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Doppelte Botschaft

Die Angst vor Freitag, dem 13.

Freitag der 13. dpa/A3276 Martin Gerten
Wenn ein Freitag auf den 13. eines Monats fällt, assoziieren abergläubige Menschen damit einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen.

Viele Menschen erwarten am Freitag, den 13., einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen. Bei einigen entwickelt sich sogar eine krankhafte Angst. Woher kommt aber dieses Phänomen und warum glauben viele Menschen an den "Pechtag"? Wir haben bei zwei Salzburger Experten nachgefragt.

Es gibt sie wirklich, die krankhafte Angst vor Freitag, dem 13. Psychologen nennen das "Paraskavedekatriaphobie". Abergläubige Menschen vermuten demnach, dass an diesem Tag, den es – in dieser Kombination mindestens einmal und maximal dreimal pro Jahr gibt – überall Unheil lauert. Viele verkriechen sich dann in den eigenen vier Wänden, manche scheuen querende schwarze Katzen auf den Straßen.

Zahl 13 und Freitag eine "fatale Kombination"

Doch wie hat dieser Tag eigentlich seinen schlechten Ruf bekommen? Frank Walz, Professor für Liturgiewissenschaft von der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg hat sich mit dem Thema befasst und erklärt im Gespräch mit SALZBURG24: "Laut christlicher Überlieferung sind an Freitagen viele unheilvolle Dinge geschehen, etwa die Kreuzigung von Jesus Christus durch die Römer."

Dazu kommt laut Walz dann noch die Unglückszahl 13: "Immerhin war es mit Judas der 13. Gast beim letzten Abendmahl, der Jesus an die Römer verriet." Da die Primzahl 13 auf die Zahl 12 folgt und diese Vollkommenheit symbolisiert, wird 13 als Zahl der Transformation, Veränderung gesehen. "Wenn der Freitag auf einen 13. fällt, ist das für abergläubische Menschen eine fatale Kombination. Sprich eine doppelte Botschaft", sagt Walz, der Aberglaube mit dem Festhalten an Ritualen beschreibt. Das gelte aber nicht für alle Kulturen und Religionen: "Bei den Juden ist der 13. ein Glückstag. Bei den Muslimen wiederum ist der Freitag so heilig wie bei den Christen der Sonntag".

 

"Rituale schützen vor Unglück"

Laut dem Salzburger Landesinstitut für Volkskunde hat sich der Begriff Aberglaube nach einer Vielzahl von eigenen Erfahrungen entwickelt. "Viele Menschen versuchen mit einem Talisman oder Ähnlichem den Unglücksfall auszuschalten", erläuterte Institut-Leiter Michael Greger auf S24-Anfrage. Bei Dingen, die sich Menschen nicht erklären können, reimen sich viele mittels Aberglauben zusammen. "In der Folge entwickeln sie relativ schnell Rituale, um sich vor dem Unglück zu schützen", fügte Greger an. 

Missgeschicke und Unfälle passieren jeden Tag, nur prägt man sie sich an einem Freitag, dem 13., besser ein. Man glaubt, dass nur das schlechte Omen für das Malheur verantwortlich gewesen sein kann und nicht das eigene Zutun, lauten die Einschätzungen der beiden Experten. Notizen zu machen, was an einem Freitag, den 13., und den Tagen davor sowie danach, passiert, könnten hilfreich sein.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 20.09.2019 um 07:45 auf https://www.salzburg24.at/leben/freitag-der-13-und-die-doppelte-botschaft-76164142

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