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Friedensnobelpreis für Anti-Atomwaffen-Initiative ICAN

Feierlaune im Genfer ICAN-Büro. Martial Trezzini/Keystone via AP
Feierlaune im Genfer ICAN-Büro.

In unserer guten Nachricht des Tages geht es heute um den diesjährigen Friedensnobelpreis. Eine internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) wurde vom Komitee auserkoren. Die Organisation wurde vor zehn Jahren in Wien gegründet.

ICAN werde für ihren seit einem Jahrzehnt andauernden Kampf für eine atomwaffenfreie Welt gewürdigt, heißt es in einer Erklärung. Die Organisation hatte sich maßgeblich für die erst in diesem Jahr erfolgte Verabschiedung eines Verbots von Atomwaffen durch die Vereinten Nationen eingesetzt. Österreich hat den Vertrag unterzeichnet. Da das Abkommen von den Atommächten, aber auch von Deutschland und der NATO boykottiert wird, hat es lediglich symbolischen Charakter.

Der diesjährige Friedensnobelpreis sei auch ein Aufruf an alle Atommächte, "ernsthafte Verhandlungen" mit dem Ziel einer schrittweisen und "sorgfältig überprüften Vernichtung" der fast 15.000 Atomwaffen in der Welt zu beginnen, so das Nobelpreiskomitee. Der Nobelpreis sei nicht als Kritik an einem konkreten Land zu verstehen, so die Jury-Vorsitzende. "Wir treten mit diesem Preis niemandem vors Schienbein", sagte sie.

Mehrere Staaten modernisierten derzeit ihre Arsenale und die Gefahr sei real, dass mehr Länder versuchten, Atomwaffen herzustellen. Konkret nannte Reiss-Andersen Nordkorea.

ICAN vor zehn Jahren in Wien gegründet

ICAN wurde 2007 in Wien am Rande einer Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag von mehr als 300 Nichtregierungsorganisationen gegründet. Die Graswurzelbewegung ist inzwischen in mehr als 100 Ländern aktiv. Zuletzt hatte Nordkorea mit Atomtests massive Kritik auf sich gezogen. 2015 dagegen wurde der Abschluss des Atomabkommens mit dem Iran international als Erfolg gefeiert. US-Präsident Donald Trump zieht die Vereinbarung allerdings in Zweifel.

Die ICAN-Geschäftsführerin Beatrice Fihn zeigte sich am Freitag überwältigt. "Wir bekamen den Anruf nur ein paar Minuten vor der offiziellen Verkündung", sagte Fihn am Freitag vor ihrem Büro in Genf. "Wir waren schockiert, dann haben wir gekichert und einen Moment gedacht, der Anruf war vielleicht ein Scherz." Sie seien zutiefst dankbar, sagte Fihn.

Van der Bellen gratuliert zum Friedensnobelpreis

Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte der Organisation am Freitag umgehend. "Es ist unsere gemeinsame Verantwortung für eine Welt ohne Atomwaffen einzustehen", schrieb Van der Bellen auf Twitter.

Der Friedensnobelpreis wird seit 1901 verliehen und wurde vom Erfinder des Dynamits, dem schwedischen Industriellen Alfred Nobel, gestiftet. Die Auszeichnung ist mit neun Millionen Schwedischen Kronen (945.000 Euro) dotiert und wird am 10. Dezember in Oslo überreicht.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.07.2019 um 07:26 auf https://www.salzburg24.at/news/good/friedensnobelpreis-fuer-anti-atomwaffen-initiative-ican-57032188

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