Jetzt Live
Startseite Essen
Tierfrei oder nicht?

Warum es vegane Gütesiegel braucht

Vegan, Gütesiegel, Logo, SB APA/dpa/Daniel Karmann
Nicht jedes Produkt, dass auf den ersten Blick tierfrei erscheint, ist es auch wirklich. Vegan-Gütesiegel helfen. (SYMBOLBILD)

Ob ein Produkt ohne tierische Inhaltsstoffe ist oder nicht, sieht man doch auf den ersten Blick, mögen viele vielleicht denken. So einfach ist das aber bei verarbeiteten Lebensmitteln nicht. Da der Begriff "vegan" nicht geschützt ist, kann er frei verwendet werden. Wir klären auf, welche Gütesiegel es gibt und was sie besagen.

Hinter einigen E-Nummern, Aromen und Speisefettsäuren verbergen sich oftmals tierische Stoffe. Eine Reihe von Hilfsstoffen muss außerdem nicht deklariert werden. Getränke, beispielsweise Wein, werden häufig mit Gelatine, Fischblase, Kasein aus Milch oder Albumin aus Eiern geklärt. Diese bleiben nicht im Endprodukt. Somit müssen sie nicht in der Zutatenliste angeführt werden. Einige Unternehmen verwenden außerdem selbst entwickelte Veggie-Labels. Deren Kriterien sind jedoch oft intransparent und wenig verlässlich.

3.500 Produkte in Österreich mit V-Label

Gewissheit hat man mit den nachfolgenden veganen Zertifikaten, denn sie sind international anerkannt. Das V-Label ist die bekannteste Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte in Österreich. Es wird von der European Vegetarian Union (EVU) vergeben. Hierzulande läuft das über die Vegane Gesellschaft Österreich. Die Firmen müssen dafür eine jährliche Gebühr bezahlen, die Höhe hängt von der Größe des Unternehmens bzw. vom Umsatz ab. Weltweit tragen inzwischen über 30.000 Produkte von mehr als 2.800 Unternehmen das V-Label. Auf den österreichischen Raum entfallen derzeit über 3.500 Produkte von mehr als 300 Unternehmen (Stand: April 2019).

Schon in den 1970er-Jahren begann man das heutige V mit dem Blatt oben rechts als Symbol für die vegetarische Lebensweise zu nutzen. Designt hat es der italienische Künstler Bruno Nascimben. International bekannt wurde es vor allem durch die Präsentation am ersten europäischen Vegetarierkongress von 1985. Seit 1996 wird das V-Label in der heutigen Form zur Deklaration von vegetarischen und veganen Produkten verwendet. Das V-Label ist nicht nur im Supermarkt auf den Produkten zu finden, sondern auch Lokale können sich kennzeichnen lassen. Die Betriebe müssen nicht ausschließlich vegane oder vegetarische Produkte anbieten, es können auch einzelne Gerichte gekennzeichnet werden.

Was erlaubt das V-Label, was nicht?

Das Gütesiegel versichert, dass das Produkt, nicht aus Tieren, Tierbestandteilen oder tierischen Erzeugnissen von lebenden Tieren hergestellt wurde. Außerdem dürfen weder Eier, Honig, Milcherzeugnisse, tierisches Wachs, Trägerstoffe und Hilfsstoffe aus tierischen Produkten von lebenden Tieren enthalten sein. Auch Tierversuche sind untersagt.

Mit dem V-Label zertifizierte Produkte können jedoch tierische Spuren enthalten. Das sind etwa Stoffe, die unbeabsichtigt hinein gelangen können und nicht zur Rezeptur gehören. Sie werden also nicht direkt für die Herstellung eingesetzt, können aber durch Luftwirbel oder Rückstände an Maschinen hineinkommen. Verpackungen und Düngemittel werden im Rahmen der Zertifizierung nicht überprüft.

Labels im schnellen Überblick

Kriterium Veganblume V-Label ("vegan") Vegan-Label
Tierische Inhaltsstoffe nein nein nein
Tierische Hilfsstoffe nein nein nein
Tierversuche nein nein nein
Produktion auf eigener Anlage nein nein ja
Verpackung kein Kriterium kein Kriterium muss vegan sein
Gentechnik erlaubt nein nein

Weitere Vegan-Gütesiegel im Vergleich

Das V-Label ist nicht das einzige Gütesiegel, an dem sich Veganer und Vegetarier orientieren können. Wir haben uns eine Auswahl weiterer angesehen.

Die Veganblume etwa wird seit 1990 von der britischen Vegan Society vergeben. Laut den Richtlinien müssen alle Inhalts- und Hilfsstoffe rein pflanzlichen Ursprungs sein. Wie beim V-Label werden somit auch Stoffe erfasst, die im Endprodukt eventuell nicht mehr enthalten sind. Auch die Vegan Society verbietet Tierversuche.

Weiters gibt es das Vegan-Label der veganen Gesellschaft Deutschland. Der Unterschied zur Veganblume und zum V-Label besteht darin, dass hier auch die Produktverpackung frei von tierischen Inhalts- und Hilfsstoffen sein muss. Außerdem dürfen die Herstellung, die Verarbeitung und die Verpackung nur in Räumen stattfinden, in denen ausschließlich vegane Lebensmittel produziert werden. Tierversuche sind weder für das Produkt noch für seine Bestandteile erlaubt. Gentechnik ist ebenfalls verboten.

Vegan und bio als Voraussetzung

Das EcoVeg-Siegel der VegOrganic e.V. zeichnet nicht nur vegane Produkte aus, sondern die Inhaltsstoffe müssen zusätzlich der EU-Biorichtlinie entsprechen. Außerdem muss die Produktion der pflanzlichen Erzeugnisse zeitlich oder räumlich von der Verarbeitung tierischer Lebensmittel getrennt sein. Das gilt auch für die Lagerung. 

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 13.12.2019 um 04:53 auf https://www.salzburg24.at/leben/essen/vegane-guetesiegel-was-die-labels-besagen-76116364

Kommentare

Mehr zum Thema