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Opernsängerin Montserrat Caballe ist tot

Monserrat Caballe bei einer Preisverleihung im November 2013 in Madrid. AFP/Archiv
Monserrat Caballe bei einer Preisverleihung im November 2013 in Madrid.

Die spanische Starsopranistin Montserrat Caballe ist tot. Sie starb im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in Barcelona, wie das Krankenhaus Hospital de la Santa Creu i Sant Pau am Samstag mitteilte. Caballe hatte seit Jahren gesundheitliche Probleme.

Im Laufe ihrer jahrzehntelangen Karriere kam sie auf Tausende Auftritte und etwa 90 verschiedene Rollen.

Montserrat Caballe feierte 1956 offizielles Bühnendebüt

Die Eltern des 1933 in Barcelona geborenen Mädchens verloren im spanischen Bürgerkrieg ihr Hab und Gut. "Wir haben Hunger gelitten", erzählte Caballe in einem früheren Interview. Irgendwann musste sie die Schule verlassen, um als Näherin zum Familienunterhalt beizutragen. Da ihr Talent schon damals zu erkennen war, fand sie Zeit, mit Hilfe von Mäzenen das Konservatorium zu besuchen und erste Auftritte zu absolvieren.

Mitte der 1950er Jahre zog die Familie wegen der Geldprobleme als Gastarbeiter in die Schweiz. In Basel feierte die Sängerin 1956 ihr offizielles Debüt. Von 1959 bis 1962 war sie in Bremen engagiert. Nach Aufnahme mehrerer Platten wuchs ihre Fangemeinde rapide. Den internationalen Durchbruch schaffte Caballe 1965 in der Titelrolle von Donizettis "Lucrezia Borgia" in der Carnegie Hall in New York - als Ersatzbesetzung. Sie wurde so begeistert gefeiert, dass die Metropolitan Opera sie verpflichtete.

Auftritte mit Freddy Mercury und Frank Sinatra

Einen weiteren Meilenstein setzte sie 1992: Mit dem für die Olympischen Spiele geschriebenen Song "Barcelona" wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Sie hatte das Stück mit Rockstar Freddie Mercury aufgenommen. Caballe scheute nie den Kontakt zu anderen Genres der Musik und des Entertainments, sie trat schon als junge Frau an der Seite von Frank Sinatra auf. Sie saß auch bei "Wetten, dass ..?" auf dem Sofa. Neben der Karriere unterstützte sie soziale Vorhaben, förderte den Nachwuchs - sie gilt als Entdeckerin ihres katalanischen Landsmannes José Carreras. Im Leben der Caballe gab es aber auch negative Schlagzeilen: Im Dezember 2015 wurde sie wegen Steuerhinterziehung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von gut 250.000 Euro verurteilt.

Bei allen Triumphen und Schwierigkeiten war die Frau, die seit mehr als 50 Jahren mit dem Tenor im Ruhestand Bernabé Martí verheiratet war, stets bodenständig, herzlich und bescheiden geblieben. Nach dem Tod ihrer engen Freundin Maria Callas im Jahr 1977 hatten viele in ihr die Nachfolgerin von "La Divina" gesehen. Erst vor wenigen Jahren widersprach sie erneut trotzig: "Ich bin keine Diva. Mich als eine Diva zu betrachten, ist absurd!"

(APA)

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