Jetzt Live
Startseite Leben
Die richtige Schule finden

Tipps für Eltern rund um die Schulwahl

children-class-classroom-1720186.jpg Unsplash
Ein Blick hinter die Kulissen - Schulen laden jährlich zu einem ‘Tag der offenen Tür’ ein.

Die richtige Schule nach der Volksschulzeit zu finden, ist für Eltern und Kinder eine aufregende, jedoch auch sehr herausfordernde Aufgabe. Die Erziehungsberechtigten wollen den Nachwuchs bei der Entscheidung unterstützen und sich gemeinsam auf eine Ausbildungsstätte einigen, die die Kids am Besten auf ihre Zukunft vorbereitet. Worauf man als Elternteil besonders achten sollte und wie man aus der Vielzahl an Möglichkeiten die richtige Schule findet, haben wir hier kurz zusammengefasst.

Im‌ Schuljahr 2018/2019 haben rund 85.100 Schüler mit der Volksschule begonnen. Bei der Wahl einer öffentlichen Volksschule spielt in erster Linie der Wohnort eine Rolle, denn im Regelfall entscheiden sich die Eltern für jene Schule, die der Wohnadresse am nächsten liegt. Für die meisten Eltern beginnt also kurz vor Beendigung der 4. Klasse zum ersten mal die Suche nach einer passenden Schule. Die Auswahl ist groß und vielfältig und obwohl die Nähe zum Wohnort auch hierbei eine Rolle spielen sollte, gibt es noch viele weitere Einflussfaktoren, die eine Auswirkung auf die Schulwahl haben.

  • Schulklima und Schulleben

Eltern dürfen hier ruhig zu feinsinnigen Ermittlern wie Columbo werden, denn die Stimmung in der Schule und am Schulhof sowie die Beziehung zu Lehrern und Schülern muss auch für das eigene Kind passen. Es ist daher empfehlenswert, die Schule an einem Schultag aufzusuchen und die Atmosphäre sowie das Verhalten der Kinder in den Pausen zu beobachten. Wer sich zur großen Pause am Schulareal befindet, kann sich auch gleich mit den Beschäftigungsmöglichkeiten vertraut machen. Spielen die Kinder draußen? Wie ist der Umgang miteinander? Gibt es eine Kantine? Sind Lehrer vor Ort, die das Geschehen in der Pause im Blick haben?

zukunftscampus_P1120967_col_klein.jpg Werkschulheim Felbertal

Im Optimalfall meldet man sich vorab bei der Direktion an, so beugt man Missverständnissen schon einmal vor. Im Zuge des Besuchs kann auch das Gespräch mit Lehrern gesucht werden um etwaige Fragen zu klären. Während des regulären‌ Schulbetriebes bekommt man einen guten Einblick in das Schulleben und ein‌ Gespür wie die Stimmung bei den Kindern und Lehrern ist - basierend auf diesen Informationen kann schon grob darüber entschieden werden, ob der jeweilige Schulbetrieb zum eigenen Kind passt.

  • Schwerpunkt der Schule

Eine Frage die sich‌ Eltern vor der Schulwahl stellen sollten, ist jene nach dem inhaltlichen‌ Schwerpunkt. Es gibt Schulen mit pädagogischem, wirtschaftlichem oder sprachlichem Fokus. Von Bildungseinrichtungen die nach der Montessori-Pädagogik geführt werden bis hin zu Schulen, welche die Kinder nach der letzten‌ Schulstufe mit Matura und Lehre entlassen. Die Auswahl ist riesig und den Überblick zu behalten schwierig. Daher ist es besonders wichtig, dass Erziehungsberechtigte ihre und die Wünsche der Kinder priorisieren.

Das Kind soll Spaß an der Ausrichtung der Schule haben und davon profitieren. Ist für das Kind viel‌ Freiraum für eigenes Erlernen von Vorteil oder braucht der Nachwuchs klare Strukturen? Werden die individuellen Stärken der Schüler und Schülerinnen gefördert? Die meisten Bildungseinrichtungen haben einen aussagekräftigen Internetauftritt, sodass man sich schon vor dem persönlichen Besuch einen ersten‌ Eindruck verschaffen kann. Die Schwerpunkte werden klar kommuniziert und die Bildergalerien, Projekte und Veranstaltungen auf der Webseite machen deutlich, welche Aktivitäten die Schule unterstützt und fördert.

  • Stärken und Schwächen kennen 

Nicht außer Acht lassen sollten Eltern die Frage nach den Zukunftsplänen des Kindes. Mit 10 Jahren wissen noch nicht alle Kinder konkret was sie einmal machen möchten, dennoch kann die Schulwahl maßgeblich zum beruflichen Verlauf beitragen. Hier spielen in erster Linie die Stärken, Schwächen und Interessen der Kinder eine tragende Rolle. Für Eltern macht es demnach Sinn, mit den Volksschullehrern das Gespräch zu suchen um noch detaillierter herauszufinden, wo neben den persönlichen, auch leistungsorientierte Stärken liegen. Eltern merken auch selbst was den Kindern Spaß macht und wobei sie sich selbst am besten motivieren können. Diese Kenntnisse können dabei helfen, mit dem Kind gemeinsam den richtigen Bildungsweg einzuschlagen.

