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Im Vergleich zum Vorjahr

84 Prozent mehr Arbeitslose in Salzburg

Arbeitsmarkt leidet unter Ausfall des Wintertourismus

Die Arbeitslosenzahlen sind aufgrunder Coronakrise weiter sehr hoch.
Die Zahl der Arbeitslosen in Österreich ist weiter hoch.

Der Corona-bedingte Ausfall der Tourismus-Wintersaison belastet weiter den Arbeitsmarkt. Im Bundesland Salzburg waren Ende Februar um 84,5 Prozent mehr Menschen als arbeitslos gemeldet als noch im Vorjahr.

Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer lag Ende Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27 Prozent höher. 508.923 Menschen waren in Österreich arbeitslos gemeldet oder in AMS-Schulung, das sind um 109.564 mehr als im Februar 2020. Ende Jänner waren 535.470 Personen ohne Job. Im Bundesland Salzburg waren 24.222 Personen Ende Februar als arbeitslos vorgemerkt. Das ist im Vorjahresvergleich ein Zuwachs um 11.090 Arbeitslose bzw. 84,5 Prozent.

 

Hohe Frauenarbeitslosigkeit in Salzburg

„Wie nicht anders zu erwarten, war der Salzburger Arbeitsmarkt auch im Februar von den massiven Einschränkungen durch die komplett entfallene Tourismus-Saison geprägt“, beschreibt die stellvertretende Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg, Christa Schweinberger, die aktuelle Lage: „Neben dem Hotel- und Gastgewerbe bekommen auch die anderen mit dem Tourismus verknüpften Branchen die Auswirkungen zu spüren, so der Verkehrsbereich etwa mit den Seilbahnen oder der Handel als Zulieferer von Hotel- und Gastgewerbe oder die Sportartikelbranche. Der Arbeitslosenanstieg im Handel und Tourismus trifft auch wieder besonders die Frauen.“

So hat die Frauenarbeitslosigkeit mit einem Plus von 133,5 Prozent oder 5.990 Betroffenen deutlich stärker zugenommen als die Arbeitslosigkeit bei Männern mit plus 59,0 Prozent bzw. 5.100 Personen. Bei der absoluten Zahl an Arbeitslosen liegen allerdings die Männer mit 13.746 Arbeitslosen gegenüber 10.476 arbeitslosen Frauen deutlich vorne.

Unter dem Schnitt der Gesamtarbeitslosigkeit ist mit plus 71,4 Prozent die Jugendarbeitslosigkeit unter 25 Jahre, aber auch mit plus 74,4 Prozent die Altersarbeitslosigkeit ab 50 Jahre, gestiegen.

Touristischer Süden stark betroffen

Bei den zahlenmäßig bedeutenden Branchen liegt in Salzburg das Hotel- und Gastgewerbe mit plus 422,8 Prozent beim Arbeitslosenzuwachs weit vorne. Mit 7.534 Vorgemerkten entfällt fast ein Drittel der Gesamtarbeitslosigkeit auf diese Sparte. Mit Abstand, aber ebenfalls über dem Schnitt der Gesamtarbeitslosigkeit, folgt das Verkehrswesen mit plus 98,8 Prozent - also einer Verdoppelung – auf 1.467 Arbeitslose.

Einen starken Anstieg gibt es mit plus 55,0 Prozent auf 2.748 Vorgemerkt auch im Handel. Die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen verzeichnen ein Plus von 48,8 Prozent. Während innerhalb dieser Wirtschaftsklasse die Arbeitskräfteüberlassung mit plus 27,3 Prozent vergleichsweise moderat gestiegen ist, verzeichnet die Gebäudebetreuung – vorwiegend Reinigungsdienste – ein deutliches Plus von 70,1 Prozent. Am geringsten sind die Arbeitslosenzahlen in der Bauwirtschaft mit plus 13,9 Prozent auf 3.406 Betroffene gestiegen.

Die Bezirksstatistik zeigt das Bundesland deutlich in zwei Regionen geteilt. Der touristische Süden verzeichnet massive Zuwächse von plus 219,2 Prozent (auf 6.074 Personen) im Pinzgau, plus 182,0 Prozent (auf 4.724 Personen) im Pongau und plus 96,6 Prozent (auf 985 Personen) im Lungau. Der Norden des Landes liegt deutlich darunter. Der Flachgau verzeichnet mit plus 36,8 Prozent (auf 3.735 Personen) den geringsten Zuwachs, dicht gefolgt vom Tennengau (+37,4 Prozent auf 1.712 Personen) und der Landeshauptstadt Salzburg (+37,7 Prozent auf 6.992 Personen).

Halbe Million Österreicher in Kurzarbeit

Den Höchststand gab es in Österreich Mitte April 2020 mit 588.000 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote lag Ende Februar in Österreich mit 10,7 Prozent um 2,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahr, teilte das Arbeitsministerium in einer Aussendung am Montag mit. Im Februar 2019 hatte die Arbeitslosenquote 8,4 Prozent betragen. Positiv wirkte sich in den vergangenen Wochen das Lockdown-Ende im Handel und bei körpernahen Dienstleistern aus.

Ende Februar waren rund 496.000 Personen zur Kurzarbeit angemeldet. Durch die Öffnungsschritte sind laut Arbeitsministerium rund 100.000 Menschen wieder in Vollbeschäftigung. Insgesamt wurden vom Arbeitsmarktservice (AMS) bisher rund 6,4 Mrd. Euro für die Corona-Kurzarbeit ausgezahlt. "Die Februarbilanz zeigt hinsichtlich der Arbeitsmarktentwicklung einen leicht positiven Trend", so Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP). Seit Anfang des Jahres seien rund 100.000 Arbeitssuchende vermittelt werden. "Die Öffnungsschritte im Handel zeigen hier ihre Wirkung", sagte Kocher.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ging im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat laut vorläufiger Prognose um 3,4 Prozent auf 3,65 Millionen zurück. Die Anzahl der sofort verfügbaren Stellen sank gegenüber Februar 2020 um 13,2 Prozent auf rund 65.444. Im Vergleich zu Ende Jänner 2021 gibt es aber einen positiven Trend, damals gab es nur 58.000 offene Stellen.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

Aufgerufen am 04.08.2021 um 09:00 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/arbeitsmarkt-leidet-unter-ausfall-des-wintertourismus-100456012

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