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Ärzte appellieren

Rückenschmerz nicht ignorieren

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Plötzliche Rückenschmerzen sollte man keinesfalls ignorieren. (SYMBOLBILD)

Rückenschmerzen gehören zu den am weitest verbreiteten Gründen, warum Patienten den Arzt konsultieren. Wenn die Schmerzen keine eindeutig erkennbare Ursache haben, sprechen Experten von unspezifischen Rückenschmerzen. Viele Betroffene erholen sich binnen weniger Wochen wieder. Das heißt aber nicht, dass man das Problem ignorieren sollte, warnten Mediziner in Graz am Donnerstag.

Nicht in allen Fällen spielen bei spontan auftretenden ausgeprägten Rückenschmerzen ernsthafte körperliche Veränderungen eine Rolle. Ursache für die Mehrzahl der sogenannten "unspezifischen" Rückenschmerzen können etwa sogenannte Funktionsstörungen im Zusammenspiel von Muskeln, Bändern, Gelenken und Sehnen durch Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und einseitige Belastung sein. Vielfach tritt binnen weniger Wochen wieder ein Rückgang der Schmerzen ein.

 

Leitfaden für Patienten

"Das heißt aber nicht, dass man sie ignorieren sollte", hob Andrea Siebenhofer-Kroitzsch, Leiterin des Instituts für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung (IAMEV) an der Med-Uni Graz am Donnerstag per Aussendung hervor. "Im Gegenteil: Man sollte jedenfalls alles tun, um zu verhindern, dass der Rückenschmerz chronisch wird". Das Grazer Institut hat einen Behandlungspfad für Patientinnen und Patienten mit nicht-spezifischem Rückenschmerz erstellt.

Rückenschmerz: In Bewegung bleiben

Erste Anlaufstelle und Hauptkoordinator für den Versorgungsprozess sollte laut den Grazer Experten der Arzt sein. Finden sich keine Warnhinweise auf gefährliche Verläufe wie Fieber, Ermüdbarkeit oder Schüttelfrost oder auch besonders starke Schmerzen in der Nacht, sind demnach vorerst keine Röntgen- oder MRT-Untersuchungen erforderlich. Tritt der Rückenschmerz plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auf, sei es das Wichtigste in Bewegung zu bleiben. "Viele Menschen machen den Fehler und legen sich mit den Schmerzen ins Bett. Das verschlimmert aber in der Regel die Beschwerden", hob der ärztliche Leiter des Projekts , Karl Horvath, hervor.

Therapie für chronischen Schmerz

Wenn der Rückenschmerz keine ernst zu nehmenden Ursachen oder krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule hat, sei es wichtig, die normalen Alltagsaktivitäten nicht einzuschränken. Empfohlen werden auch Ausdauer- und Krafttraining unter Anleitung, Dehnungsübungen und Wärmetherapien. Zeigen die nicht-medikamentösen Therapien keinen ausreichenden Erfolg, können Medikamente aus der Gruppe der Nicht-Steroidalen Antirheumatika helfen, die Beschwerden zu lindern.

Erst wenn sich nach vier bis sechs Wochen keine Besserung zeigt, sollten weitere Abklärungen durch bildgebende Verfahren (Röntgen, MRT, CT) Labor, bzw. eine Überweisung an einen Facharzt oder Spezialambulanz erfolgen. Hält der Schmerz länger als zwölf Wochen an, spricht man von chronischem Rückenschmerz, für den es umfassende Therapie- und Rehabilitationsprogramme gibt.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 12.05.2021 um 02:08 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/aerzte-appellieren-rueckenschmerzen-nicht-ignorieren-79545865

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