Jetzt Live
Startseite Kurios
Ungarn

Rätsel um Asche eines Toten im Panzerschrank

Gemeinde verkündet Besetzung via Facebook

Asche, SB Pixabay
Unganr rätselt über Asche eines Toten in einem Panzerschrank. (SYMBOLBILD)

In Ungarn hat der Fund der Asche eines Verstorbenen im Panzerschrank einer Gemeinde bei Budapest Aufsehen erregt. Zudem sorgte der Kommunikationsstil des Gemeindeamtes von Tök für unfreiwillige Komik: Am Dienstag teilte dieses auf seiner Facebook-Seite mit, dass am nächsten Tag das Begräbnis eines Ortsbewohners stattfinden werde, "dessen Asche wir im Panzerschrank des Gemeindeamts gefunden haben".

Eine Bürgerin fragte daraufhin nach: "Wie gelangte sie dorthin?". Am Donnerstag, einen Tag nach dem Begräbnis, antwortete das Gemeindeamt: "Wir haben nicht nach dem Warum, dem Wann und dem Wie gefragt, sondern haben getan, was uns die Menschlichkeit diktiert hat!"

Auf nähere Informationen, wie die Asche des verstorbenen Mitbürgers in den Panzerschrank des Gemeindeamtes gelangte, wie lange sie dort verwahrt wurde und warum sie dort erst "gefunden" werden musste, warteten die Bewohner von Tök vergeblich. Auch von polizeilichen Nachforschungen wurde nichts bekannt.

Nachrichtenseite ortet Satire

Das Nachrichtenportal "444.hu", das am Donnerstag über den Fall berichtete, sah in den Facebook-Postings des Gemeindeamts Real-Satire am Werk. "Tausende Fragen", hieß es dort. "Doch würde auch nur eine von ihnen eine Antwort erhalten, wäre diese ziselierte, unübertrefflich geheimnisvolle, im Geiste von Istvan Örkeny verfasste Prosa zerstört."

Örkeny (1912-1979) schrieb Erzählungen und Dramen und gilt als der größte ungarische Satiriker des 20. Jahrhunderts. Seine "Minutennovellen", eine Sammlung aphoristischer Kurzprosa, erschienen auch in deutscher Sprache.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 07.07.2020 um 11:14 auf https://www.salzburg24.at/leben/kurios/ungarn-raetsel-um-asche-eines-toten-im-panzerschrank-88471801

Kommentare

Mehr zum Thema