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Nova Rock

Toten Hosen mit Seitenhieb auf FPÖ

Die Toten Hosen begeisterten ihr Publikum
Campino konnte sich einen politischen Kommentar nicht verkneifen.

Zwei Publikumsmagneten haben den dritten Tag des Nova Rock in Nickelsdorf dominiert: Papa Roach und Die Toten Hosen. Das Open Air habe den "Charakter eines richtigen Rockfestivals, was Setting und Bereitschaft der Leute zu feiern betrifft", fasste Hosen-Sänger Campino im APA-Gespräch zusammen, was sich viele Besucher dachten. Seine Band ließ die Absage von 2018 vergessen, es ging wild zu.

Ihr Programm haben Die Toten Hosen im Vergleich zur "Laune der Natour" etwas umgestellt, die Dynamik war ungebremst. Gleich vier Klassiker gab es zum Start - "Bonnie & Clyde", "Du lebst nur einmal", "Liebeslied", "Auswärtsspiel" - und die dicht gedrängten Fans gingen voll ab. Vor "Madelaine" konnte sich Campino einen politischen Kommentar nicht verkneifen: Die FPÖ sei für die totale Videoüberwachung, vielleicht sei "das gar nicht so eine schlechte Idee, wenn man sich die Bilder aus Ibiza ansieht", raunte er. Bei "Steh auf, wenn du am Boden bist" hüpften Band und Fans, bei "Pushed Again" wurden bengalische Feuer gezündet und bei "Hier kommt Alex" drehte das Nova Rock endgültig durch.

Campino: "Alles wieder in Ordnung"

Im vergangenen Jahr war bei Campino ein Gehörsturz diagnostiziert worden, die Tournee musste unterbrochen werden. "Alles wieder in Ordnung", hatte Campino vor dem Auftritt am Samstag versichert. "Insofern kann ich ohne Sorge auf die Bühne gehen, voller Vorfreude bei diesem Wahnsinnswetter, natürlich auch mit dem Gefühl, eigentlich hätten wir im vergangenen Jahr hier sein müssen. Da gibt man dann noch extra Gas." Und diese Einstellung merkte man den Düsseldorfern an, die wie eine geölte Maschine funktionierten, aber bei aller Routine enorme Spielfreude ausstrahlten.

"Fühlen uns wohl hier"

Fast hatte man das Gefühl, Die Toten Hosen hätten ihr eigenes Publikum mitgebracht, so gut war die Stimmung. Ist das Nova Rock gar schon eine Heimspiel? "Das wäre ein bisschen frech zu sagen, weil wir ja bei Festivals auch vor Leuten spielen, die uns nicht so gut kennen. Aber wir hatten hier viele tolle Momente. Wir fühlen uns wohl hier", resümierte Campino.

Die Fans wollen natürlich wissen, wie es nun weitergeht. "Die laute Version unserer Live-Konzerte schließen wir mit dieser Saison erst mal ab. Es gibt schon neue Pläne, aber die sind noch nicht ganz ausgeheckt", erzählte Campino der APA. Die aktuellen Sommershows seien "als zusätzliche Runde gedacht, die wir genießen können - ein reiner Spaß, ein Vergnügen und hier eine Wiedergutmachung." Die ist der Band zu 100 Prozent geglückt.

Nova Rock: Papa Roach mit Grinsen im Gesicht

Mit einem Grinsen im Gesicht beendeten auch Papa Roach ihren Auftritt. Die US-Rockband, die vor 19 Jahren mit "Last Resort" ihren Durchbruch gefeiert hat, ist nämlich immer noch in der Lage, Zehntausende zum Feiern zu bringen. Alte Hits wie "Between Angels and Insects", die noch stärker im Nu-Metal verhaftet sind, kamen ebenso gut an wie neues Material, das nicht nur bei "Feel Like Home" ein Faible für poppige Sounds durchschimmern ließ. In Erinnerung an den verstorbenen Prodigy-Sänger Keith Flint gab es zudem ein knackiges "Firestarter"-Cover. Vom Rock ging es danach direkt zum Hip-Hop von Bonez MC und RAF Camora, die ihrem Exotenstatus am Nova Rock mit reichlich Attitüde und Animation entgegenwirkten. Es gibt ja letztlich kaum etwas, was unter der burgenländischen Sonne nicht Platz hat.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 14.10.2019 um 12:59 auf https://www.salzburg24.at/leben/musik/nova-rock-toten-hosen-mit-seitenhieb-auf-fpoe-71806831

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