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Sperrstunde um Mitternacht

Alle Corona-Lockerungen auf einen Blick

SPÖ und NEOS zufrieden, FPÖ äußert Kritik

Die Bundesregierung hat weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen bekannt gegeben. Diese erfolgen in zwei Schritten im Drei-Wochen-Abstand, und zwar per 10. Juni und 1. Juli. Im ersten Schritt wird die Sperrstunde in der Gastronomie auf Mitternacht ausgeweitet. Die 20-Quadratmeter-Regel in Handel und Freizeit wird auf zehn reduziert.

"Es gibt in allen Bereichen eine positive Entwicklung", betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei dem Medientermin am Freitagmittag. Damit einhergehend sei eine Entspannung in den Krankenhäusern. 3,3 Millionen Menschen in Österreich hätten zudem bereits die Erstimpfung erhalten. 

"Ab 1. Juli werden wir unser normales Leben wieder zurückbekommen", kündigte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) an. Dann seien auch wieder Hochzeiten, Geburtstagsfeste und Großveranstaltungen möglich. Außerdem fallen in Österreichs Profisport die Zuschauergrenzen. "Ab dort (1. Juli, Anm.) gibt es keine Beschränkungen mehr außer den Status getestet, geimpft und genesen nachzuweisen. Das heißt, wir haben volle Auslastung der Sitzplätze - indoor wie outdoor", verkündete Sportminister Werner Kogler (Grüne). Ab 16. Juli starten die Clubs mit der 1. Runde im ÖFB-Cup aus der Sommerpause. 

Ab 10. Juni: Treffen mit bis zu 16 Personen

Unter anderem in der Gastro dürfen schon ab 10. Juni acht Personen indoor und 16 outdoor plus Kinder zusammenkommen (statt vier/acht), der Mindestabstand gegenüber anderen Gruppen sinkt von zwei auf einen Meter. Die Teilnehmerobergrenzen für die Kultur (1.500 indoor, 3.000 outdoor) bleibt im ersten Schritt noch. 

Zudem fällt die Masken-Pflicht im Freien in allen Bereichen, also auch bei Veranstaltungen und für Kellner. Bei Kindern wird die Testpflicht von derzeit zehn auf zwölf Jahre angehoben. Begründet wird das damit, dass Kinder erst ab zwölf geimpft werden dürfen und man Eltern mit Kindern zwischen zehn und zwölf ersparen will, dass sie ihre Kinder alle zwei Tage testen müssen.

Einreise nach Österreich erleichtert

Gelockert werden in drei Wochen auch die Einreisebestimmungen, "Pre Travel Clearance" ist nur noch für Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete notwendig, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Busreisen dürfen wieder in zu 100 Prozent ausgelasteten Fahrzeugen erfolgen.

Weitere Corona-Lockerungen ab 1. Juli

Im zweiten Schritt sollen dann weitgehende Freigaben kommen. "Mit 1. Juli kann geheiratet und gefeiert werden", versprach Kurz, auch Geburtstagsfeste und Großveranstaltungen sollen dann möglich sein.

Die 3-G-Regel - getestet, genesen, geimpft - soll als Grundvoraussetzung aber aufrecht bleiben. Die Maskenpflicht werde man reduzieren, im öffentlichen Personenverkehr und Teilen des Handels soll sie aber bleiben.

SPÖ mit Ankündigungen zufrieden

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner mahnt nach den heute, Freitag, verkündeten weiteren Lockerungen zur Vorsicht. Es sei wichtig, das Infektionsgeschehen weiter genau im Blick zu haben und die Lockerungsschritte laufend zu bewerten, meinte sie in einer schriftlichen Stellungnahme. FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl ist wenig überraschend auch mit den neuen umfassenden Lockerungsschritten der Regierung in der Corona-Pandemie nicht zufrieden.

Kickl mit Kritik

Im Stil von Feudalherren hätten der Kanzler und seine Minister den Österreichern "gnädigerweise einen kleinen Teil der ihnen ohnehin zustehenden Freiheiten zurückgegeben", wobei der grüne Minister Wolfgang Mückstein aber ohnehin gleich wieder von Verschärfungen gesprochen habe, wenn es "notwendig" sei, erklärte Kickl in einer Aussendung. Dies lasse schon erahnen, wohin die Reise gehen werde, meinte der Klubchef. Die Österreicher würden weiterhin auf Schritt und Tritt kontrolliert und mit immer verwirrenderen Vorschriften gegängelt.

Rendi-Wagner für Vorsicht bei Lockerungen

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt" sagt Rendi-Wagner Ja zu weiteren Lockerungsschritten, aber immer mit größter Vorsicht statt mit Übermut: "Denn diese Pandemie ist noch nicht vorbei." Ein Aufrechterhalten der Maskenpflicht hält die SPÖ-Vorsitzende weiterhin für dringend notwendig in allen Bereichen, wo die 3G-Regeln nicht gelten, daher ein größeres Risiko herrsche und viele Menschen sich unkontrolliert näherkämen.

NEOS für frühere Lockerungen

Grundsätzlich positiv findet NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker die heutigen Ankündigungen. Nicht nachvollziehbar ist für ihn allerdings, wie er in einer Aussendung ausführt, wieso noch weitere zwei Wochen mit den Öffnungsschritten zugewartet wird: "Wenn die Maßnahmen richtig sind, warum warten wir dann bis 10. Juni damit?" Konkret nennt er die Sperrstunden-Regelung und die Maskenpflicht in 3G-Bereichen.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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