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Erstmals seit langem

Weniger als 300.000 Jobsuchende in Österreich

Arbeitslosenrate auf niedrigstem Stand seit 14 Jahren

Die Arbeitslosenrate ist in Österreich auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Erstmals seit längerer Zeit gibt es nun wieder weniger als 300.000 Jobsuchende. Aktuell sind 298.483 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet, teilte das Arbeitsministerium am Dienstag mit.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen in Europa wegen des Ukraine-Kriegs haben die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in Österreich nicht gestoppt. Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer ist im Vergleich zur Vorwoche um 1.622 Personen gesunken.

Arbeitsmarkt in "robuster Verfassung"

228.038 Personen sind hierzulande arbeitslos und 70.445 Personen befinden sich in AMS-Schulungen. Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit belaufen sich derzeit auf 28.083 Personen. "Bemerkenswert ist, dass der Arbeitsmarkt in einer derart robusten Verfassung ist und den wirtschaftlichen Verwerfungen durch den russischen Krieg in der Ukraine in einem hohen Ausmaß Stand hält", kommentierte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Für die vorletzte Woche zeige der BIP-Indikator der OECD für Österreich ein Wirtschaftswachstum von 4,7 Prozent im Vergleich zur Vorjahreswoche.

Arbeitslosenzahlen sinken weiter

Der Wirtschaftsaufschwung nach der Corona-Krise lässt seit Monaten die Arbeitslosen- und Kurzarbeitszahlen deutlich sinken, die Arbeitslosenrate ist auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Die deutliche Erholung am Arbeitsmarkt nach dem coronabedingten Einbruch erschwert aber die Mitarbeitersuche für viele Unternehmen, vor allem in Gastronomie, Hotellerie, Industrie und IT. Die Statistik Austria vermeldete vergangene Woche für das erste Quartal mit 202.700 offenen Stellen einen Rekord bei der Offenen-Stellen-Erhebung seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2009.

"Rat neue Arbeitswelten" trifft sich

Am Dienstag traf sich der Mitte Juli 2021 vom Arbeitsministerium initiierte "Rat neue Arbeitswelten" zum vierten Mal. Das Gremium berät das Ministerium. Diesmal stand unter anderem die Lehrlingsausbildung in Österreich im Fokus. Seit Mitte der 1990er-Jahre habe sich das Verhältnis von Lehrstellen zu jungen Menschen stabil entwickelt, so Kocher. In Österreich starten rund 40 Prozent der Jugendlichen nach der Schulpflicht mit einer Lehre. Man wollte die Lehre "weiter attraktivieren" und auch mehr Mädchen in Technik-Lehrberufe bekommen, sagte der Arbeitsminister. Im Jahr 2005 lag der Anteil von Frauen in technischen Lehrberufen bei 4,7 Prozent, 2021 waren es 10,9 Prozent.

Im Rahmen des aktuellen Anti-Teuerungspakets der Regierung wird der Digi-Scheck für Lehrlinge, der ursprünglich bis Ende 2022 befristet war, bis 2024 verlängert. Pro Lehrling und Kalenderjahr werden bis zu 3 Kursmaßnahmen im Bereich Digitalisierung, Klimaschutz und Internationalisierung in der Höhe von jeweils maximal 500 Euro gefördert.

Arbeitslosenversicherung vor Reform

Die lange angekündigte Reform der Arbeitslosenversicherung ist laut Kocher aufgrund des Anti-Teuerungspakets und der Gasversorgung kurzfristig in den Hintergrund getreten. "Ich kann ihnen nichts Neues berichten." Man wolle aber bald Ergebnisse liefern. "Ich bin optimistisch, dass wir es vor dem Sommer schaffen." Beim Entlastungspaket sieht Kocher aktuell keinen Nachbesserungsbedarf. Der von SPÖ, Gewerkschaft und FPÖ geforderten Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel steht der Wirtschafts- und Arbeitsminister skeptisch gegenüber. "Ich bin da nicht so überzeugt, ob sie weitergegeben würde." Das jetzige Paket wirke besser und habe mehr Volumen.

Geld APA/Helmut Fohringer
(SYMBOLBILD)

Das Anti-Teuerungspaket im Überblick

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SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter forderte am Dienstag in einer Aussendung einen Ölpreis-Deckel. "Gestern wurde über den Spritpreisdeckel in Kroatien berichtet. Heute denkt sogar US-Finanzministerin Yellen über Preisdeckel bei Öl nach, um die Inflation zu bekämpfen", so Matznetter. Die türkis-grüne Regierung habe nur Einmalzahlungen beschlossen, "die schon verpuffen, bevor sie überhaupt auf den Konten der Menschen ankommen".

(Quelle: APA)

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