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Ayurveda

Die indische Heilkunst in heimischen Küchen

Vegetarisch – vegan – bewusst

Wer sich mit gesunder Ernährung auseinandersetzt, der wird früher oder später auch mit Ayurveda in Berührung kommen. Die 5.000 Jahre alte Heilkunst aus Indien verbietet grundsätzlich nichts, lässt sich aber ganz leicht in eine vegane Ernährungsweise umwandeln. Ayurveda stellt Gesundheit und Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele in den Mittelpunkt. Wie, das erklärt uns Ayurveda-Expertin Hidajetas Schischek aus Salzburg.

Wer glaubt, die ayurvedische Ernährung ist von unserer traditionellen, ländlichen Kost weit entfernt, der irrt. „Es gibt mehr Parallelen als man meinen mag“, weiß die Salzburger Ayurveda-Therapeutin Hidajetas Schischek. So geht es bei der indischen Heiltradition auch darum, die Lebensmittel, die uns nähren, wert zu schätzen, sie in ihrer ursprünglichen Form zu sehen und entsprechend bewusst zuzubereiten und zu essen. Schon aus diesem Grund, sei der Griff zu Nahrungsmitteln aus der Region zu empfehlen, erklärt die Expertin im SALZBURG24-Gespräch. „Dem Körper tut es einfach besser, das zu essen, was die Natur zu dieser Jahreszeit hergibt. So wie die Bauern das auch schon früher gemacht haben.“

Die ayurvedische Küche ist also keine indische, asiatische oder orientalische Küche. Ganz im Gegenteil, die grundlegenden Regeln sind in beinahe allen Küchen der Welt zu finden – und seit einigen Jahren eben auch mehr und mehr in den heimischen.

Ayurveda bedeutet wörtlich übersetzt die Wissenschaft vom Leben. Das Ziel der Lehre – darunter fallen neben der Ernährung auch Massagen und Lebensweise – ist es, den Körper zu entgiften und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. „Die ayurvedische Ernährung ist lakto-vegetarisch, es wird also auf Fleisch verzichtet, Milch ist erlaubt", erklärt Schischek, die sich seit mehr als 15 Jahren mit der Heilkunst beschäftigt und seit rund fünf Jahren ihre eigene Praxis in der Stadt Salzburg hat. Wer sich vegan ernähren möchte, könne ganz einfach die Milchprodukte weglassen oder sie mit veganen Alternativen wie Soja- oder Hafermilch ersetzen. Dieses gilt auch für die Fette wie Ghee , die auch in der ayurvedischen Küche vertreten sind und tierischen Ursprung haben, sie durch Kokosfett oder andere hochwertige Öle auszutauschen.

Hidajetas Schischek Hidajetas Schischek/SALZBURG24
Ayurveda-Expertin Hidajetas Schischek aus Salzburg.

Ayurveda und die drei Doshas

„Der Mensch ist gesund, wenn die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha in Balance sind. Krankheiten entstehen bei einem Ungleichgewicht, deshalb versuchen wir durch die jeweils entsprechenden Nahrungsmittel die Doshas wieder auszugleichen. Meist sind es nur ganz kleine Hebel, die wir drehen“, schildert die Therapeutin. Und wie kann man sich das genau vorstellen?

Die drei Doshas sind den fünf Elementen Raum, Wasser, Erde, Luft und Feuer zugeordnet:

  1. Vata besteht aus Luft und Raum und gilt somit als Lebensenergie
  2. Pitta ist aus Feuer und Wasser zusammengesetzt und ist für die biochemischen Vorgänge im Körper wie Stoffwechsel und Verdauung zuständig.
  3. Kapha wird Erde und Wasser zugeordnet und ist verantwortlich für die Körperstruktur, sowie dessen Wachstum und Gelenkigkeit.

Anhand der Doshas werden die Menschen in insgesamt sieben Typen unterteilt: Zum einen die jeweiligen Dosha-Typen Vata, Pitta und Kapah, dann die Mischtypen, die am häufigsten vorkommen, und den Tridosha-Typ, der alle Elemente zu fast gleichen Teilen in sich trägt. Welcher Typ vorherrschend sei, erkenne man durch den Körperbau, die Hautfarbe, aber auch durch Reaktionsweisen und das physiologische Profil wie Gang und Appetit.

Konkret bedeute das, dass ein Vata-Typ beispielsweise blähende Speisen wie Kohl vermeiden sollte, ein Pitta-Typ weniger scharf und sauer, dafür mehr süß essen und ein Kapha-Typ verstärkt herbe und leichte Nahrungsmittel zu sich nehmen sollte.

Hidajetas Schischek Hidajetas Schischek/SALZBURG24
Gewürze und Kräuter spielen bei Ayurveda eine ganz besondere Rolle.

 

Tipps für eine Ayurvedische Ernährung

Auch wenn Ayurveda grundsätzlich keine Lebensmittel verbietet, sollte man sich an ein paar Regeln halten, rät Schischek im S24-Interview. Die Ernährungsexpertin empfiehlt jedenfalls, immer nur eine Eiweißquelle pro Mahlzeit einzunehmen. Fleisch mit Milchprodukten oder Eiern kombiniert ist also Tabu. Alkohol, Nikotin oder Koffein sollen nur wenig bis gar nicht konsumiert werden, da die Ayurvedische Lehre davon ausgeht, dass diese Substanzen das Bewusstsein trüben und den Körper täuschen. Einen besonders hohen Stellenwert haben frische Kräuter und Gewürze – jedenfalls im Gewürzschrank stehen sollten, da sie zu jedem Dosha-Typ passen: Kurkuma, Kardamom, Kreuzkümmel, Steinsalz, Zimt und Ingwer.

Das Bewusstsein beim Zubereiten und Essen und die Menge, die man zu sich nimmt, spielten beim Ayurveda eine entscheidende Rolle. Je ein Drittel des Magens soll mit Essen und mit Flüssigkeit ausgefüllt sein. „Das letzte Drittel bleibt im Idealfall leer. Und erst wenn die Nahrung vollständig verdaut ist, was etwa nach vier bis fünf Stunden der Fall ist, sollte wieder etwas gegessen werden“, so Schischek. Grundsätzlich gilt also auch bei Ayurveda, was schon zu Großmutters Zeiten seine Gültigkeit hatte: „Hör auf, wenn es dir am besten schmeckt!“.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 13.12.2019 um 12:58 auf https://www.salzburg24.at/leben/essen/ayurveda-indische-heilkunst-in-heimischen-kuechen-76006543

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