Jetzt Live
Startseite Tiere
Tiere

So geht Erste Hilfe bei Hunden

Erste Hilfe für Hunde will gelernt sein. Pixabay/Tierfreunde Österreich
Erste Hilfe für Hunde will gelernt sein.

Gerät ein Hund in eine lebensbedrohliche Situation, zählt oft jede Sekunde. Wie bei Menschen gilt dabei: Erste Hilfe kann Leben retten, egal ob das des eigenen Vierbeiners oder das eines fremden Hundes. Hier findet ihr wertvolle Tipps, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.

Unfälle oder Notfälle bei Hunden lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien unterteilen:

  • Lebensbedrohliche Notfälle (z.B. Herzstillstand, starke Blutungen, Schussverletzung, Erstickungsanfall)
  • Akute Notfälle (z.B. offener Knochenbruch, Magendrehung, Hitzeschlag, Vergiftung)
  • Weitere Notfälle (z.B. Verletzung der Pfoten, Nasenbluten, Insektenstiche)

Zu den häufigsten Notfällen zählen Verletzungen an den Pfoten, Bisswunden, Magendrehungen und das Verschlucken von Gegenständen – Dinge, die im Alltag leider oft unvermeidbar sind. Für Hundebesitzer empfiehlt sich daher der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses für Hunde, um die wichtigsten Maßnahmen und Techniken für den Ernstfall professionell vermittelt zu bekommen und bereits einmal geübt zu haben.

Das Wichtigste für den Ernstfall

  • Schritt 1 - den Hund beruhigen: Fühlt sich das verletzte Tier bedroht, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es im Schock davonläuft. Aus diesem Grund sollte – egal wie schwer die Verletzung oder wie schlimm der Zustand des Vierbeiners – alles daran gesetzt werden, absolute Ruhe auszustrahlen. Hilfreich ist dabei, sanft und möglichst ruhig auf das Tier einzureden und hektische Bewegungen zu vermeiden. Ein Hund spürt, was die Person neben ihm fühlt. Strahlt diese Stress aus, kann der Hund leicht in Panik geraten.
  • Schritt 2 - unbeteiligte Personen auf Abstand halten und Tierarzt verständigen: Die Anwesenheit fremder Personen kann das ohnehin schon verwirrte Tier noch mehr verunsichern. Bitten Sie Schaulustige und Dritte, respektvollen Abstand zu wahren. Sollte der Hund nicht angeleint sein, wird er am besten an die Leine genommen, damit er im Schock nicht davonlaufen kann. Nun sollte schnellstmöglich der Tierarzt bzw. die Tierrettung verständigt werden.

Herzstillstand beim Hund – was ist zu tun?

Beim Herzstillstand handelt es sich um einen akuten Notfall. Der Hund muss umgehend wiederbelebt werden, sonst kommt jede Hilfe für ihn zu spät. Scheint der Hund nach einem Unfall nicht mehr zu atmen und gibt keine Lebenszeichen von sich, muss eine Herz-Druck-Massage und eine Mund-zu-Nase-Beatmung durchgeführt werden:

  • Mund-zu-Nase Beatmung: Mund des Hundes zuhalten, es darf keine Luft entweichen. Aus Hygienegründen eventuell ein dünnes Tuch über die Hundenase legen, von vorne vorsichtig Luft in die Nasenlöcher des Hundes blasen (ob die Luft in die Lunge des Hundes kommt, sieht man daran, ob sich der Brustkorb hebt), ca. 20 bis 30 Mal pro Minute beatmen. Alle drei Sekunden sollte eine Atemstoß erfolgen.
  • Herz-Druck-Massage: Herzdruck-Massage sollten nur dann durchgeführt werden, wenn Herz und Atmung des Hundes ausgesetzt haben. Der Hund muss dafür in die rechte Seitenlage gebracht werden. Bei Welpen zwei oder drei Finger, bei kleinen Hunden eine Hand, bei großen Hunden zwei Hände benutzen. Jetzt wird stoßartig Druck auf den Brustkorb ausgeübt, danach vollständig entlasten. Pro Sekunde erfolgt ein Druck. Zur Orientierungshilfe: Das Herz befindet sich genau unter dem linken Ellenbogen des Hundes, wenn dieser angewinkelt wird.

Sofern keine zweite Person anwesend ist, muss der Ersthelfer beide Maßnahmen durchführen: 30 Herzdruckmassagen, dann zwei Sekunden Atemspenden. Die Herzdruckmassage ist jedoch wichtiger als die Atemspende. Nach jeder Anwendung überprüfen, ob der Hund wieder atmet!

Der Hund vergiftet sich  – was ist zu tun?

Dass sich ein Hund im Laufe seines Lebens zumindest einmal vergiftet, ist nicht ganz unwahrscheinlich. Rattengift, Schneckenkorn, Giftköder oder giftige Lebensmittel sind gefährlich oder sogar lebensbedrohlich für ein Tier. Deshalb ist schnelles und richtiges Handeln von größter Bedeutung. Wichtig ist, in dieser Situation festzustellen, welches Gift der Hund zu sich genommen hat, um es dem Tierarzt umgehend mitteilen zu können. Handelt es sich zum Beispiel um einen Giftköder am Gehweg sollte unbedingt eine Probe gesichert werden. Achtung: Nicht mit bloßen Händen anfassen, nur mit Handschuhen o.Ä..

Wichtig: Kein Erbrechen beim Hund herbeiführen. Dabei geht wertvolle Zeit verloren und es könnten die Atemwege des Hundes blockiert werden.  Deshalb ist im Fall einer eintretenden Ohnmacht auch wichtig, das Tier schnellstmöglich in die stabile Seitenlage zu bewegen, die Atemwege freizuhalten und unverzüglich einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufzusuchen.

Wie schütze ich mich in Notfall vor zu hohen Kosten?

Nicht alle Unfälle lassen sich verhindern. Und neben der Sorge um den Hund kommen auch langfristige und kostspielige Folgen auf Haustierbesitzer zu: Operationskosten, Behandlungskosten, Kosten für Medikamente und Folgetherapien. In diesem Fall ist die Situation leichter ertragbar, wenn man sich zumindest nicht um explodierende Kosten und Tierarztrechnungen sorgen muss, sondern voll und ganz für seinen kranken Liebling da sein und ihm die beste medizinische Versorgung bieten kann, die möglich ist. Krankenversicherungen für Hunde unterstützen Hundebesitzer finanziell im Notfall.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.05.2021 um 01:02 auf https://www.salzburg24.at/leben/tiere/so-geht-erste-hilfe-bei-hunden-55199392

Kommentare

Mehr zum Thema