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Ab Montag

Verschärfte Regeln für Balearen-Rückkehrer

Urlaubsziele Ibiza und Mallorca betroffen

Negativer Test, sonst Quarantäne
Rückkehrer müssen einen negativen PCR-Test vorweisen können.

Das Gesundheitsministerium hat am Freitagabend die adaptierte Corona-Einreise-Verordnung herausgegeben. Die strengen Einreiseregeln wegen der Corona-Pandemie werden wie angekündigt ab Montag auf die Balearischen Inseln ausgeweitet. Personen, die durch Österreich durchreisen, müssen ein Formular ausfüllen.

Mit kommendem Montag (00.00 Uhr am 24. August) gilt auch für die Balearischen Inseln eine Reisewarnung, außerdem müssen laut der abgeänderten Verordnung - analog zu bisherigen Risikogebieten - Balearen-Rückkehrer einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als drei Tage sein darf. Wer ab Montag bei der Einreise von den Balearischen Inseln keinen negativen PCR-Test vorweisen kann, für den gelten dieselben Bestimmung wie für die schon bestehenden Risikogebiete: Ohne Test muss man sich in zehntägige Heimquarantäne begeben und dort innerhalb von 48 Stunden einen Corona-Test veranlassen. Ist dieser negativ, darf man die Quarantäne verlassen.

Diese Regelungen der Corona-Einreise-Verordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betreffen bereits mehr als 30 Risikogebiete. Zuletzt wurde die Liste der betroffenen Länder am 10. August um das spanische Festland erweitert, seit diesem Montag um Kroatien. Die neu betroffenen Balearischen Inseln sind: Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Damit sind in punkto Spanien nur jene Reisende, die von den Kanarischen Inseln nach Österreich zurückkommen, weiterhin von den strengen Maßnahmen ausgenommen.

Steigende Corona-Zahlen durch Heimkehrer

Die Maßnahmen für die Balearen vor dem Hintergrund steigender Corona-Zahlen betreffen rund 3.000 Personen - rund 1.000 Pauschalreisende sowie 1.500 bis 2.000 Individualtouristen aus Österreich, wie der Präsident des Österreichischen ReiseVerbands und TUI-Austria-Prokurist, Josef Peterleithner, am Mittwoch erklärte. Heimkommende von den Balearen, die von 14. bis 23. August nach Österreich eingereist sind oder noch einreisen werden, können sich ab sofort bis einschließlich Freitag, 28. August, kostenlos auf SARS-CoV-2 testen lassen. Sie sollen sich - auch ohne Symptome - dazu bei der Gesundheitsnummer 1450 melden. Aktuell gibt es 38 "Drive-Ins" für Gratis-Testmöglichkeiten in ganz Österreich, die schon für Kroatien-Rückkehrer angeboten worden waren und werden.

Das Außenministerium rät grundsätzlich vor dem Hintergrund der weltweiten Corona-Pandemie weiterhin dringend von allen nicht notwendigen Auslandsreisen ab. Rückholaktionen vonseiten der Bundesregierung von den Balearen sind keine geplant.

(Quelle: APA)

Österreich verhängt weitere Reisewarnungen

Pressekonferenz Kurz, Anschober, Nehammer APA/GEORG HOCHMUTH

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) lädt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstagnachmittag zu Gesprächen über die aktuelle Corona-Situation ins Kanzleramt. Bei einer anschließenden Pressekonferenz wurden die Reisewarnung für die Balearen bestätigt sowie verstärkte Kontrollen an den Grenzen angekündigt.

Sebastian Kurz kündigt zu Beginn des Pressegesprächs neue Maßnahmen an, die man aufgrund der steigenden Corona-Zahlen setzen werde. Bisher sei man gut durch den Sommer gekommen, auch der Tourismus habe trotz kleinerer Cluster gut funktioniert. In den letzten Tagen habe sich die Situation aber verschlechtert. "Wenn man sich die Situation genauer anschaut, dann ist die größte Gruppe die Gruppe der Reiserückkehrer", so der Bundeskanzler.

