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Mehr Sterbefälle als Geburten

Österreichs Bevölkerung wächst nur durch Zuwanderung

kommunalfriedhofallerheiligen31102016008.jpg Neumayr/Archivbild
In Österreich gab es im vergangenen Jahr deutlich mehr Sterbefälle als Geburten. (SYMBOLBILD)

Am 1. Jänner 2021 lebten laut den nunmehr endgültig vorliegenden Ergebnissen der Statistik Austria 8.932.664 Menschen in Österreich, um 31.600 Personen (plus 0,36 Prozent) mehr als zu Jahresbeginn 2020.

Damit verzeichnete Österreich eine etwas geringere Bevölkerungszunahme als im Jahr zuvor (2019: plus 0,48 Prozent). Das Wachstum ging dabei ausschließlich auf die Zuwanderung zurück, da etwas weniger Geburten aber vor allem einen starken Anstieg bei den Sterbefälle gab.

Bevölkerungswachstum nur durch Zuwanderung

"Das Bevölkerungsplus fiel 2020 etwas geringer aus als im Jahr zuvor und ging ausschließlich auf internationale Zuwanderung zurück: Im Jahr 2020 wanderten 40.064 Menschen mehr aus dem Ausland zu als ab. Die Geburtenbilanz fiel hingegen aufgrund des starken Anstiegs der Sterbefälle mit einem Minus von 7.996 Personen negativ aus und dämpfte das gesamte Bevölkerungswachstum deutlich", analysierte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas die vorliegenden Daten.

Sterberate im Corona-Jahr

Im Jahr 2020 - damals begann die Coronavirus-Pandemie - starben 91.599 Personen, das sind um 8.213 (9,8 Prozent) mehr als im Jahr davor. In Salzburg war das ein Plus von 9,8 Prozent. Über dem Durchschnitt lag die Sterberate in der Steiermark, Kärnten, Vorarlberg und Wien. In den übrigen Bundesländern lagen die Zuwächse der Sterbezahlen jeweils unter dem Bundesdurchschnitt.

Rückgang bei Geburten

Zeitgleich ging die Zahl der Geburten um 1.349 Kinder bzw. um 1,6 Prozent im Vergleich zum Jahr davon zurück. Insgesamt kamen 2020 in Österreich 83.603 Kinder auf die Welt. Nur ein einziges Bundesland, nämlich Kärnten, verzeichnete mehr Babys (plus 1,7 Prozent). Salzburg verzeichnete um 0,4 Prozent weniger Geburten im Vergleich zum Vorjahr.

Ähnliche Bilanzen zuletzt in den 70ern

Ein interessantes Detail: Laut Statistik Austria gab es ähnlich negative Geburtenbilanzen zuletzt Ende der 1970er-Jahre. Damals trafen niedrige Kinderzahlen der geburtenschwachen Jahrgänge 1945 bis 1955 auf erhöhte Sterbezahlen der geburtenstarken Generation um 1900-Geborener.

Zahlen zur Zuwanderung

Entscheidend für das Wachstum im Vorjahr war die Zuwanderung. Laut Wanderungsstatistik gab 136.343 Zu- und 96.279 Wegzüge. Daraus ergibt sich ein Netto-Wanderungssaldo für Österreich mit dem Ausland von plus 40.064 Personen. Die Covid-19-bedingt eingeschränkte Mobilität von Personen ließ sowohl die Zahl der Zuzüge als auch der Wegzüge im Vergleich zum Vorjahr sinken. Dennoch blieb die Netto-Zuwanderung auf dem Niveau von 2019. Am 1. Jänner 2021 lebten insgesamt 1.531.072 Menschen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft in Österreich. Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger an der Gesamtbevölkerung betrug 17,1 Prozent.

Zuwanderung überwiegend aus Europa

Die Zuwanderung erfolgte vor allem aus anderen europäischen Staaten. Drei Viertel entfielen auf Angehörige anderer EU- bzw. EFTA-Staaten sowie dem Vereinigten Königreich Großbritannien (plus 31.801 Menschen) und nur ein Viertel auf Drittstaatsangehörige (plus 10.100). Damit sank die Netto-Zuwanderung von Drittstaatsangehörigen um 12 Prozent. Den größten Zuwanderungsüberschuss gab es 2020 bei Deutschen, gefolgt von rumänischen, kroatischen, syrischen und ungarischen Staatsangehörigen. Die meisten internationalen Zuwanderungen zog dabei die Bundeshauptstadt Wien an.

Wanderung in Österreich

Innerhalb Österreichs wurden 2020 insgesamt 781.472 Hauptwohnsitzwechsel und damit um 16.948 weniger als 2019 dokumentiert. Der größte Teil der Binnenwanderungen verlief dabei über kurze Distanzen, in rund 54 Prozent der Fälle handelte es sich um Umzüge innerhalb einer Gemeinde.

Umzüge meist im eigenen Bundesland

Nur rund 15 Prozent aller Umzüge erfolgten unterdessen über Bundesländergrenzen hinweg. Dabei verzeichnete Niederösterreich mit plus 5.395 Personen den größten absoluten Wanderungsgewinn aus allen anderen Bundesländern. In Salzburg hingegen überwog die Abwanderung in andere Bundesländer, wobei die negative Binnenwanderungsbilanz mit -3.431 Personen in Wien am größten war.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 28.07.2021 um 06:28 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/2020-deutlich-mehr-sterbefaelle-als-geburten-104395699

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