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70. Geburtstag: Was von Jörg Haider bleibt

Politik-Karriere nahm 2008 tragisches Ende

Jörg Haider APA/ROLAND SCHLAGER
Jörg Haider hätte am Sonntag seinen 70. Geburtstag gefeiert (ARCHIVBILD).

Am Sonntag jährt sich der Geburtstag des ehemaligen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider zum 70. Mal. Der gebürtige Oberösterreicher mischte zuerst die Freiheitlichen und danach Kärnten und Österreichs politisches System gehörig auf. Am 11. Oktober 2008 nahm seine schillernde Karriere ein tragisches Ende, als er mit seinem Auto betrunken in den Tod raste. Sein politisches Erbe wurde von den Nachfolgern heruntergewirtschaftet.

Haider wurde am 26. Jänner 1950 in Bad Goisern geboren. Seine Eltern waren überzeugte Nationalsozialisten, sein Vater Robert Haider war vor dem "Anschluss" illegales Mitglied der NSDAP. Haider besuchte das Gymnasium in Bad Ischl, nach der Matura studierte er Jus an der Universität Wien. Nach dem Abschluss war er bis 1976 als Universitätsassistent am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht an der Uni Wien tätig.

Mit 20 Jahren wandte er sich der Politik zu, 1970 wurde er RFJ-Bundesobmann, 1976 übersiedelte er nach Kärnten. 1979 zog er für die FPÖ in den Nationalrat ein. 1983 übernahm er die Leitung der Kärntner Freiheitlichen, drei Jahre später stürzte er den damaligen Bundesparteiobmann Norbert Steger beim Parteitag in Innsbruck. Daraufhin kündigte SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky die bestehende rot-blaue Koalition auf. Haider sollte insgesamt 14 Jahre FPÖ-Bundesparteiobmann bleiben.

Aufstieg mit der FPÖ

1989 brach er in Kärnten die absolute Mehrheit der SPÖ und wurde mit Hilfe der ÖVP zum Landeshauptmann gewählt. Zwei Jahre später stolperte er über einen Ausspruch im Landtag, als er die "ordentliche Beschäftigungspolitik" während der Nazi-Diktatur lobte. 1999 wurde die FPÖ bei der Landtagswahl in Kärnten stimmenstärkste Partei und Haider - erneut mit Hilfe der ÖVP - wieder Landeshauptmann. Bei der Nationalratswahl 1999 schaffte mit der FPÖ ein historisches Ergebnis, die Freiheitlichen verdrängten mit 26,9 Prozent die ÖVP von Platz zwei. Wolfgang Schüssel wurde Bundeskanzler, Susanne Riess-Passer freiheitliche Vizekanzlerin.

Als diese sich mit Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Klubobmann Peter Westenthaler immer mehr von Haider abnabelte, kam es zum Krach. Dem Wirbel in Knittelfeld 2002 folgte der Bruch mit Riess-Passer, Westenthaler und Grasser. Die folgende Nationalratswahl ging verloren, die FPÖ stürzte auf 10,0 Prozent ab. In Kärnten reichte es aber, um 2004 die Landtagswahl erneut mit 42 Prozent zu gewinnen und den Landeshauptmannsessel zu verteidigen.

Das Erbe Haiders

Im April 2005 gründete Haider nach ständigen Querelen mit der Wiener FPÖ rund um Heinz-Christian Strache schließlich das BZÖ. Die neue Partei konnte vorerst nur in Kärnten reüssieren, bei der Nationalratswahl 2006 schafften die Orangen mit dem zurückgekehrten Westenthaler als Parteichef und Spitzenkandidat hauchdünn den Sprung ins Parlament. 2008 mit Haider an der Spitze reichte es zu 10,7 Prozent, man landete noch vor den Grünen. Kurz darauf war Haider tot, inzwischen gibt es auch das BZÖ nicht mehr. Haiders damaliger Widersacher Heinz-Christian Strache hat die FPÖ in tiefe Turbulenzen gestürzt, samt Parteispaltung in Wien. Eines seiner Hauptziele - das Verhindern des Weiterbestehens der rot-schwarzen Koalition - wurde erreicht, allerdings aktuell ohne freiheitliche Beteiligung.

In Kärnten zog Haiders Wirken posthum vor allem tiefrote Spuren durch die Landesfinanzen. Am Hypo-Skandal ging das Land beinahe pleite, seine Nachfolger in der Landesregierung wurden von der Wählerschaft 2013 davongejagt, wovon sich die Partei bis heute nicht erholt hat. Die Verantwortlichen der Hypo standen x-mal vor dem Kadi, ebenso wie der Großteil der freiheitlichen Regierungsmitglieder. Die Verschwörungstheorien, die rund um Haiders Unfalltod wucherten, sind weitgehend verschwunden.

(Quelle: APA)

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