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Depression & Existenzangst

Armutsbetroffene leiden stärker unter Lockdowns

Psychische Probleme als Belastung

symb_psyche_Probleme Pixabay
Gerade jene, die in Österreich von Armut betroffen sind, waren während des zweiten und dritten Lockdowns psychisch belastet. (SYMBOLBILD)

Armutsbetroffene haben während des zweiten und dritten Lockdowns in Österreich vermehrt mit psychischen Problem zu kämpfen gehabt. Depression, Gleichgültigkeit, Einsamkeit und Existenzangst bestimmten das Stimmungsbild bei einer neuerlichen Befragung der Armutskonferenz.

"Es zeigt sich, wie wichtig ein existenzsicherndes und gutes Arbeitslosengeld ist, wie massiv sich beengtes Wohnen auf Bildung und Gesundheit der Kinder auswirkt", so Sozialexperte Martin Schenk.

 

Psychische Gesundheit wird wichtiger

Die Befragten setzten dieses Mal ihre Prioritäten deutlich anders als in der ersten Erhebung im Sommer 2020. "Die körperliche Gesundheit, die sozialen Kontakte und vor allem das psychische Wohlbefinden haben an Bedeutung gewonnen. Und auch das Wohnen in zu großer Enge ist nun Thema", erläuterte Studienautorin Evelyn Dawid.

Unsicherheit wegen kurzfristigen Lockdown-Änderungen

Dominantes Thema waren diesmal die psychischen Beeinträchtigungen, die sich aus einer Vielzahl von Gründen eingestellt hatten: etwa weil den Menschen die Arbeit und die Kollegen und Kolleginnen abgingen, weil man Freunde und Freundinnen, Familie und Bekannte nicht treffen konnte oder weil sich die ökonomische Existenzgrundlage in Luft aufzulösen schien. Da die Öffnungen der Lockdowns mehrmals - sehr kurzfristig - verschoben wurden, folgten auch Enttäuschungen, weil Pläne zusammenbrachen und die Zukunft immer unsicherer wurde.

Gleichgültigkeit größeres Thema

Zur Einsamkeit, die bereits in der ersten Erhebung des Vorjahres 2020 ein wichtiges Thema gewesen war, gesellte sich eine Art Gleichgültigkeit: Viele verloren die Tagesstruktur, schlitterten in eine Depression, machten den Tag zur Nacht und umgekehrt. Vor allem die Jugendlichen verschliefen den Tag - auch während am Bildschirm das Home Schooling lief - oder waren ständig, auch spät abends, im Freien unterwegs.

 

Arbeitslose kämpfen mit Existenzangst

Arbeitslose waren stark betroffen von psychischem Druck und Existenzangst. Dabei fand die Armutskonferenz zwei Gruppen. "Eine hat vor der Krise in schlecht bezahlten Jobs gearbeitet, hat keine Ersparnisse und bezieht sehr niedriges Arbeitslosengeld. Diese Menschen sind tatsächlich durch die Corona-Krise und ihren Jobverlust in Armut geraten. Die zweite Gruppe hatte einen gut bezahlten Job, im Idealfall finanzielle Rücklagen und einen ausreichend hohen AMS-Bezug. Ein existenzsicherndes und höheres Arbeitslosengeld ist wichtig", so Schenk.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.05.2022 um 11:39 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/armutsbetroffene-waehrend-lockdowns-vermehrt-psychisch-belastet-113289133

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