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Instagram vs. Reality

Wie soziale Medien uns beeinflussen

Vorgegebenes Körperideal und manipulierte Selbstpräsentation

Social Media, Facebook, Instagram APA/HELMUT FOHRINGER
Soziale Medien werden für die Selbstpräsentation verwendet. (SYMBOLBILD)

In den sozialen Medien wird viel retuschiert, posiert und verändert. Doch inwiefern beeinflussen diese verzerrten Bilder uns Menschen? Wir haben über die Nutzung von Socialmedia und worauf wir dabei achten müssen mit einem Experten gesprochen.

„Es ist eine optimierte und perfekt inszenierte Welt“, erzählt Sascha Trültzsch-Wijnen, Professor am Fachbereich Kommunikationswissenschaft, im Gespräch mit SALZBURG24. Er spricht zwar nicht von einer „Fake Realität“, doch von manipulativen sozialen Plattformen. Und diese sind längst in unsere Welt angekommen und verändern diese auch. Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat und Co. ziehen die Menschen in ihren Bann. 

 

Wie Menschen soziale Medien nutzen

Die Nutzung und Auswahl der Plattform ist abhängig von der Zielgruppe. „Die ältere Generation (19 - 35 Jahre) nutzt Facebook als Netzwerkpflege und die junge (11 - 19 Jahre) Instagram und Snapchat für die Selbstpräsentation.“ Darum spricht Trültzsch-Wijnen auch von zwei wichtigen Punkten, welche als Motiv für die Nutzung dieser Plattformen gelten: Kommunikation und Selbstpräsentation. Auch ein Unterschied zwischen Mann und Frau bestehe: „Frauen bevorzugen Porträts und Fotos von sich selbst. Männer hingegen wollen ihren Besitz, wie zum Beispiel ihr tolles Auto, zeigen.“

Influencer als neue Vorbilder

Als Influencer definiert man Menschen, welche mit ihren Inhalten andere Menschen inspirieren. Egal, ob die Nutzer nach Reise-, Sport- oder Lifestyle-Content suchen, sie werden auf Instagram definitiv fündig. Laut Trültzsch-Wijnen stellen sie eine Meinungsführermacht in bestimmten Kreisen dar. „Jugendliche wollen ihre Fotos nachstellen und für Erwachsene nehmen sie mehr eine Ratgeberfunktion ein.“

„Ist das geeignet für Instagram?“

Auf die Frage, ob die User von diesen Inhalten beeinflusst werden, antwortet der Professor: „Insgesamt orientieren wir uns an diesem Content.“ Die Menschen würden darauf achten was sozial erwünscht, akzeptabel und für die Plattform geeignet sei. Darum posten Nutzer auch hauptsächlich schöne Fotos oder Videos, um eine positive Rückmeldung zu erhalten.

Socialmedia gibt Körperideal vor

Vor allem die Themen Schönheit und Körper sind davon betroffen. Zu dick, zu kurze Beine, zu kleine Lippen und eine krumme Nase. Menschen, vor allem junge Frauen kritisieren oftmals ihr eigenes Aussehen. „Früher wollte man so aussehen wie die Frau auf dem Zeitschriftencover, jetzt orientiert man sich an den sozialen Medien,“ ergänzt Trültzsch-Wijnen. Auf diesen Plattformen posieren häufig junge, dünne Mädels mit Modelmaßen. Und diese Bilder würden ein Körperideal vorgeben. „Junge Frauen eifern diesem Ideal nach. Doch hier besteht die Gefahr, dass man sich an dem falschen Ideal orientiert.“ Denn was dort präsentiert werde, sei kein reales Bild, sondern gefiltert und manipuliert. Auch der neue Fitnesstrend, der laut Trültzsch-Wijnen seit Corona stark zugenommen hat, kann sowohl positiv als auch negativ gesehen werden.

Sozialer Vergleich

Diese verzerrten und manipulierten Bilder würden auch dazu führen, sich mit anderen auf dieser Plattform zu vergleichen „Neid und Frust werden hier zum Problem“, stellt Trültzsch-Wijnen fest. Früher fand dieser soziale Vergleich offline vor Ort und Stelle statt. Nun verschob sich dieser jedoch in die große online Welt.

Influencer ermutigen Frauen zu mehr Selbstliebe

Nicht alle Menschen und Influencer folgen jedoch diesem Beauty- und Fitnesstrend. Im Gegenteil, mit Fotos von ihren „Problemzonen“ wie Dehnungsstreifen am Bauch oder Dellen am Po wollen sie für mehr Natürlichkeit auf Instagram sorgen. Danea Mercer, eine Journalistin aus Dubai, deckt die beliebten Tricks auf und stellt „Instagram vs. Reality“ Bilder online. Mit diesen will sie Frauen zu mehr Selbstliebe ermutigen und dem falschen Körperideal entgegenwirken. "Ich denke, wir müssen ständig normale Körper und Körperbilder zeigen. Es hilft uns, uns daran zu erinnern, dass soziale Medien nicht real sind," erzählt die Influencerin in einem Interview 2020.

Kommunikation wird gestärkt

Doch soziale Medien können auch positive Aspekte, wie Danea Mercer bestätigt, mit sich bringen und auf wichtige Dinge aufmerksam machen. Vor allem in Zeiten der Pandemie schafft es laut Trültzsch-Wijnenl einen Gemeinschaftssinn und stärkt die Kommunikation und Netzwerkpflege. Außerdem ist jeder selbst für die Nutzung der sozialen Medien verantwortlich und kann demnach auch das Beste daraus machen.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 10.05.2021 um 02:39 auf https://www.salzburg24.at/leben/lifestyle/instagram-vs-reality-der-einfluss-sozialer-medien-103319326

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