Auch für die Balearen wird nun eine Reisewarnung ausgesprochen. Diese gilt ab Montag. "All jene, die derzeit dort auf Urlaub sind und bis Montag zurückkehren, haben die Möglichkeit sich direkt an den Flughäfen testen zu lassen." 

Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera betroffen

Betroffen sind die gesamten Balearischen Inseln mit Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera. Für Festland-Spanien gelten diese strengen Einreisebestimmungen bereits seit 10. August. Einreisende müssen entweder einen negativen Test vorlegen oder in Heimquarantäne innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen. Lediglich die Kanarischen Inseln sind nach wie vor nicht von diesen Maßnahmen betroffen.

Erneuter Hinweis auf Gratis-Test für Kroatien-Urlauber

Rudolf Anschober (Grüne) spricht erneut an, dass die meisten Neuinfektionen junge Menschen betreffen und fordert sie auf, Verantwortung zu übernehmen. "Die meisten Kroatien-Urlauber machen sicher einen sehr vernünftigen Urlaub, es gibt aber junge Menschen, die dieses Verantwortungsbewusstsein offenbar noch nicht haben", so der Gesundheitsminister. "Der Ballermann ist der beste Freund des Virus. Je dichter es ist, je mehr gefeiert wird, desto problematischer ist es", sagte Anschober. Er appellierte, weiterhin den Mindestabstand einzuhalten. Denn auch junge Menschen könnten erkranken und v.a. Überträger sein, betonte er.

Die Gratis-Tests für Kroatien-Rückkehrer, die bis Montag wieder in Österreich waren, können sich in den Drive-Ins bundesweit anmelden und den Test im jeweiligen Bundesland machen. "In diesem Fall geht es auch ohne Symptome, weil wir hier sichergehen wollen. Es ist eine Sonder-Screening-Maßnahme, die wir dort anwenden, wo wir ein hohes Risiko sehen." Diese Möglichkeit gebe es noch bis Freitag, erklärt Anschober.

Dieselben Möglichkeiten möchte man auch Balearen-Urlaubern zur Verfügung stehen. Details dazu soll es morgen geben.

Verstärkte Grenzkontrollen in Tirol und Kärnten

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kündigt an, dass die Grenzkontrollen in Tirol und Kärnten verstärkt werden. "Jeder, der nach Österreich kommt, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden."  Es sollen rund 500 Polizisten mehr zum Einsatz kommen, auch rund 800 Soldaten werden bei den Kontrollen eingesetzt werden, sagte Kurz. Es gehe auch darum, Umgehungsmöglichkeiten für Westbalkan-Rückkehrer zu verhindern, die etwa über Slowenien einreisen, ergänzt Nehammer. Die Polizei und die Gesundheitsbehörden würden die Kontrollen gemeinsam vornehmen, sagte der Innenminister. "Das gilt es jetzt noch weiter auszudehnen."

Derzeit würden sich mehr als 20.000 Menschen in Quarantäne befinden, auch hier stehe die Polizei bereit, diese Maßnahmen zu überwachen. Zudem weist er daraufhin, dass die Quarantäne-Anweisungen einzuhalten seien und ein Verstoß "kein Kavaliersdelikt ist."

SPÖ: Türkis-Grün hinkt dem Virus hinterher

 Kritik an den Maßnahmen kam von der SPÖ. Die Regierung hinke dem Virus hinterher, sagte der stellvertretende SPÖ-Klubchef Jörg Leichtfried in einer Aussendung. Türkis-Grün habe "versagt" und es nicht geschafft, "rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen", meinte Leichtfried mit Blick auf den Sommerreiseverkehr. Er bekräftigt die Forderung der SPÖ nach Gratistestungen für alle Reiserückkehrer, nicht nur für jene aus Kroatien und von den Balearen.

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