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Beruflicher Neustart

Es muss nicht gleich die Kündigung sein

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Neubeginn im Unternehmen oder Kündigung?

Wer im Job unzufrieden ist, hat, auch wenn es im ersten Moment nicht so scheint, mehrere Optionen abseits der endgültigen Kündigung. Es macht also Sinn, die Möglichkeiten im Unternehmen abzuwiegen und über Weiterbildungsmöglichkeiten sowie einen internen Wechsel nachzudenken.

Wenn sich am Sonntag der Magen hebt wie bei einer Achterbahnfahrt, wenn sich die Laune bessert, sobald hinter einem die Bürotür ins Schloss fällt und wenn am Wochenende bewusst zu viel gekocht wird, damit unter der Woche die Firmenkantine getrost gemieden werden kann - und man sich alleine mit dem Linseneintopf hinter dem PC verschanzt - dann, ja dann ist der Zeitpunkt gekommen sich mit der unbefriedigenden beruflichen Situation auseinanderzusetzen. Doch welche Optionen gibt es, außer sich auf Jobportalen herumzutreiben und nach passenden Ausschreibungen zu suchen? Kann ein neuer Job in der gleichen Branche wirklich die erhoffte Erfüllung bringen oder kann ein interner Wechsel oder eine Weiterbildung schon ein Anstoß für einen beruflichen Neustart sein? Bevor überstürzte Entscheidungen getroffen werden ist es ratsam, die aktuelle Situation näher unter die Lupe zu nehmen und danach einen passenden Karriereweg sowie Ausweg festzulegen.

Selbstreflexion: Wer oder was ist mein persönlicher Motivationskiller?

Heißt Unzufriedenheit im Job gleich, dass man sich nach einem neuen Job umsehen und das Kündigungsschreiben aufsetzen sollte?

Nein. Wenn man sich häufig matt fühlt, die Produktivität nachlässt und die ‚Ist mir egal‘ - Attitüde den Arbeitsalltag bestimmt, dann ist es dringend an der Zeit den Auslöser ausfindig zu machen. Dafür sind vor allem Zeit und Ehrlichkeit notwendig. Eine Umfrage aus dem Jahr 2019 hat ergeben, dass für ÖsterreicherInnen vor allem ein positives Arbeitsklima am Arbeitsplatz wichtig ist, um sich im Job wohl zu fühlen. Was ist den ArbeitnehmerInnen in Österreich noch wichtig?

  • Zusammenhalt im Team 68,9%
  • Work-Life-Balance 64.5%
  • Spaß / Interesse an der Tätigkeit 63,7%
  • Krisensicherer Arbeitsplatz 60,6%
  • Kompetente Führung 59,4%
  • Sinnvolle Tätigkeit 57,7%

Vor allem aus dem Privatleben kennen viele das „Was ist los? - Es ist nichts! - Ich merke doch, dass etwas nicht stimmt! - Nein, es passt eh alles!“  - Unendlichkeitsspiel. Im Berufsleben sieht es etwas anders aus – kein Arbeitnehmer kann erwarten, dass der Chef und die Kollegen ein Krisentreffen vereinbaren und nach Lösungen für die eigene Unzufriedenheit suchen. Hier ist jeder Mitarbeiter selbst gefragt – es heißt die Beine in die Hand zu nehmen, die aktuelle Situation reflektiert beleuchten und handeln.

Wo will ich eigentlich hin? Welche Bedürfnisse werden am jetzigen Arbeitsplatz nicht befriedigt? Was ist mir, jedoch nicht meinem Team bzw. Arbeitgeber wichtig? Brauche ich mehr Flexibilität, mehr Herausforderungen oder passt es einfach im Team nicht? - In der Phase der Selbstreflexion tauchen genau diese Fragen auf. Stellen Sie sich und Ihre eigene Situation in den Fokus und beleuchten Sie Ihre Bedürfnisse. Gibt es Aspekte die Ihnen besonders wichtig sind, die in Ihrem derzeitigen Beruf, Ihrem Team und/oder im Unternehmen nicht befriedigend erfüllt werden? Was fehlt Ihnen? Was müssten Sie ändern um genau so zu leben und zu arbeiten, wie Sie es wollen?

