Jetzt Live
Startseite Musik
Musik

Gabalier und Scheitelknien: Kampf um den Heimatbegriff

Mit seinem neuen Album und dem darauf enthaltenen Song "Kleine steile heile Welt" hat Andreas Gabalier einiges an Kritik heraufbeschworen. Darin singt er von seinem Land, "Schnitzel aus der Pfann'" und "Holzscheitelknien". Die oberösterreichische Band Krautschädl wandte sich daraufhin mit einem Offenen Brief an den Musikerkollegen. "Wir wollen uns den Heimatbegriff nicht okkupieren lassen."

So beschrieb Sänger Philipp "Mölgie" Sikora am Rande des Nova-Rock-Festivals gegenüber der APA die Beweggründe zum im Onlinemagazin "Noisey" veröffentlichten Text. Wie es der Zufall will, besingt nämlich auch das Trio im neuen Lied "Ane auf die Finga" das Scheitelknien - allerdings nicht in einem positiv-verklärten Zusammenhang wie bei Gabalier. Im Song wird die heimische Bildungskrise sowie "die Rückkehr von Schwarz-Blau zum Notensystem in der Volksschule" thematisiert. "Da blutet mir als Vater das Herz", so Sikora.

Gabalier kein Bösewicht

Damit sprach er verschiedene Aussagen bei Konzerten, in Sozialen Netzwerken oder in Bezug auf die Bundeshymne an. "Er greift natürlich auch Themen und Narrative von ganz weit rechts außen auf", analysierte der Bassist. "In der österreichischen Musikszene hat es diesbezüglich vermehrt ein Unbehagen gegeben. Wir haben jetzt versucht, das zu artikulieren." Wobei man den Kollegen und selbst ernannten "Volks-Rock'n'Roller" nicht als "Bösewicht" hinstellen wolle. "Eigentlich wollen wir nur eine Diskussion anstoßen. Das bedeutet auch Heimat für uns", so Sonntagbauer. "Sich gemeinsam darüber Gedanken zu machen, wer wir sein wollen und wie die Zukunft ausschauen soll."

(APA)

Aufgerufen am 16.11.2018 um 04:27 auf https://www.salzburg24.at/leben/musik/gabalier-und-scheitelknien-kampf-um-den-heimatbegriff-58472503

Kommentare

Mehr zum Thema