So macht es einen Unterschied, ob die Unter- und Oberstufe bis zur Matura an einer AHS (Allgemein bildende Höhere Schule) besucht, oder der Weg in eine NM (Neuen Mittelschule) führt und danach eine fünfjährige BHS (Berufsbildende Höhere Schule) absolviert wird.

Es gibt unterschiedliche Ausbildungsvarianten und Eltern wollen den‌ Kindern so gut wie alle Wege offen halten. Doch die Förderung der Stärken sollte klar im Mittelpunkt stehen, denn sie tragen bedeutend zur Identitätsbildung bei und sind ausschlaggebend für die spätere Berufswahl und die Chancen in der Zukunft. Dementsprechend entstehend auch zukunftsweisende Schulsysteme, die umfangreiche Ausbildungsangebote miteinander verbinden um die Schüler somit bestmöglich auf die Berufswelt vorzubereiten. So zum Beispiel der Zukunfts-Campus des Werkschulheim Felbertal in‌ Ebenau bei Salzburg. Die Kombination von‌ AHS-Matura und Berufsausbildung mit Lehrabschluss plus Vorbereitung auf die Meisterprüfung, ist in Österreich einzigartig.

  • Zusatzangebote

Von einem breiten Sportangebot über Halb- und Vollinternat bis hin zu sozialen Projekten aus Austauschprogrammen. Die Liste der Zusatzangebote, die Schulen ihren‌ Schülern anbieten, ist lang. Je nach Vorlieben der Kinder ist es daher interessant, ob es Sportvereine, Bands oder eine Theatergruppe gibt.

Doch nicht nur die Aktivitäten abseits des regulären Schulunterrichts sind zu bedenken, sondern auch das Angebot hinsichtlich der Betreuung. Bietet die Schule eine Tagesbetreuung an oder sogar ein Internat? Die tägliche Fahrt zur Schule sollte für das Kind zumutbar sein, denn ansonsten geht sehr viele freie Zeit verloren, die Kindern in diesem Alter unbedingt benötigen. Wer sich also gemeinsam mit dem Nachwuchs für eine Schule fernab des Wohnorts entscheidet, sollte sicherstellen, dass es sich um eine Internatsschule handelt. In Internat steht vor allem die Förderung des sozialen Miteinanders im Vordergrund.

Für einige Eltern ist auch das Angebot einer Integrationsklasse relevant. In jenen Klassen werden Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet und können so im Schulalltag voneinander lernen und ihre sozialen Fähigkeiten stärken.

  • Tag der offenen Tür

Ein Blick hinter die Kulissen - Schulen laden jährlich zu einem ‘Tag der offenen Tür’ ein. Interessierte Eltern und Kinder können im Zuge der Veranstaltung das Schulareal besichtigen, sich bei‌ Infoständen zu den Schulzweigen und Schwerpunkten beraten lassen, einen Blick hinter die Klassentüren werfen und bei Präsentationen, Aufführungen und Snacks die Schulleiter, Lehrer und andere Eltern kennenlernen. Der Tag lädt dazu ein Arbeits- sowie Aufenthaltsräume zu begutachten, die Ausstattung, Sauberkeit und Atmosphäre zu prüfen und sicherzustellen, dass das schulische Angebot zum eigenen Kind passt. Vor allem für die Kleinen sind diese Tage besonders attraktiv, denn sie können sich selbst ein Bild vom‌‌ Schulalltag, dem Campus-Areal und den Zusatzangeboten machen und in den unterschiedlichen Schulzweigen beziehungsweise Vertiefungen Dinge testen und ausprobieren.

  • Zusammenfassung: Fragen zur Schulwahl

Hier kurz zusammengefasst ein paar Fragen, die sich Eltern und Kinder vor der Schulwahl stellen sollten:

  • Mit welchem Abschluss wird die Schule beendet?
  • Gibt es neben dem regulären Unterricht noch Zusatzangebote, die mein Kind interessieren?
  • Welche außerschulischen Aktivitäten oder Veranstaltungen werden von der Schule angeboten und organisiert?
  • Wie weit ist die Schule vom Wohnort entfernt?
  • Ist die Schule für mein Kind gut erreichbar?
  • Ist ein Vollinternat eine Option für mich und mein Kind?
  • Werden unterschiedliche Zweige an der Schule angeboten? (Fokus auf Sport, Kreativität, Sprache…)
  • Gibt es Förderprogramme für Kinder mit besonderen Bedürfnissen (Hochbegabte, Kinder mit Beeinträchtigungen)
  • Was sagt das Bauchgefühl über die Atmosphäre und die Stimmung am gesamten Schulareal?
  • Welchen‌ Eindruck habe ich von den Lehrern und deren Umgang mit Eltern und Kindern?
  • Wird sich mein Kind in der Schule über eine längere Zeit wohlfühlen?
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 20.11.2019 um 04:32 auf https://www.salzburg24.at/leben/die-richtige-schule-finden-tipps-fuer-eltern-rund-um-die-schulwahl-77721952

Mehr zum Thema