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Im Österreich-Vergleich

Arbeitslosenquote in Salzburg am niedrigsten

Erfreulicher Trend bei Langzeitarbeitslosen

Das Bundesland Salzburg vermeldet im Dezember die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz Österreich. So waren 4,6 Prozent auf Jobsuche, in Österreich liegt die Quote bei 8,1 Prozent und damit deutlich höher.

12.479 Personen waren im Dezember im Bundesland Salzburg arbeitslos gemeldet, das sind 12.542 weniger als vor einem Jahr (- 50,1 Prozent) und immer noch 378 weniger als 2019, also vor der Corona-Krise (-2,9 Prozent). 1.906 Menschen waren in Schulungen (-0,8 Prozent). Mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent (vorläufig geschätzt, genaue Daten liegen wie immer zur Monatsmitte vor) hat Salzburg den niedrigsten Wert in Österreich, gefolgt von Tirol (4,7 Prozent). Österreichweit beträgt die Quote 8,1 Prozent.

Auch in den Bezirken ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr gesunken, nämlich zwischen -34,1 Prozent (Stadt Salzburg und Flachgau) und -70,5 Prozent (Pinzgau). Im Vergleich zu 2019 gibt es ein Plus von 20,7 Prozent im Pinzgau und 7,1 Prozent im Lungau. In allen anderen Bezirken liegen die Werte unter jenen der Vorkrisenzeit.

Die Arbeitslosenzahlen in Österreich

Per Ende Dezember sind in Österreich 402.378 Menschen in der Arbeitslosigkeit gewesen. Davon waren 336.276 arbeitslos gemeldet und 66.102 Personen befanden sich in Schulungen. Das ergab eine Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent, so das Arbeitsministerium am Montag. Verglichen zum Dezember vor einem Jahr sind um rund 119.000 Menschen weniger arbeitslos oder in Schulungen gewesen.

Weniger Menschen arbeitslos als vor Krise

Die Bilanz der Arbeitslosenzahlen im Dezember zeige, dass im Monatsvergleich weniger Menschen arbeitslos gemeldet sind als vor Beginn der Pandemie, so das Ministerium. Schließlich waren nun Ende Dezember um 5.494 Personen weniger arbeitslos oder in Schulungen als im Dezember 2019 mit 407.872 Betroffenen insgesamt.

130.000 weniger Arbeitslose im Jahresverlauf

"Es entspricht dem gewöhnlichen Trend, dass saisonale Effekte zum Jahreswechsel am österreichischen Arbeitsmarkt wirken", meinte Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP). Dennoch bewege sich die Arbeitslosigkeit in einem für diese Jahreszeit niedrigeren Ausmaß als in den Vorjahren. Positiv sei auch, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf um rund 130.000 Personen abgenommen habe. "Das zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken und die Dynamik am Arbeitsmarkt trotz zeitweiser Einschränkungen, die pandemiebedingt notwendig waren, besser ist als erwartet", so der Politiker.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei Männern und Frauen bewegte sich zum Ende des Vorjahres den Ministeriumsangaben zufolge im üblichen Trend. Die Arbeitslosenquote bei Frauen lag Ende Dezember um 2,3 Prozentpunkte unter jener der Männer. Derzeit sind 133.088 Frauen arbeitslos gemeldet, bei den Männern sind es 203.188 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit sowohl bei Frauen (-31,4 Prozent) als auch bei Männern (- 23,5 Prozent) zu verzeichnen. Ende Dezember 2020 waren 194.006 Frauen arbeitslos gemeldet und 265.676 Männer.

Auch Jugendarbeitslosigkeit gesunken

Die Jugendarbeitslosigkeit liegt derzeit bei 32.180 Personen. Sie ist im Vorjahresvergleich um 13.206 Personen gesunken. Kocher führt dies auf Maßnahmen wie ein sogenanntes Jugendcoaching zurück und auf die Tätigkeit einer Taskforce für Jugendbeschäftigung. In Salzburg ist die Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) um 52,3 Prozent auf 1.512 Personen zurückgegangen (im Vergleich zu 2019: -9,4 Prozent).

Langzeitarbeitslosigkeit weiter "große Herausforderung"

Die Langzeitarbeitslosigkeit bleibt jedenfalls eine "große Herausforderung" am Arbeitsmarkt. Ende Dezember 2021 befanden sich mit 115.743 Langzeitarbeitslosen um 20.877 Personen mehr in Langzeitarbeitslosigkeit als im Vergleichszeitraum 2019, vor der Krise. "Auch im Jahr 2022 liegt daher unser Fokus auf der Reduktion der Langzeitarbeitslosigkeit durch Maßnahmen im Rahmen des Programms Sprungbrett", so Kocher. 2021 habe man bereits einige Erfolge bei der Reduktion erzielt - seit dem Höhepunkt im April mit 148.436 Personen, sei die Zahl der Betroffenen schließlich wieder zurückgegangen.

Ein positiver Trend zeigt sich hier in Salzburg: Ein erfreuliches Bild zeigt sich bei der Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit: Gab es im September 2021 noch einen Anstieg um 6,7 Prozent im Vergleich zu 2020, so ist dieser Wer seither sukzessive ins Minus gegangen: Im Dezember waren es bereits minus 31 Prozent, das sind um 573 langzeitarbeitslose Personen weniger.

Problemfeld am Arbeitsmarkt

Ein weiteres Problemfeld ist die Gruppe der älteren Arbeitslosen. Insgesamt sind Ende Dezember 110.054 Personen über 50 Jahre beim AMS arbeitslos gemeldet. 2020 lag dieser Wert bei 143.710 Personen, 2019 bei 110.866 Personen. Mit 124.482 Personen, die im Jahresverlauf insgesamt aus der Arbeitslosigkeit wieder in eine Beschäftigung vermittelt wurden, habe es aber auch bei der Vermittlung von älteren Arbeitslosen Fortschritte gegeben.

Zur Kurzarbeit waren im Dezember 176.529 Personen angemeldet. Kocher sprach hier von einem "recht moderaten Ausmaß. Entscheidend wird sein, wie stark die Kurzarbeit nach den Abrechnungen tatsächlich in Anspruch genommen wurde. Es ist jedenfalls zu erwarten, dass die Inanspruchnahme der Kurzarbeit bei weitem nicht das Ausmaß des Vergleichszeitraums 2020 erreichen wird." Zum Jahreswechsel 2020/2021 waren rund 390.000 Personen in Kurzarbeit.

In Salzburg haben 2.054 Betriebe seit dem 22. November 2021, dem Beginn des jüngsten Lockdown, im Bundesland Salzburg einen Kurzarbeitsantrag gestellt. Dabei wurde für 16.475 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angesucht.

AMS-Chefin blickt zuversichtlich auf 2022

„Trotz der vielen Schwierigkeiten mit der Bekämpfung der Pandemie und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt liegt die Arbeitslosigkeit unter jener von Dezember 2019. Durch die Dynamik der Salzburger Wirtschaft und die Unterstützung durch das AMS ist es auch gelungen, die Langzeitarbeitslosigkeit zu senken, das lässt uns insgesamt sehr zuversichtlich auf das neue Jahr blicken. Das zeigt ja auch der enorme Anstieg der offenen Stellen um knapp 220 Prozent auf nunmehr 11.545, das sind 77,3 Prozent mehr als im Jahr 2019“, fasst AMS-Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer zusammen.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

Aufgerufen am 20.05.2022 um 10:24 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/arbeitslosigkeit-im-dezember-weniger-menschen-ohne-job-als-vor-krise-114923767

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