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Verschärfte Covid-Maßnahmen

Ausreisetests für Corona-Hotspots fixiert

Regelung greift bei 7-Tages-Inzidenz über 400

Ausreisetests im Pongau www.vogl-perspektive.at
Für "Hochinzidenzgebiete" sollen ab 10. März verschärfte Maßnahmen, wie Ausreisetests, gelten. In den Pongauer Gemeinden Radstadt und Bad Hofgastein gilt dies bereits.

Einen Erlass für verschärfte Maßnahmen in "Hochinzidenzgebieten" hat das Gesundheitsministerium am Freitagabend an die Landeshauptleute übermittelt. Darin enthalten ist etwa eine Ausreisetestpflicht ab einer bestimmten Inzidenz-Grenze.

Demnach sind negative Corona-Tests für das Verlassen von Bezirken oder "lokal abgegrenzten Hotspots" nötig, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz dort über 400 pro 100.000 Einwohner liegt. 

Bei hohen Inzidenzen sollen Maßnahmen verschärft werden

Aufrechterhalten werden muss die Testpflicht bis die Inzidenz nachhaltig (für zehn Tage) unter 200 gefallen ist. Bei länger anhaltender Hochinzidenz in einem Bezirk oder einer Region - bei über 400 für länger als eine Woche - verlangt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in dem Erlass weitere Maßnahmen "durch den Landeshauptmann/die Landeshauptfrau". Genannt werden weiterführende Quarantäneregelungen, Schwerpunktkontrollen der Einhaltung der Corona-Maßnahmen, verstärktes Kontakt Tracing (über 96 Stunden) und wiederholte Tests von K1- und K2-Kontaktpersonen, Testung Erkrankter zwischen dem achten und zehnten Tag und erweiterte Testpflichten für das Betreten "bestimmter Orte oder Betriebsstätten".

Pflicht für Ausreisetests muss ab 10. März umgesetzt werden

Die Ausreise-Testpflicht müssen die Landeshauptleute oder die Bezirksverwaltungsbehörden - spätestens mit Wirkung 10. März - per Verordnung umsetzen. Für das Verlassen des Bezirks nötig ist ein negativer Corona-Test (maximal 48 Stunden alt bei Antigen-, maximal 72 Stunden alt bei PCR-Testung). Genesene können alternativ eine ärztliche Bestätigung der durchgemachten Infektion vorliegen, dies aber "abhängig von der Art des Infektionsgeschehens, insbesondere im Hinblick auf das Auftreten von Virusvarianten".

Keine Tests für Durchreisende

Durchreisende brauchen keinen Test, erlaubt sind aber nur "unerlässliche Unterbrechungen" (also z.B. Aufsuchen eines WCs). Weiters von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder bis zehn Jahre, Sicherheitsdienste, Rettung und Feuerwehr, der Güterverkehr - und Ausreisen für "unaufschiebbare behördliche oder gerichtliche Wege" bzw. zur Gefahrenabwehr.

Stichprobenkontrollen angekündigt

Anschober ordnet auch an, dass "Kontrollen in möglichst hoher Intensität mittels Stichprobenkontrollen zu erfolgen haben" - und stellt klar, dass dazu kann auch der Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert werden kann. Der Minister hält auch fest, dass "parallel sicherzustellen ist, dass für die von der Einschränkung betroffenen Personen ausreichende Testmöglichkeiten zur Verfügung stehen".

Pongauer Gemeinden bereits betroffen

Betroffen von der Verordnung - weil die Inzidenz deutlich über 400 liegt - sind die zweitgrößte niederösterreichische Stadt Wiener Neustadt, der Kärntner Bezirk Hermagor und der Salzburger Pongau. Für den Bezirk Hermagor sind sie bereits (ab Dienstag) angeordnet. In den im Pongau gelegenen Gemeinden Radstadt und Bad Hofgastein, die zuletzt einen extremen Anstieg bei den Infektionen zu verzeichnen hatten, ist schon am Freitag für zwei Wochen eine Ausreisebeschränkung in Kraft getreten. Wiener Neustadt hat auf den Erlass des Ministeriums gewartet.

(Quelle: APA)

Testpflicht in Pongauer Orten in Kraft

Für die beiden Gemeinden Radstadt und Bad Hofgastein im Salzburger Pongau ist ab heute für zwei Wochen bis vorerst 18. März, 24.00 Uhr eine Ausreisebeschränkung verhängt worden.

