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Teure Fahrerflucht

Was tun, wenn du ein Tier überfährst?

Tausende tote Tiere auf Salzburgs Straßen

Katze Bilderbox
Zahlen, wie viele Katzen jedes Jahr im Straßenverkehr ums Leben kommen, gibt es nicht. Experten rechnen österreichweit mit rund 70.000.

2.347 Wildtiere – von Rehen über Füchse bis hin zu Hasen und Murmeltiere – sind vergangenes Jahr bei Unfällen auf Salzburgs Straßen getötet worden. Dazu kommen die Dunkelziffer und jedenfalls einige tausend Katzen. Was bei einer Kollision mit einem Tier zu tun ist und warum Fahrerflucht sowohl bei Wild- als auch Haustieren strafbar ist, lest ihr hier.

Nicht nur im Herbst, auch im Frühjahr häufen sich Unfälle mit Tieren. Vor allem wenn die Tage wieder länger werden, beim Wild die Brunftzeit beginnt und Katzen sich vermehrt auf Erkundungstouren begeben, stehen Unfälle mit Tieren auf der Tagesordnung. Salzburgs Autofahrer sind immer wieder mit überfahrenen Tieren auf den Straßen konfrontiert – ein Anblick, der die meisten von uns zusammenzucken lässt. Eingesammelt werden die Kadaver dann von den Straßenmeistereien.

 

Der Unfall mit einem Tier muss gemeldet werden

„Grundsätzlich muss jeder Unfall mit Haus- und Wildtieren der Polizei gemeldet werden. Die Meldepflicht gilt auch für den Fall, wenn das Tier 'nur' verletzt wird“, weiß Martin Echsel, ARBÖ-Jurist auf S24-Anfrage. Doch genau das scheint gerade bei Tieren wie Eichhörnchen, Igel, Hasen oder auch Katzen – also nicht jagdbaren Tieren – die Ausnahme zu sein, bestätigt Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe Lochen (OÖ) gegenüber SALZBURG24. „Bei Haustieren, die ja im Regelfall einen Eigentümer haben, ist der Fund eines verletzten Tieres gemäß Tierschutzgesetz dem Land zu melden, so wie wir dies auch tun müssen. Da dies alles mit Kosten und Ärger verbunden sein kann, werden oft entweder wir angerufen oder es wird Fahrerflucht begangen“, so der Tierschutz-Experte.

Einen Unfall mit einem Tier nicht zu melden ist kein Kavaliersdelik – im Gegenteil. Autofahrer, die nach dem Zusammenprall mit einem Tier – egal ob Reh oder Katze – weiterfahren, machen sich wegen unterlassener Hilfeleistung und Fahrerflucht strafbar und müssen im Fall einer Verurteilung mit einer saftigen Geldstrafe oder sogar auch Gefängnis rechnen. „Die Behandlungs- oder Einschläferungskosten dürfen keinesfalls ein Grund sein, das Tier einfach seinem Schicksal zu überlassen“, appelliert Stadler.

 
Rehwild Land Salzburg
Auf Salzburgs Straßen getötetes Rehwild im Jahresvergleich.

Jährlich tausende überfahrene Katzen

Während die Statistik Austria jährlich die aktuellen Zahlen zum Fallwild im Straßenverkehr veröffentlicht, werden bei Unfällen getötete Haustiere nicht erfasst. Eine Recherche der Pfotenhilfe lässt aber aufhorchen. Demnach berichten Straßenmeistereien, dass sie je nach Saison zwischen fünf und zehn tote Katzen pro Woche auflesen. Hochgerechnet auf Oberösterreich wären das rund 10.000 überfahrene und getötete Katzen, österreichweit etwa 70.000. Bei den Straßenmeistereien in Salzburg konnte man am Donnerstag auf S24-Anfrage keine Schätzung abgeben.

Das ist zu tun, wenn ihr mit einem Tier kollidiert

  • Anhalten und zuerst die Unfallstelle mit Warndreieck absichern und Warnweste überziehen.
  • Bei so genannten „jagdbaren“ Wildtieren wie Rehe, Wildschweine, Hasen, Fasane, etc. die Polizei rufen. Diese verständigt auch den Jäger, mit dessen Erlaubnis man auch diese Wildtiere zum Tierarzt bringen darf. Die Unfallmeldung ist auch wichtig, um eine Bestätigung für die Kaskoversicherung zu erhalten.
  • Bei anderen Wildtieren wie Igel, Eichhörnchen, etc. oder Heimtieren wie Katzen auf jeden Fall nachsehen ob das Tier noch lebt: wenn ja, vorsichtig ins Auto legen und sofort zum nächsten Tierarzt fahren (nachts und an Wochenenden gibt es Notdienste). Dieser kann auch feststellen, ob das Tier gechippt ist und so den Halter ausfindig machen.
  • Ist das Tier tot (keine Atmung, kein Herzschlag, keine Augenreflexe), legt es an den Straßenrand, die Straßenmeisterei kümmert sich darum. Das ist wichtig, denn wenn jemand sein Tier vermisst, kann er dort anrufen und sich wenigstens Gewissheit verschaffen.

Tipps: Richtig reagieren bei Wildwechsel

  • Vorausschauender Fahrstil: Speziell auf wenig befahrenen Nebenstraßen sollte dies beachtet werden.
  • Geschwindigkeit reduzieren: Mit angemessenem Tempo durch Wildwechsel-Zonen fahren, insbesondere während der Dämmerung und bei Dunkelheit. Vorsicht: Eine Vollbremsung ist nur bei Tieren wie Wildschwein, Reh oder Hirsch zulässig. Bei Kleintieren riskiert der Lenker bei einem Auffahrunfall ein Mitverschulden.
  • Mit der Gefahr rechnen: Vor allem bei Übergängen zwischen Feld und Wald, in Waldbereichen oder bei Obstgärten, ist von Wildwechsel auszugehen.
  • Wenn nötig hupen: Überquert Rehwild bei Dämmerung oder Nacht die Straße, mehrmals kurz die Hupe betätigen. Dauerhupen sollte vermieden werden.
  • Richtiges Licht verwenden: Fernlicht irritiert das Wild, sodass es mitten auf der Fahrbahn stehen bleiben könnte. Daher immer abblenden.
  • Das Fahrzeug nicht verreißen oder Haken schlagen.
  • Wichtig: Das tote Tier darf nicht mitgenommen werden.
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.05.2019 um 04:36 auf https://www.salzburg24.at/leben/tiere/unfaelle-mit-tieren-in-salzburg-das-ist-zu-tun-67241800

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