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Wenn Schwitzen eine Belastung ist

Übermäßiges Schwitzen kann schnell zur psychischen Belastung werden. (Symbolbild) APA/Barbara Gindl/Archiv
Übermäßiges Schwitzen kann schnell zur psychischen Belastung werden. (Symbolbild)

Grundsätzlich ist Schwitzen eine überlebenswichtige Funktion des menschlichen Körpers. Es sorgt dafür, dass unsere Körpertemperatur nicht in schwindelerregende Höhen steigt. Wenn uns heiß ist, dann schwitzen wir. Unsere körpereigene "Klimaanlage" springt also an und reguliert die Körpertemperatur nach unten. 

So weit, so gut. Unangenehm wird es für den Betroffenen jedoch, wenn der Körper hinsichtlich Thermoregulation übers Ziel hinausschießt und Schwitzen zu einer echten Belastung wird. So ergeht es in etwa einem von hundert Menschen - selbst in Situationen, in denen es gar nicht heiß ist. Es hilft in diesem Fall nichts, sich nur abzukühlen, denn der Betroffene leidet unter einer Hyperhidrose. In diesem Fall ist starkes Schwitzen eine Reaktion des Körpers auf emotionalen Stress oder als Fehlfunktion der Schweißdrüsen zu erklären. Menschen, die unter einer Hyperhidrose leiden, müssen zum Teil mehrmals täglich ihre durchnässte Kleidung wechseln und haben permanent feuchte Füße und Hände.

Um welche Form der Hyperhidrose handelt es sich?

Um dem Betroffenen helfen zu können, sollte zunächst ärztlich abgeklärt werden, um welche Form der Hyperhidrose es sich handelt und welche Ursachen der Erkrankung zu Grunde liegen. Sollten Hormonstörungen, Medikamente oder andere Erkrankungen verantwortlich für das übermäßige Schwitzen sein, spricht die Medizin von einer sekundären Hyperhidrose. In den meisten Fällen lässt sich jedoch keine Ursache für das extreme Schwitzen finden. Dann ist in der Medizin die Rede von einer primären Hyperhidrose.

Können Hausmittel helfen?

Sollten sich die Schweißausbrüche beim Betroffenen nur selten oder in leichter Form bemerkbar machen, können Hausmittel wie etwa Salbeitropfen Abhilfe verschaffen. Durch diese kann die Neigung zum Schwitzen reduziert werden. Ebenso kann der Verzicht auf scharfes Essen, Nikotin, Alkohol, Kaffee oder sehr kalten Getränken dabei helfen, die Schweißproduktion zu reduzieren. Wenn Hausmittel nicht anschlagen, können spezielle Deodorants angewendet werden, die für eine Verschließung der Schweißporen sorgen. Als besonders wirksam haben sich Produkte erwiesen, die zwischen 15 und 20 Prozent Aluminiumchlorid enthalten und für den Patienten individuell in der Apotheke angefertigt werden. Sie können für Füße, Hände oder Achseln verwendet werden. Als Nebenwirkung können jedoch Hautreizungen auftreten, vor allem bei einer häufigen Anwendung.

Mit Strom gegen übermäßiges Schwitzen

Gleichstrombäder können gegen übermäßig schwitzende Füße und Hände helfen. Hierbei werden die Füße und Hände mehrmals pro Woche in Wasser getaucht, das unter einen schwachen Stromfluss gestellt wird. Hierdurch soll es zu einer Blockierung der Nervenfasern kommen, die für die Schweißabsonderung verantwortlich sind. Ein solches Gerät kann auch für zu Hause angeschafft werden.

Botox-Injektionen für Härtefälle

Sollten die genannten sanften Methoden keinen Erfolg bringen, können Botox-Injektionen dem übermäßigen Schwitzen ein Ende bereiten. Botox wird bereits seit mehr als 15 Jahren in der Hyperhidrose-Therapie eingesetzt und gilt in der Wissenschaft als gut untersucht. Durch dieses Nervengift wird an den Händen, Füßen und unter den Achseln über einen bestimmten Zeitraum die Signalübertragung der Nervenzellen blockiert, die zu den Schweißdrüsen führen. Bei einer sachgemäßen Anwendung konnten Nebenwirkungen bisher nicht beobachtet werden. Jedoch hält die Wirkung nur etwa ein halbes Jahr lang an. Danach muss eine erneute Injektion erfolgen.

Mikrowellen gegen Schweißflecken

Wenn Botulinum-Toxin im Achselbereich nicht in Frage kommt, wurde eine neue und bereits erprobte Behandlungsmethode entwickelt, welche mit Hilfe von Mikrowellen arbeitet und dauerhaften Erfolg verspricht. Auch klinische Studien bestätigen die Reduzierung der Schweißdrüsen und die Lebensqualität der Betroffenen wird auf ein völlig neues Level gehoben. Dr. Jörg Dabernig vom Haus der Schönheit in Salzburg bestätigt: "Bis zu 90 Prozent der Schweißdrüsen im Achselsbereich können mit dieser Methode vernichtet werden. Da sich ca. nur zwei Prozent der Schweißdrüsen im Achselbereich befinden, ist diese Methode unbedenklich."

Chirurgische Eingriffe

Sollte der Patient an einer dauerhaften Lösung interessiert sein und eine Botox-Injektion keine Option für ihn darstellen, kann über chirurgische Therapien nachgedacht werden. Jedoch sind die möglichen Nebenwirkungen hierbei nicht zu unterschätzen. Es kann bei der chirurgischen Behandlung der Schweißdrüsen unter den Achseln zu Heilungsproblemen kommen. Zudem können bei chirurgischen Eingriffen in der Regel nie alle Schweißdrüsen behandelt werden, sodass extremes Schwitzen auch nach dem Eingriff nicht ausgeschlossen werden kann.

Aufgerufen am 11.12.2018 um 04:16 auf https://www.salzburg24.at/leben/schoenheit/wenn-schwitzen-eine-belastung-ist-56855863

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