, nicht immer konsequent durchgehalten. Aber der Klang des Orchesters, die Wucht im Forte, die Noblesse und die Innigkeit in den zarten Stellen sowie die Durchhörbarkeit der gesamten Partitur war eine Klasse für sich. Viel besser ist Strauss musikalisch kaum realisierbar. Dennoch - "Die Frau ohne Schatten" ohne wirklich gelungene Regie kann nur partiell als gelungen bezeichnet werden, und die Euphorie der Zuschauer hielt sich spürbar in Grenzen. (APA)

(Quelle: S24)

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