Personen ab 15 Jahren, die das Gemeindegebiet verlassen wollen, müssen einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ausgenommen sind Durchreisende. Die Ausfahrtkontrollen sind laut Behörden "planmäßig angelaufen".

Ausreisebeschränkungen wegen gestiegener Neuinfektionen

Die Ausreisebeschränkung wurde wegen gestiegener Neuinfektionen eingeführt. Die Bevölkerung scheint sich gut auf die Maßnahmen vorbereitet zu haben, hieß es vonseiten des Landes. An insgesamt rund zehn Checkpoints werden die Ausreisenden kontrolliert, auch Bus- und Bahnreisende werden überprüft. Im Einsatz sind Polizisten, rund 50 Soldaten des Bundesheers leisten einen Assistenzeinsatz.

Tests auch für Lieferanten

Auch Lieferanten müssen negative Tests vorweisen. Den Durchreisenden wird geraten, sich bereits vor der Einreise an einer Teststation testen zu lassen, damit die Testkapazitäten für die ansässige Bevölkerung in den beiden Gemeinden nicht überlastet werden.

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Corona-Ausreisetests in zwei Pongauer Gemeinden

Wegen des starken Coronavirus-Infektionsgeschehens im Pongau werden ab Freitag in Bad Hofgastein und Radstadt Ausreisetests nach Tiroler Vorbild eingeführt. Personen ab 15 Jahren, die das …

Inzidenz von über 1.000

Die beiden Orte wiesen Anfang dieser Woche eine Sieben-Tages-Inzidenz von 1.042 beziehungsweise 1.168 auf. "Wir müssen jetzt reagieren, denn die Corona-Neuinfektionen in den beiden Gemeinden gehen durch die Decke", begründete Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) die verschärften Maßnahmen.

Bürgermeister verortet Corona-Müdigkeit

Die Bewohner tragen die neue Verordnung zwar mit, "es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig", sagte der Bürgermeister von Radstadt, Christian Pewny, am Freitagvormittag im APA-Gespräch. Er ortet eine gewisse Müdigkeit in der Bevölkerung, nach einem Jahr mit dem Coronavirus samt den Einschränkungen und Lockdowns.

Vier Checkpoints in Radstadt

In Radstadt wurden vier Checkpoints eingerichtet. Die Ausfahrtkontrollen sind offenbar nicht reibungslos angelaufen. "In der Früh war es heute noch etwas chaotisch", schilderte der Ortschef. Es hätten sich Staus gebildet, auf der B320 betrug der Stau im morgendlichen Verkehr zur Spitzenzeit laut Pewny rund zwei Kilometer. "Auch Schulbusse standen im Stau." Besorgte Eltern hätten angerufen, weil ihre Kinder Schularbeiten schreiben müssten aber zu spät in die Schule kommen würden. Ihm seien auch Beschwerden von Arbeitgebern zu Ohren gekommen, dass ihre Mitarbeiter zu spät an ihrem Arbeitsplatz eintreffen.

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(SYMBOLBILD)

Für gefälschten Corona-Test droht ein Jahr Haft

Als Grenzpendler oder für einen Friseurbesuch benötigt man einen aktuellen und negativen Corona-Test. Fälscht man diesen und wird erwischt, droht bis zu einem Jahr Haft.

Testpflicht für Zulieferer sorgt für Probleme

"Auch die Zulieferer hatten noch massive Probleme", sagte Pewny." Einige hätten noch nicht gewusst, dass sie bei der Ausreise negative Tests vorweisen müssen. Es sei zu befürchten, dass aufgrund dieser Umstände manche Firmen in den nächsten zwei Wochen nicht oder nur eingeschränkt beliefert werden. Im Lebensmittelhandel dürfte es aber keine Probleme geben. Für den Bürgermeister wäre es eine bessere Lösung, wenn der Zulieferverkehr, die Müllabfuhr und die Postbediensteten so wie kürzlich im Zillertal keinen negativen Test vorweisen müssen, wenn sie die Gemeinde binnen 24 Stunden wieder verlassen.

