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Lifestyle-Trend setzt auf Evolution

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Im Bild (v.l.): Ingo Büchsner, Lisa Winter und Jonas Schnirring von "Real Movement".

Seit gut einer Woche schreiben wir das Jahr 2019. Die Neujahrsvorsätze hat der ein oder andere vielleicht schon wieder ad acta gelegt. Das eigene Scheitern ist meist durch zu große Pläne vorprogrammiert. Dabei macht "die kleinste Veränderung den größten Unterschied", so die Devise der Salzburger "Real Movement"-Bewegung. Wir haben uns den Lifestyle-Trend angesehen.

"Gerade in ihren Neujahrsvorsätzen nehmen sich die meisten Leute zu viel vor. Sie gehen anfangs regelmäßig, fast schon zu oft, zum Sport", sagt der Salzburger Ingo Büchsner, Coach und Gründer von "Real Movement" im Gespräch mit SALZBURG24. Nach gerade einmal drei Monaten liege die Ausstiegsrate allerdings bereits bei 60 Prozent, so Büchsner, "viele überfordern sich, wollen alles auf einmal. Die Veränderung von Null auf 100 ist dann einfach zu groß".

 

"Real Movement": Innerer Schweinehund austricksen

DerAnsatz von "Real Movement" geht den anderen Weg. "Wer klein startet, erlebt rasch Erfolgserlebnisse und steigert sich langsam. Dadurch baut sich die große Veränderung sukzessive auf und man trickst seinen inneren Schweinehund sozusagen aus", erklärt er. Hinter dem Konzept steht als Wissenschaft die klinische Psycho-Neuroimmunologie (kPNI). Der Therapieansatz versucht Krankheiten aufgrund der Evolution zu erklären. "Die kPNI schaut, wie chronische Leiden entstehen. Wir wollen den umgekehrten Weg gehen, um sie erst gar nicht aufkeimen zu lassen", ergänzt kPNI-Expertin Lisa Winter, die gemeinsam mit Büchsner das Programm entwickelt hat. "Wir wollen eine Lösung bieten, um lang- sowie kurzfristig die Gesundheit zu fördern und zu erhalten", so Winter, "und das alltagstauglich".

Körper von evolutionären Programmen gesteuert

Unsere Körper seien von evolutionären Programmen gesteuert. "So ein Leben, wie wir es heute führen, hat die Menschheit vielleicht seit 100 bis 150 Jahren", so die Salzburgerin. Mit der "neuen Lebensweise" könnte unser Körper daher noch nicht wirklich umgehen. Wir essen zu viel und zu regelmäßig, bewegen uns zu wenig und sind ständig von gleichmäßigen Temperaturen, ausgeglichen durch Heizung und Klimaanlage, umgeben.

Durch "Intermittent Living", also Unregelmäßigkeiten, soll der Körper wieder so flexibel wie möglich werden. Das könne über Stressoren funktionieren, mit denen der Körper evolutionsbedingt umzugehen weiß: Sei es Kälte, oder auch einmal Hunger. Kurze, intensive Krafttrainings abwechselnd mit langen Ausdauereinheiten. Durch das regelmäßige Überwinden dieser altbekannten Stresssituationen falle es uns leichter, mit den neuen Herausforderungen umzugehen, so die Devise. "Es braucht mehr Mut zur Umbequemlichkeit", fordern Winter und Büchsner. Eine kalte Dusche könne viel bewirken im Körper, sind sie überzeugt.

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Ein abwechslungsreiches Sportprogramm, vor allem in der Natur, bringt den größten Erfolg, so Büchsner. (Symbolbild)

18 bis 20 Mahlzeiten pro Woche ideal

Auch den Hunger einmal auszuhalten, könne für den Körper Positives bewirken. "Wenn ich etwas esse, muss mein Körper entzünden, um Bakterien und Keime zu erkennen und gegebenenfalls auszuschleusen", erklärt sie. Das habe uns früher bei der Wasser- und Nahrungsaufnahme aus Gefahrenquellen, wie Pfützen, geholfen. Doch durch das Überangebot an Nahrung pendle sich eine chronische Entzündung ein. Etwa 18 bis 20 Mahlzeiten pro Woche seien ideal. Bei durchschnittlich vier Mahlzeiten pro Tag kommt man in der Woche auf 28.

Ein großes Problem der heutigen Gesellschaft sei es zudem, dass immer weniger Menschen über ihre eigene Physiologie Bescheid wüssten, kritisiert Büchsner. Die natürlichen Bewegungsabläufe seien uns aber angeboren. "Dazu muss man nur Kinder beobachten, wenn sie in die Hocke gehen. Der Fuß liegt komplett auf. Es wirkt nach außen wie eine total bequeme Position – und das ist es auch. Nur viele Erwachsene, das fängt oft schon im Alter von 15 Jahren an, schaffen das gar nicht mehr." Denn was nicht genutzt werde, gehe über kurz oder lang verloren.

 

Langes Sitzen als großer Krankheitsfaktor

Was dem Körper aber wirklich schade, sei Inaktivität. Längerfristiges Sitzen ist, wie Büchsner sagt, eine der Hauptursachen für körperliche Gebrechen. "Regelmäßige Unterbrechungen sind absolut wichtig, im Idealfall sollte man alle 30 Minuten aufstehen und kurz aktiv sein", rät der Personaltrainer, ob eine kurze Runde im Büro, Treppen steigen oder ein paar Übungen – die Bewegung zählt. "Bei einem Acht-Stunden-Tag kommen mit bis zu 16 kurzen Unterbrechungen knapp über 30 Minuten zusammen", rechnet er vor. "Nutze ich einen Teil meiner Sitzunterbrechungen für kurze Übungen, spare ich mir so das Training am Abend". "Weil ich mich durch die Sitzpausen regelmäßig, aber nicht zu intensiv bewege, habe ich einen aktiven Fettstoffwechsel und einen ordentlichen Blut- und Lymphfluss, was meinen Körper und auch das Gehirn besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt", ergänzt Winter, "das lässt mich effektiver arbeiten, wodurch auch der Arbeitgeber und der berufliche Erfolg profitieren". Es sei zwar nur eine kleine Veränderung, aber besonders effektiv. Genau darum geht es bei "Real Movement".

Aufgerufen am 17.01.2019 um 10:42 auf https://www.salzburg24.at/leben/lifestyle/real-movement-lifestyle-trend-setzt-auf-evolution-63807145

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