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Traurige Bilanz

16 tote Kinder im Straßenverkehr

Schule, Kind, Schulweg, SB APA/GEORG HOCHMUTH
Dass Kinder im Straßenverkehr immer Vorrang haben, werde oft nicht eingehalten, heißt es vom KFV. (SYMBOLBILD)

Heuer sind mehr Kinder im Straßenverkehr ums Leben gekommen als in den vergangenen beiden Vorjahren zusammen, meldete sich am Donnerstag Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, zu Wort. 2017 waren acht Buben und Mädchen zu betrauern, im Vorjahr drei und in diesem Jahr bereits 16.

Dabei gilt für Kinder der "unsichtbare Schutzweg": Sie haben immer und überall Vorrang. Die Realität sieht laut Kuratorium für Verkehrssicherheit anders aus. Viele können einen Schutzweg nicht sicher queren. "Im Zuge einer unserer Erhebungen hat sich gezeigt, dass rund ein Drittel der Befragten sich nicht darüber im Klaren ist, dass Kindern das Queren von Straßen immer sicher und ungehindert ermöglicht werden muss. Sind Kinder in Begleitung Erwachsener unterwegs, wissen sogar nur elf Prozent der Befragten, dass auch in diesem Fall das Kind stets Vorrang hat", so Robatsch.

Auch wenn Kinder die Gefahren des Straßenverkehrs oftmals noch nicht richtig einschätzen können und sich teils unvorhersehbar verhalten – an der Mehrheit der Unfälle sind sie unschuldig beteiligt: In knapp zwei Drittel (64 Prozent) aller Fälle seien Kinder, die zu Fuß verunfallen, nicht Hauptunfallverursacher.

Autolenker halten vor Schutzweg nicht an

Für mindestens 100.000 Kinder wird jeden Tag vor dem Schutzweg nicht angehalten, und in 19.000 Fällen kommt es täglich zu einer Konfliktsituation – in der die Kleinen etwa auf die Seite springen oder ausweichen müssen. Kein Wunder, dass tatsächlich zwei Kinder pro Tag als Fußgänger (2018: 780 verletzte Kinder/Fußgänger) verletzt werden, alle 36 Stunden verletzt sich ein Kind am Schutzweg (2018: 242 verletzte Kinder am Schutzweg).

Vorbild für Kinder im Straßenverkehr

Um den Schutz der Kinder im Straßenverkehr zu erhöhen bedürfe es nicht nur einer kindgerechten Verkehrsplanung, sondern der Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. "Erwachsene sollten sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein. Besonders Eltern und Pädagogen nehmen eine bedeutende Rolle ein, wenn es um das Einüben des richtigen Verhaltens im Straßenverkehr geht", betonte Robatsch.

Auch helle, gut sichtbare, reflektierende Kleidung kann zur Sicherheit beitragen und ist vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit essenziell. Kfz-Lenker wiederum sollten auf eine aufmerksame und geschwindigkeitsreduzierte Fahrweise achten – nicht nur, aber ganz besonders im Umfeld von Schulen.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 17.04.2021 um 05:40 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/16-tote-kinder-im-strassenverkehr-2019-in-oesterreich-80571388

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