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Projekt läuft seit 2002

Salzburger Waldrappe meistern 800-Kilometer-Flug in Toskana

Biologen geleiten 25 Vögel in Süden

Zu Besuch bei den Waldrapps Sonja Klinger
25 Waldrappe flogen wieder in dieToskana. (ARCHIVBILD)

25 Waldrappe, die in Salzburg gestartet sind, haben nach einem 800 Kilometer langen Flug die Toskana in Italien erreicht. Dort werden sie den Winter verbringen. Ein verletzter Zugvogel wurde mit dem Auto ans Ziel gebracht.

Begleitet wurden die Vögel von zwei motorgetriebenen Drachenfliegern, die von den Leitern des für die Wiederansiedlung zuständigen Projekts "Waldrappteam" betrieben wurden, um den Zugvögel den Weg zu weisen. Die Rückkehr im Frühjahr werden die Vögel selbst antreten.

Route über Tirol, Apennin bis zur Toskana

Die 25 Exemplare, die am 16. August in Österreich abgeflogen waren, landeten nach einer Reise über Tirol, die Ebene des norditalienischen Flusses Po und den Apennin in der WWF-Oase Orbetello. Der letzte Teil der Route führte entlang der tyrrhenischen Küste in der Toskana. Der ursprüngliche Schwarm bestand aus 26 Vögeln, von denen jedoch einer aufgrund einer Flügelverletzung mit dem Auto nach Orbetello gebracht werden musste.

Biologen geleiten Vögel mit Leichtflugzeugen

Die Waldrappe sind Teil eines zoologischen Forschungsprojektes, an dem sich Österreich, Deutschland und Italien beteiligen. Bereits 2007 starteten die ersten Vögel, die in österreichischen Tierparks geboren und von oberösterreichischen Forschern aufgezogen worden waren, zu ihrer großen Reise nach Italien. Um den Jungtieren die Routen für ihren herbstlichen Flug in den Süden zu zeigen, werden sie von Biologen mit Leichtflugzeugen geleitet.

Waldrappe sollen sich wieder im Alpenraum ansiedeln

Das Projekt Waldrappteam läuft seit 2002. Ziel ist es, die zu den Ibisvögeln zählenden Waldrappe nach rund 350 Jahren der Abwesenheit wieder im Alpenraum anzusiedeln. Ohne die Reise in den Süden würden sie den Winter nicht überleben. Die Waldrapp-Küken, die in Zoos und Wildparks schlüpfen, kennen allerdings die Flugroute ins Winterquartier nicht. Deshalb müssen die menschlichen Ziehmütter ihnen den Weg in die Toskana in einem Ultraleichtfluggerät vorfliegen.

Illegale Jagd ist häufigste Todesursache

Die glatzköpfigen Waldrappe lebten bis ins 17. Jahrhundert im Alpen- und Mittelmeerraum. Die illegale Jagd ist die Hauptursache, auf die drei Viertel der Todesfälle unter den Vögeln zurückzuführen ist.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 24.09.2022 um 09:10 auf https://www.salzburg24.at/leben/tiere/waldrappe-werden-von-biologen-richtung-sueden-geleitet-126710797

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