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Klimaschutzpakt

AUA wird mit 600 Mio. Euro gerettet

Keine Flüge mehr von Salzburg nach Wien

Die Regierung hat am Montagnachmittag bestätigt, dass die Austrian Airlines (AUA) mit 600 Mio. Euro gerettet wird. Lufthansa und Republik Österreich schießen der AUA je 150 Mio. Euro zu, der Staat haftet zudem zu 90 Prozent für einen 300 Mio. Euro schweren Bankkredit, der mit den Aktien der AUA besichert ist. Das heißt, falls die Airline die Schulden nicht zurückzahlen kann, gehen die - dann zahlungsunfähige - AUA und deren nicht geleaste Flugzeuge in das Eigentum des Staates über.

Für die AUA gibt es einen Standortvertrag, wird dieser nicht eingehalten, wird eine Strafe fällig.

Diese könne die Größenordnung des Zuschusses von 150 Mio. Euro erreichen, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) in der Pressekonferenz. Es sei darum gegangen, unter Minimierung der Steuerzahlerkosten, den Standort zu sichern, führten die fünf Regierungsmitglieder in der Pressekonferenz zur AUA-Rettung aus. Der Flugbetrieb startet wieder ab 15. Juni, wie AUA-Chef Alexis von Hoensbroech am Abend bestätigte.

Keine Kurzstreckenflüge bei Bahnverbindung

Die Vereinbarung umfasst unter anderem auch ein Klimaschutzpaket. So wird die AUA Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlagern, wenn die Zugfahrt zum Wiener Flughafen "deutlich unter drei Stunden" beträgt, wie es seitens der Airline hieß. Zwischen Linz und Wien sind die Flüge schon auf die Schiene verlagert worden.

"Zug statt Flug" auch bei Salzburg - Wien

Das hat auch konkrete Auswirkungen auf Salzburg: "Die Verbindung Salzburg - Wien wird von der AUA auch weiterhin nicht mehr geflogen. Für alle Strecken, die unter drei Stunden per Bahn erreichbar sind, gilt jetzt das Prinzip 'Zug statt Flug'", erläutert Salzburgs Klimareferent LH-Stv. Heinrich Schellhorn (Grüne) am frühen Montagabend in einer Aussendung. Vor der Corona-Krise gab es bis zu drei Verbindungen täglich. Bei den Passagieren handelte es sich hauptsächlich um Umsteiger.

Zwischen Salzburg und Wien fährt man mit dem Zug derzeit 2 Stunden und 49 Minuten. Nach Fertigstellung der Tunnel durch Semmering und Koralpe wird die Fahrt zwischen Wien und den Landeshauptstädten Graz und Klagenfurt ebenfalls auf unter drei Stunden sinken. Allerdings wird von der AUA betont, dass alle Bundesländerflughäfen an ein Lufthansa-Drehkreuz angebunden bleiben. Der Verzicht auf Flüge mit rascher Bahnverbindung gilt auch nur für die AUA, nicht ihre Muttergesellschaft.

AUA muss CO2-Ausstoß halbieren

Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß der Inlandsflüge der AUA halbiert werden. Das Klima wird dieses Ziel aber nicht retten: Früheren Angaben zufolge sind die Strecken nur für 0,2 Prozent der CO2-Emissionen Österreichs verantwortlich. Die AUA verspricht darüber hinaus, die Treibstoffeffizienz um 1,5 Prozent pro Jahr zu steigern und den durchschnittlicher CO2-Ausstoß pro 100 Passagierkilometer über die gesamte Flotte von 9,55 kg auf 8,5 kg bis 2030 zu reduzieren.

Vertrag mit Lufthansa bis 2030

Der Vertrag mit der Lufthansa läuft zehn Jahre. Er umfasst auch eine Investitionszusage über 150 Mio. Euro für neue klimaeffiziente Technologien, also für neuere, sparsame Flugzeuge. Auch die Langstrecke und das dichte Netz in Osteuropa sollen erhalten bleiben.

Die Politik darf künftig drei Positionen bei der AUA besetzen. Die Staatsholding ÖBAG erhalte die Möglichkeit, zwei Personen in den Vorstand der Österreichischen Luftverkehrs-Privatstiftung (ÖLP), dem formalen Mehrheitseigentümer der AUA, zu entsenden. Eine dieser beiden Personen werde außerdem einen Sitz im Aufsichtsrat der Austrian Airlines AG erhalten, erklärte die Airline in einer Aussendung. Das gesamte Finanzierungspaket ist abhängig von der Staatshilfe für die Lufthansa in Deutschland, der Zustimmung aller Gremien und der Genehmigung der EU-Kommission.

1-2-3-Ticket kommt 2021

Im Zuge der AUA-Rettung ist auch fixiert worden, dass das 1-2-3-Klimaticket schon 2021 österreichweit kommt (hier berichten wir ausführlich). Mit 240 Mio. Euro sei die Finanzierung geklärt, sagte Klima- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) bei der Regierungspressekonferenz am Montag.

Zu dem Projekt, dass das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln um einen Euro pro Tag in einem Bundesland, um zwei Euro in zwei und um drei Euro täglich durch ganz Österreich, vorsieht, hatte es bisher geheißen, dass es eventuell in Stufen eingeführt wird. Als erster Schritt war ein Ticket für je ein Bundesland überlegt worden. Auch das Nachtzug-Angebot der ÖBB werde ausgebaut, hieß es.

(Quelle: APA/SALZBURG24)

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