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Ist dein Beruf vor Robotern sicher?

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Die steigende Automatisierung bringt für Unternehmen und Arbeitnehmer Chancen und Risiken. Welche Jobs sind von den Veränderungen besonders betroffen und wie kann man sich auf die Digitalisierung vorbereiten?

Welche Jobs sind denn heute überhaupt noch zukunftssicher? Keine Panik! Es ist noch nicht an der Zeit uns als Arbeitssklaven den Maschinen zu unterwerfen. Statt den Job zu kündigen und sich vor der feindlichen Übernahme in Sicherheit zu begeben, macht es Sinn, sich auf die Automatisierung vorzubereiten und sich am Arbeitsmarkt richtig zu positionieren. Denn in vielen Branchen sind noch immer die Fähigkeiten, Ideen und das Fingerspitzengefühl der Menschen gefragt.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert, das in Österreich bis 2025 im Zuge der Digitalisierung rund 490.000 Arbeitsplätze verschwinden werden. Gleichzeitig werden Stellen geschaffen, sodass, laut der Prognosen, nur 60.000 Jobs verloren gehen.

Automatisierung, Digitalisierung und neuen Technologien beeinflussen seit jeher den Arbeitsmarkt. Der Wandel bringt Veränderungen mit sich - vom Beschäftigungsrückgang, bis hin zu neuen Tätigkeitsfeldern und gefragten Kompetenzen, die nur Mensch und/oder Maschine bereitstellen können. Es sind vor allem Fähigkeiten wie das Vorstellungsvermögen, Geschicklichkeit, Originalität, Kreativität und soziale Intelligenz wie Verhandlungsgeschick, Überzeugungskraft und Empathie, die Menschen noch immer stark von Maschinen unterscheiden. Ob Künstliche Intelligenz eines Tages in der Lage sein wird, diese Kompetenzen zu erlernen, kann nicht hundertprozentig beantwortet werden.

Wenn von neuen Technologien die Rede ist, dann wird die Diskussion schnell Schwarz oder Weiß. Doch es gibt laut Expertenmeinung in Österreich nicht nur Branchen und Berufe, die durch die kommenden Veränderungen mit einem starken Beschäftigungsrückgang, oder sogar einem Verschwinden, zu rechnen haben.

Es gibt Sparten, in welchen die Nachfrage nach den besonderen Fähigkeiten der Menschen, besonders rasant ansteigen wird.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Salzburg?

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsförderung (WIFO) veröffentlichte 2017 eine Studie über die Arbeitsmarktchancen in Österreich. Demnach werden bis ins Jahr 2023 in Salzburg rund 21.300 Arbeitsplätze entstehen. Basierend auf den Berechnungen der WIFO, wäre dies ein Plus von 1,2 Prozent. Laut der Studie wird der Anstieg an Beschäftigungen besonders in den folgenden Branchen bemerkbar sein:

  • Gesundheits- und Sozialwesen
  • Beherbergung und Gastronomie
  • Erziehung und Unterricht

Ein Blick auf die Berufsgruppen macht deutlich, dass sich der Anstieg an Beschäftigungen, bei Männer und Frauen verschieden entwickeln wird. In folgenden Berufsgruppen wird es bis 2023 vor allem für Frauen mehr Arbeitsplätze geben:

  • Gesundheitsfachkräfte
  • Verkaufskräfte
  • Sonstige wissenschaftliche und ähnliche Berufe

Folgende Berufsgruppen in Salzburg, werden bis 2023 besonders stark nach männliche Arbeitskräften verlangen:

  • Sonstige wissenschaftliche und ähnliche Berufe
  • Technische Fachkräfte
  • Technische, naturwissenschaftliche, medizinische Berufe (akad.)

Im gleichen Atemzug sollten jedoch auch jene Berufssparten erwähnt werden, die bis 2023 mit einem Beschäftigungsrückgang zu rechnen haben:

  • Textil und Kleidung
  • Nachrichtenübermittlung
  • Papier, Pappe, Druckerzeugnisse
  • Öffentliche Verwaltung
  • Finanz- Kredit- und Versicherungswesen 

Akzeptanz von neuen Technologien

2018 wurde vom Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation eine Studie rund um die Akzeptanz neuer Technologien untersucht. Die repräsentative Studie legte den Fokus auf neun Länder in Europa, Asien und den USA.

Im internationalen Vergleich sind es vor allem China, Schweden und die USA, die neue Technologien offener gegenüberstehen und ihr Land als sehr fortschrittlich, mit Hinblick auf die Digitalisierung, bewerten. Beim Nachbarn Deutschland, ist vor allem die Sorge durch den steigenden Grad der Digitalisierung den Job zu verlieren, besonders groß. Rund 65% der Befragten aus Deutschland befürchten, dass Zukunftstechnologien zum Verlust von Arbeitsplätze führen werden.

Das lebenslanges Lernen immer mehr in den Mittelpunkt rückt und in der Berufswelt schon jetzt von großer Bedeutung ist, sind sich alle befragten Länder einig. In Europa geben im Durchschnitt 50% der Befragten an, dass sie ihre digitalen Fähigkeiten erweitern müssen, damit sie in Zukunft gute Jobchancen haben. Im Gegensatz zum asiatischen Raum, in welchem knapp ¼ der Befragten bereit ist, sich auch in der Freizeit mehr als 5 Stunden/Woche im digitalen Bereich weiterzubilden, sind es bei unserem Nachbarn Deutschland nur 6%.

Unternehmen in Indien und China unterstützen die Weiterbildung der Mitarbeiter, indem diese Fortbildungen und Trainings während der Arbeitszeit fördern. Hier ist vor allem im europäischen Raum Nachholbedarf ersichtlich. Die Befragten geben an, dass die Arbeitgeber keine Zeit zur Verfügung stellen, um sich weiterzubilden.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass es zwischen dem Informationsstand zum Thema Innovation durch Möglichkeiten der Weiterbildung sowie der Akzeptanz durch den Arbeitgeber und der Offenheit für neue Technologien, eine starke Verbindung gibt.

Vorbereitung auf die steigende Automatisierung

Die Digitalisierung schafft Chancen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer mitgestalten können. Für Unternehmen wird es in Zukunft wichtig sein, die Mitarbeiter auf kommende technische Veränderungen vorzubereiten und das Zusammenspiel von Maschinen und Menschen durch Weiterbildungen und Trainings zu fördern.

Doch es liegt auch am Arbeitnehmer selbst, sich in der Freizeit Kompetenzen anzueignen, die im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung am Arbeitsmarkt gefragt sind. Interessensvertreter wie die Arbeiterkammer helfen Arbeitnehmern dabei sich privat und beruflich auf die Zukunft vorzubereiten und stehen auch bei Fragen rund um eine Neuorientierung zur Verfügung.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 21.07.2019 um 11:23 auf https://www.salzburg24.at/leben/arbeitsmarkt-salzburg-ist-dein-beruf-vor-robotern-sicher-69946495

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