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Trauer um "Medienstar"

Yvonne – die Kuh, die ein Reh sein wollte

Eine Chronologie der Ereignisse

Yvonne – die Kuh, die ein Reh sein wollte, ist tot. Das Tier avancierte vor acht Jahren zum Medienstar, nachdem sie auf dem Weg zur bevorstehenden Schlachtung in Bayern ausgebüxt war und sich im Wald versteckt hatte. Unzählige, darunter auch zahlreiche kuriose, Versuche, Yvonne einzufangen, scheiterten. Eine Chronologie der Ereignisse.

"Scheuer als ein Reh und schlauer als ein Fuchs", so könnte man Kuh Yvonne beschreiben. Sie narrte ihre Jäger bis ins Grenzenlose, der Nervenkitzel schien ihr zu gefallen. 100 Tage in absoluter Freiheit. Das ist Kuh Yvonnes Geschichte.

Kuh Yvonne - eine Chronologie

Mai 2011: Yvonne büxt Ende Mai im bayerischen Landkreis Mühldorf von einer Weide aus und versteckt sich im Wald. Als das Tier vor ein Polizeiauto rennt, wird es zur Sicherheitsgefahr erklärt und zum Abschuss freigegeben. Das Gut Aiderbichl in Salzburg kauft daraufhin dem Bauern Yvonne ab und versucht das Tier einzufangen.

Juni und Juli 2011: Eine ganze Reihe von Versuchen, Yvonne einzufangen, scheitert:

  • Ein berittener Tierarzt soll die "Kuh, die ein Reh sein will", aufspüren, vergebens.
  • Gut Aiderbichl kauft Yvonnes Schwester Waltraud und Kälbchen Waldi. Die beiden sollen als Lockvögel dienen. Yvonne wird mit dieser Aktion angelockt, aber nicht eingefangen.
  • Einmal gelingt es, das Rind nachts zu betäuben. Doch in den wenigen Minuten, bis die Spritze wirkt, läuft Yvonne so weit, dass sie nicht mehr gefunden werden kann.
  • Dackel Mirko kommt zum Einsatz: Der Hund hat bereits früher Rinder aufgespürt, alle Hoffnungen liegen bei ihm. 150 Helfer sind im Einsatz. Von Yvonne keine Spur.
  • Jetzt soll der sechsjährige Stier Ernst der Ausreißerin schöne Augen machen und sie in seine Nähe locken, damit sie endlich eingefangen und in die Obhut von Gut Aiderbichl gebracht werden kann, wo auch der vierbeinige, fesche Bursch wohnt. Auch dieses Szenario bleibt ein Wunschtraum für die Tierfreunde. Yvonne bleibt trotz des lauten Lockrufs von Ernst in Deckung.

12. August 2011: An diesem Tag überschlagen sich die Ereignisse rund um Yvonne:

  • „Der Stier ruft mich und sagt mir, ich brauche keine Angst zu haben, aber ich bin halt schon sehr vorsichtig." Yvonne spricht im August mit der Schweizer Tierkommunikatorin Franziska Matti und teilt ihr dies mit. Die Frage, ob sie schon bereit sei, Stier Ernst aufzusuchen, lässt das Rindvieh aber offen. Gut Aiderbichl lässt nichts unversucht.
  • Der totgeglaubte Sohn von Yvonne wird wieder gefunden. "Er kommt noch heute nach Henndorf auf Gut Aiderbichl", berichtet Michael Aufhauser, der Gründer des Gnadenhofes. Jetzt soll Friesi seine Mutter aus dem Wald locken, wenn sie nicht schon vorher die Hormone zu Ex-Stier Ernst getrieben haben.

16. August 2011: Ernst geht, Friesi kommt. Aber auch er lockt Yvonne nicht an.

18. August 2011: Jetzt kommt Hightech bei der Suche nach Yvonne zum Einsatz: Ein Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera an Bord ist gestartet, um das ausgebüxte Rind aufzuspüren. "Wir haben große Hoffnungen, die Yvonne nun zu finden. Mit der Kamera können wir sie auch in der Dämmerung auf bis zu drei Kilometer Entfernung orten", sagt eine Sprecherin von Gut Aiderbichl. Keine Chance.

26. August 2011: Die Abschussgenehmigung für Kuh Yvonne wird endlich aufgehoben. Fans und Tierfreunde sind erleichtert.

29. August 2011: Der Sommer neigt sich zu Ende, aber die Kuh steht noch nicht im Stall: Das Gut Aiderbichl hat sich entschlossen, der Jagd auf Yvonne vorerst ein Ende zu bereiten. "Wir bauen heute noch die Zäune ab und ziehen uns komplett zurück“, verkündet eine Sprecherin.

1. September 2011: Yvonne grast gemeinsam mit vier Kälbern in Unteralmsam bei Stefanskirchen nahe der Isen auf einer Weide. Die Freude des Teams von Gut Aiderbichl ist groß. Yvonne kam also von selbst zurück.

2. September 2011: Nach wochenlangem Versteckspiel ist die mittlerweile berühmt gewordene ausgerissene Kuh "Yvonne" im oberbayerischen Ampfing (Landkreis Mühldorf a. Inn) eingefangen worden. Yvonne hat somit nach 100 Tagen im Wald ihr Leben als Reh aufgegeben. Sie wird in den Gnadenhof von Gut Aiderbichl nach Deggendorf (Niederbayern) gebracht, wo sie mit ihrem Sohn Friesi zusammentrifft. "Es wird noch ein paar Tage dauern, bis sie das erste Mal auf die Weide darf. Sie ist noch in der Entwilderungsphase, weil sie noch viel Adrenalin im Körper hat. Sie ist aber schon viel ruhiger geworden", schildert eine Aiderbichl-Sprecherin.

14. November 2011: Das Sommerloch ist längst Geschichte, aber Yvonne immer noch da: Nach 72 Tagen Quarantäne darf die Kuh, die nach drei Monaten Flucht in Bayern wieder eingefangen worden war, am Sonntag erstmals zu ihrem Tier-Sohn Friesi in die Koppel auf Gut Aiderbichl im bayerischen Deggendorf. Mit riesigen Sprüngen lässt das berühmte Rindvieh seiner Freude freien Lauf.

6. Juni 2012: Yvonne wird Nachfolger von Krake Paul als Orakel. Der Erfolg hält sich jedoch in Grenzen.

3. September 2019: Kuh Yvonne ist tot. Zwei Tage haben Tierärzte und Pfleger um ihr Leben gekämpft, doch am Ende habe die 14 Jahre alt gewordene Kuh nach einer schweren Beckenverletzung eingeschläfert werden müssen, teilt ihr Gnadenhof, das bayerische Gut Aiderbichl, am Dienstag mit.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.09.2019 um 06:17 auf https://www.salzburg24.at/leben/tiere/yvonne-die-kuh-die-ein-reh-sein-wollte-75711226

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