5 Wege aus der Unzufriedenheit: Selbst handeln statt dahinvegetieren

Wie bereits angesprochen können die Ursachen für einen rapiden Leistungsabfall und Motivationsprobleme vielschichtig sein. Mobbing und Monotonie können sich genauso auf die Einstellung zur Arbeit und zum Unternehmen auswirken, wie eine ungerechte Bezahlung, schlechte Kommunikation im Team sowie eine schlechte Work-Life-Balance. Bevor der Arbeitnehmer dem Vorgesetzten die Kündigung auf den Tisch knallt oder das Gefühl der ‚inneren Kündigung‘ weiter mit sich herum trägt,  macht es in vielen Fällen Sinn, vorab ein paar Optionen in Erwägung zu ziehen:

  1. Mitarbeitergespräch
  2. Interne Möglichkeiten abwiegen
  3. Weiterbildung
  4. Bildungskarenz
  5. Jobsuche

Mitarbeitergespräch

Wer innerlich bereits gekündigt hat beziehungsweise beruflich unzufrieden ist, sollte nach der Phase des Nachdenkens und Eruierens woher die Unzufriedenheit kommt und welche Lösungen es dafür gibt, ein Gespräch mit dem Chef vereinbaren. Hier kann man zwar nicht erwarten, dass dieser gleich eine Vielzahl an erfolgsversprechenden Alternativen parat hat, doch ein Gespräch kann ein Anstoß für Veränderungen sein. Hier gilt es offen miteinander zu kommunizieren und etwaige Änderungswünsche, Ideen und Vorstellungen zu besprechen.

Eine ‚innere Kündigung‘ bleibt in den meisten Fällen weder den Kollegen noch dem Chef verborgen – daher lohnt es sich zeitnah ein Gespräch zu suchen, damit Veränderungen an der eigenen Leistung und Arbeitsmotivation erklärt und zügig Gegenmaßnahmen umgesetzt werden können.

Interne Möglichkeiten

Rührt die Demotivation nicht vom Unternehmen oder der Stimmung in der Abteilung selbst, sondern eher am Mangel an Herausforderungen oder der täglichen Monotonie, dann könnte eine Entwicklung beim aktuellen Arbeitgeber eine Lösung sein.

Vor dem Gespräch mit dem Vorgesetzten ist es wichtig, sich näher mit den einzelnen Abteilungen im Unternehmen sowie den offenen Stellen auseinanderzusetzen. Im Mitarbeitergespräch kann der Arbeitnehmer dann schon konkrete Vorstellungen und Gründe für den internen Wechsel äußern. Gemeinsam können neue Ziele definiert und Möglichkeiten abgewogen werden.

Ist ein interner Wechsel keine Option, dann könnten Weiterbildung- und Entwicklungsmöglichkeiten angesprochen werden.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Wenn das Team, die Abteilung, die Stimmung und das Unternehmen passen, sich jedoch der Alltag eingeschlichen und die Motivation verabschiedet hat, dann ist eine berufliche Weiterbildung anzudenken. Schulungen, Kurse oder berufsbegleitende Ausbildungen können dabei helfen, das Aufgabengebiet zu erweitern, neue Verantwortungen zu übernehmen und eine neue Position innerhalb des Unternehmens beziehungsweise der Abteilung einzunehmen.

Bildungskarenz

Wir alle haben schon davon gehört aber so richtig weiß man nie, was es damit auf sich hat. Wer sich für eine Bildungskarenz entscheidet, wird für den Zeitraum der Weiterbildung von der Arbeit freigestellt, muss jedoch nicht das Arbeitsverhältnis beenden. Der Arbeitnehmer bekommt in diesem Zeitraum kein Gehalt von Seiten des Unternehmens, doch der Arbeitsplatz bleibt erhalten. Die Aus- oder Weiterbildung kann im In- oder Ausland absolviert werden. Am Ende profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber von der höheren Qualifikation.

Jobsuche

Wer sich im aktuellen Unternehmen einfach nicht mehr sieht und weder eine neue Position noch neue Herausforderungen findet, wird auf kurz oder lang nicht um die Jobsuche herumkommen. Vor allem für diese radikale Veränderung ist eine gute Vorbereitung unumgänglich. Ein neuer Job muss nicht unbedingt die gewünschte Veränderung bringen – daher ist es immer gut zu wissen, in welche Richtung man sich ungefähr bewegen möchte. Reicht ein anderes Unternehmen und das gleiche Arbeitsfeld oder muss eine gänzliche neue Branche sowie Aufgaben her.

Nehmen Sie sich die Zeit über Ihre beruflichen und privaten Ziele sowie Bedürfnisse nachzudenken und wiegen Sie gemeinsam mit Ihrem Vorgesetzten Ihre Optionen ab. MitarbeiterInnen sowie der Arbeitgeber profitieren langfristig von Weiterbildungsmaßnahmen, denn sie bringen Know-how in das Unternehmen und fördern die Arbeitszufriedenheit. Ein Unternehmen welches Perspektiven liefert und MitarbeiterInnen dabei unterstützt persönlichen und fachlichen Zielen näherzukommen, motiviert die Belegschaft und schafft Loyalität.

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(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 26.10.2020 um 08:08 auf https://www.salzburg24.at/leben/beruflicher-neustart-es-muss-nicht-gleich-die-kuendigung-sein-91959823

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