Erweiterte Testmöglichkeiten

Um ein reibungsloses Auspendeln, vor allem auch am Montagmorgen, zu ermöglichen, bleiben die Teststationen samstags in Radstadt, Bad Gastein und Bad Hofgastein länger geöffnet. Die Öffnungszeiten im Überblick:

  • Radstadt: Montag, Mittwoch und Freitag 7 bis 18 Uhr; Dienstag und Donnerstag 8 bis 18 Uhr; Samstag 8 bis 18 Uhr
  • Bad Hofgastein: Montag, Mittwoch und Freitag 7 bis 18 Uhr; Dienstag und Donnerstag 8 bis 18 Uhr; Samstag 8 bis 18 Uhr
  • Altenmarkt: Montag, Mittwoch und Freitag 9 bis 17 Uhr
  • Bad Gastein: Hier übernimmt die Kurapotheke die Tests für Personen, die nicht nach Bad Hofgastein fahren können. Zeiten: Montag bis Freitag 8.30 bis 11.30 Uhr, 14.30 bis 19.30 Uhr sowie am Samstag von 8.30 bis 11.30 Uhr und 16 bis 18 Uhr. Anmeldung für diese Testmöglichkeit unter www.apotheke-gastein.at.

Auch Liftbetrieb eingestellt

Angesichts der Infektionszahlen habe er grundsätzlich Verständnis für die verschärften Maßnahmen, meinte Pewny. Diese würden allerdings auch den Wirtschaftsstandort empfindlich treffen, es habe ohnehin keine gescheite Wintersaison gegeben. Wegen der Ausfahrtskontrollen hat die Skischaukel Radstadt-Altenmarkt ihre Wintersaison beendet. In Bad Hofgastein haben die Gasteiner Bergbahnen den gemeindeübergreifenden Liftbetrieb, der bis Bad Gastein reicht, vorerst für die kommenden zwei Wochen eingestellt. Geplant ist, nach Aufhebung der Ausfahrtkontrollen die Lifte wieder zu öffnen.

Ruhige Lage in Bad Hofgastein

In Bad Hofgastein war die Lage heute in der Früh "recht ruhig", wie Bürgermeister Markus Viehauser im APA-Gespräch erklärte. Das habe eine erste Einschätzung des Krisenstabs bestehend aus Vertretern der Bezirkshauptmannschaft, Polizei und des Roten Kreuzes ergeben. Staus habe es noch keine gegeben. "Wenn das so weiter geht, werden wir das durchstehen. Wir helfen alle zusammen. Es funktioniert nicht schlecht", lautete die erste Bilanz des Ortschefs. Die Pendler hätten sich auf die Maßnahmen eingestellt, das Rote Kreuz habe eine dritte Teststraße eingerichtet und auch die Apotheke habe die Testkapazitäten erweitert.

In Bad Hofgastein gibt es zwei Checkpoints. Der Bürgermeister hat den Eindruck gewonnen, dass die Bevölkerung die Maßnahmen akzeptiert. "Natürlich ist man nicht glücklich darüber. Am meisten trifft es das Gewerbe, den Handel und die Pendler." Sie hätten sich Ausnahmen gewünscht. Für die gestiegenen Infektionszahlen könnte Viehauser zufolge die britische Virusvariante verantwortlich sein. Seit letzter Woche seien aber die Zahlen um einiges gesunken.

"Zum Glück gibt es keine Hospitalisierung", sagte Viehauser. "Die Krankheitsverläufe sind einigermaßen mild." Ein großer Anteil der 99 aktiv Infizierten seien jüngere Personen. Hoffnung gibt dem Bürgermeister, dass die Bewohner im Altersheim geimpft seien.

Laut Polizei "läuft es überraschend gut"

Die Polizei hat am Freitag zu Mittag auf APA-Anfrage eine ersten Zwischenbilanz über die Ausfahrtkontrollen gezogen. "Es hat keine Probleme gegeben aufgrund der guten Vorinformation", sagte ein Polizei-Sprecherin. "Derzeit läuft es überraschend gut." Nur wenige mussten umdrehen. Einige Zulieferer hatten keine negativen Coronatests dabei. An dem Checkpoint Altenmarkt-Ost an der B320 habe sich im Frühverkehr ein kurzer Rückstau gebildet, sagte die Sprecherin.

Polizisten und Soldaten kontrollieren

An den stationären Checkpoints in den beiden betroffenen Gemeinden, die 24 Stunden besetzt sind, kontrollieren jeweils zwei Polizisten und zwei Soldaten. In Radstadt wie auch in Bad Hofgastein wurden zusätzlich zu den Checkpoints noch jeweils vier technische Sperren auf Nebenstraßen eingerichtet. Eine Durchfahrt ist dort nicht möglich.

Aufgerufen am 04.08.2021 um 08:20 auf https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/ausreisetests-fuer-corona-hotspots-mit-7-tages-inzidenz-ueber-400-100705855

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