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1.000 Feuerwehrleute in NÖ im Sturm-Einsatz

Feuerwehr bei Aufräumarbeiten in Wiener Neudorf Salzburg24
Feuerwehr bei Aufräumarbeiten in Wiener Neudorf

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern ist am Wochenende ein Sturm über Niederösterreich hinweggefegt, der enorme Schäden verursacht und einen Großeinsatz der Feuerwehr erfordert hat, der am Sonntag bis in die Nachstunden dauern dürfte. Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos waren seit Samstag fast 1.000 Mitglieder von 160 Feuerwehren ausgerückt, um Sturmschäden zu beseitigen.

Hotspots waren die Bezirke Mödling, Baden, Neunkirchen und Wiener Neustadt. Die Notruftelefone liefen heiß, in die betroffenen Alarmzentralen mussten zusätzliche Disponenten einberufen werden. Bis Sonntag um 16.30 Uhr wurden 550 Einsätze bewältigt. Es war für die NÖ Feuerwehren eines der einsatzstärksten Wochenenden der vergangenen Jahre, berichtete Sprecher Franz Resperger.

Die Palette der Einsätze war vielfältig. Hauptsächlich galt es, umgestürzte Bäume von Straßen sowie von Strom- und Telefonleitungen zu beseitigen. Mehrere Baumriesen krachten auch auf Einfamilienhäuser, Industriegebäude sowie Gewerbebetriebe und führten an Dächern und Rauchfängen zu schweren Schäden. Nicht weniger oft mussten die Einsatzkräfte zu umgestürzten Baugerüsten und Plakatwänden ausrücken. Als akute Bedrohung für Fußgänger entpuppten sich zudem aus der Verankerung gerissene Satellitenspiegel: so manche drohten in die Tiefe zu stürzen und mussten von der Feuerwehr abmontiert werden. Weiters wurden mithilfe von Drehleitern und Teleskopmastbühnen dutzende lose Dachziegel gesichert.

Einen spektakulären Einsatz hatten die Feuerwehr-Höhenretter aus dem Bezirk Mödling zu bewältigen: Bei einem Betrieb im Industriezentrum in Wiener Neudorf drohten Teile des Fabriksdaches in die Tiefe zu stürzen, was die Spezialisten jedoch verhinderten. Gefahr drohte auch am Dach eines Einkaufszentrums in Vösendorf, wo der Sturm bereits Teile der mächtigen Entlüftungsrohre aus der Verankerung gerissen hatte. Der Feuerwehr gelang es, die beschädigte Anlage abzusichern.

Aufregung gab es in Kaltenleutgeben im Bezirk Baden um einen jungen Feuerwehrmann, der von einer Leiter aus vier Meter Höhe in die Tiefe fiel und sich an Schulter und Ellbogen verletzte. Er wurde nach notärztlicher Erstversorgung ins Krankenhaus Baden eingeliefert.

In Deutsch Haslau (Bezirk Bruck an der Leitha) brach gegen 16.30 Uhr ein Teil eines Reitstalles ein und begrub drei Pferde unter sich. Die unter einer mächtigen Holzwand liegenden Tiere wurden befreit, indem Feuerwehrleute die Wand mit Motorsägen zerteilten. Die Pferde überlebten das Unglück.

Die Bergrettung von Reichenau holte einen 27-Jährigen von der Rax, der am Sonntag einen Notruf abgesetzt hatte. Der Wiener war am Freitag aufgestiegen und saß seitdem in einer Notunterkunft fest. Aufgrund der orkanartigen Böen mussten die Bergretter die letzten Meter zur Hütte kriechend bewältigen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 26.02.2021 um 11:24 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/1-000-feuerwehrleute-in-noe-im-sturm-einsatz-44965156

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