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Könnte auch in Salzburg drohen

Klimawandel beeinflusst Wintertourismus am Arlberg

Öffnungszeiten und Saison ändern sich

Arlberg APA/LPD VORARLBERG
Die Schnee-Situation am Arlberg wird sich ab 2050 drastisch ändern. (ARCHIVBILD)

Der Klimawandel wird den Wintertourismus am Arlberg in absehbarer Zeit nachhaltig beeinflussen. Durch die steigenden Temperaturen werden die Öffnungszeiten anzupassen sein, was die Saison stark beeinflusst.

Am Arlberg werden die Hoteliers angesichts des Klimawandels ihre Öffnungszeiten anpassen müssen. Man habe Klimaforscher beauftragt, die Region Arlberg zu untersuchen, demnach werde man bis 2050 grundsätzlich genügend Schnee für Wintertourismus haben. "Nur werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass die Wintersaison erst im Dezember losgeht und bis Ende April dauert", erklärte Hermann Fercher, Tourismuschef von Lech Zürs, am Donnerstag in einem "Die Presse"-Interview.

 

Niederschlag und Temperaturen relevant

Die Höhe allein sei für die Schneesicherheit allein nicht relevant, vielmehr gehe es um den Niederschlag und die Temperaturen, so Fercher vor dem Hintergrund der kürzlich wegen Schneemangels abgesagten Ski-Weltcuprennen. In der Kernzeit fürs Skifahren, Weihnachten bis Ostern, werde es vorerst genügend Schnee geben. In vielen Hotels änderten sich allerdings die Öffnungszeiten. "Früher gab es eine Sommer- und Wintersaison. Heute sperren manche Betriebe Anfang Juli auf und halten bis April offen. Dann folgt eine längere Pause im Frühjahr", sagte Fercher gegenüber der Zeitung. In den Herbstferien seien diese Hotels gut gebucht gewesen, sie setzten auf gehobene Küche und Wellness und würden in ferner Zukunft auch ohne Skitourismus bestehen können.

Messungen des Alpenvereins für 2022 abgeschlossen
++ THEMENBILD ++ Die Pasterze aufgenommen am Donnerstag, 21. Juli 2022. Die Pasterze ist mit rund acht Kilometern der längste Gletscher der Ostalpen und der größte in Österreich. Sie befindet sich am Fuße des Großglockners im Nationalpark Hohe Tauern. Der Gletscher verlor zwischen 1969 und 2012 über die gesamte Fläche 37 Meter an Eisdicke. Inzwischen geht der Pasterzengletscher jährlich um etwa fünfzig Meter zurück.

Pasterze am Fuße des Großglockners schmilzt stetig

Experten sind sich sicher: Die Gletscherlandschaft, wie wir sie in Österreich kennen, wird verloren gehen. Das ergaben zuletzt Untersuchungen der Pasterze am Fuße des Großglockners.

Arlberger Wintertourismus setzt weiter auf bewährtes Modell

Das aktuelle Wintergeschäft wegzulassen, wäre allerdings "unsinnig". "Im Grunde genommen werden wir auf das Modell setzen, solang es möglich ist. Es ist ja schließlich alles angerichtet. Die Wertschöpfung ist im Winter am größten", so der Tourismuschef. Was Wärme angehe, sei Lech inzwischen dank der Biomasseheizwerke autonom, alle Hotels und Privathaushalte seien daran angeschlossen. Zudem plane man ein Wasserkraft-Konzept mit den Vorarlberger Kraftwerken, mit dem das Dorfzentrum über eine autonome Energieversorgung verfügen würde. Auch Windräder schloss Fercher für die Tourismusgemeinde nicht aus, sollten diese vom Land genehmigt werden. "Wo Liftmasten sind, können auch Windräder stehen", so Fercher, der einräumte, es gebe in Lech Zürs dazu aber sicher auch andere Meinungen.

(Quelle: APA)

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